Deutschland

26. Juni 2019 10:07; Akt: 27.06.2019 09:59 Print

Neonazi Stephan E. gesteht Mord an Lübcke

Der Regierungspräsident von Kassel wurde tot auf der Terrasse seines Hauses von einem Angehörigen gefunden. Er wurde aus kurzer Distanz erschossen, eine Kugel steckte in seinem Kopf.

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Im Mordfall Lübcke hat der Tatverdächtige Stephan E. ein Geständnis abgelegt. Dies teilte Generalbundesanwalt Peter Frank am Mittwoch im Bundestags-Innenausschuss mit, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete. Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) war Anfang Juni erschossen worden. E. legte sein Geständnis demnach am Dienstag ab und gab an, als Einzeltäter gehandelt zu haben.

Laut "Spiegel"-Informationen war die Tat eine Reaktion auf Lübckes Äusserung im Oktober 2015. "Da muss man für Werte eintreten. Und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen."

Stephan E. ist laut "Bild" ein Neonazi. Demnach hat er Verbindungen zur rechtsextremen Szene in Nordhessen.

NSU an Mord beteiligt?

Der Innenausschuss will bei seinen Beratungen der Frage nachgehen, ob der mutmassliche Täter im Alleingang gehandelt hat, oder in Verbindung mit einem rechtsextremen Netzwerk handelte. Den Teilnehmerkreisen zufolge räumte Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang bei der Sitzung ein, dass seine Behörde E. seit 2009 nicht mehr intensiv auf dem Schirm gehabt habe.

"Nun ist eindeutig bestätigt, dass wir einen rechtsextremen Hintergrund haben", sagte die Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic der Nachrichtenagentur AFP. Es müsse nun geklärt werden, in welche Netze E. eingebunden gewesen sei "und ob diese in den NSU eingebunden gewesen sind". Gegebenenfalls "müssen Teile der Geschichte zum NSU neu geschrieben werden".

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(Red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Penelope am 26.06.2019 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Auch in Deutschland werden die liberalen und friedrlichen Rechten massiv angegriffen (sehr interessant dazu z.B. die Doku "Prüffall Deutschland - Demokraten im Fadenkreuz ")... das lässt an den neuseeländischen Terrroristen denken der ja auch die friedlichen rechten Bewegungen schwächen wollte um militantere und radikalere Personen auf den Plan zu rufen. Während man Vereinsstrukturen u.ä. noch relativ gut überwachen kann sind "einsame Wölfe" schwierig zu enttarnen und daher wirklich gefährlich.

  • zisch09 am 26.06.2019 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Mord

    Mord ist Mord. Dafür muss er bestraft werden.

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  • Eva am 26.06.2019 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Die Geschichte wiederholt sich

    Auch vor 80 Jahren hat das Volk begonnen mit teilweise drastischen Methoden Widerstand gegen seine Herrscher und Demagogen zu leisten. Nun müssen eben immer öfter auch die Linken erkennen, dass man nicht einem ganzen Volk jahrzehntelang seinen Willen zur Unterjochung aufzwingen kann.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Na Danke am 26.06.2019 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Der BVT

    wird sich auch um die Poster hier im Forum kümmern müssen, die ihren Führer zurücksehnen.. Wieviele Rechte haben Waffen gehortet wäre auch interessant.

    • Penelope am 26.06.2019 17:25 Report Diesen Beitrag melden

      Viel interessanter ist doch

      Dass das BVT (wie kommst du auf "der Amt"?) eigentlich u.a. dazu da wäre (wie der Name schon sagt) die Grundlagen der Verfassung zu schützen - dazu gehören auch die Bestimmungen der EMRK sowie der Charta der Grundrechte der Europäischen Union... aber wie passt das mit massenhaften Entmündigungen unbescholtener Staatsbürger, Enteignungen sowie sehr zweifelhaften Hausdurchsuchungen zusammen? Während Menschen welche die Neutralität oder gleich die ganze Republik Österreich zugunsten der "Vereinigten Staaten von Europa" komplett abschaffen wollen frei operieren können...

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  • Eva am 26.06.2019 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Die Geschichte wiederholt sich

    Auch vor 80 Jahren hat das Volk begonnen mit teilweise drastischen Methoden Widerstand gegen seine Herrscher und Demagogen zu leisten. Nun müssen eben immer öfter auch die Linken erkennen, dass man nicht einem ganzen Volk jahrzehntelang seinen Willen zur Unterjochung aufzwingen kann.

    • Penelope am 26.06.2019 16:13 Report Diesen Beitrag melden

      Leider auch bei uns

      Wenn man den Artikel "Österreichische Präsidentschaftskanzlei deckt Enteignungen" liest merkt man schnell warum... der Austrofaschismus unter Dollfuß/Schuschnigg ebnete dem Anschluss Österreichs 1938 erst den Weg...

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  • Penelope am 26.06.2019 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Auch in Deutschland werden die liberalen und friedrlichen Rechten massiv angegriffen (sehr interessant dazu z.B. die Doku "Prüffall Deutschland - Demokraten im Fadenkreuz ")... das lässt an den neuseeländischen Terrroristen denken der ja auch die friedlichen rechten Bewegungen schwächen wollte um militantere und radikalere Personen auf den Plan zu rufen. Während man Vereinsstrukturen u.ä. noch relativ gut überwachen kann sind "einsame Wölfe" schwierig zu enttarnen und daher wirklich gefährlich.

  • Django am 26.06.2019 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten

    Ob hier auch ein Freispruch mit anschließender Haftendschadigung folgt.

  • zisch09 am 26.06.2019 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Mord

    Mord ist Mord. Dafür muss er bestraft werden.

    • Penelope am 26.06.2019 14:30 Report Diesen Beitrag melden

      Auf jeden Fall!

      Wobei ich finde dass bei einem Tatmotiv wie hier jedenfalls niedere Beweggründe vorliegen und daher die Höchststrafe gerade mal gut genug ist. Dabei ist es auch ganz irrelevant ob Links oder Rechts, politisch motivierte Mord(versuch)e gehören härtestens bestraft.

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