Insel Hokkaido überflogen

15. September 2017 06:23; Akt: 15.09.2017 06:47 Print

Nordkorea feuert erneut Rakete über Japan hinweg

Pjöngjang hat wieder ein Geschoss getestet. Die Bevölkerung im Norden Japans wurde aufgefordert, Schutz zu suchen. Der UNO-Sicherheitsrat tagt heute noch.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nordkorea hat erneut eine Mittelstreckenrakete über Japan in den Pazifischen Ozean gefeuert. Das beobachteten die US-Streitkräfte sowie das südkoreanische Militär am Freitag.

Umfrage
Wie gefährlich ist Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un?

Im Norden Japans ertönten Sirenen, Warnungen wurden veröffentlicht, nachdem bereits Ende August ein Geschoss Nordkoreas über das Land hinweg geflogen war (siehe Bildstrecke oben). Nach Angaben des südkoreanischen Stabschefs war die Rakete in Pjöngjang gestartet worden und legte eine Strecke von rund 3.700 Kilometern zurück. Sie erreichte eine maximale Höhe von 770 Kilometern.

Nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrats ordnete der Präsident Südkoreas, Moon Jae-in, "ernste" militärische und diplomatische Maßnahmen an, um Nordkorea von weiteren Provokationen abzuhalten. Ein Präsidentensprecher erklärte, Moon habe das Militär zudem aufgerufen, sich besser auf mögliche Angriffe Pjöngjang mit biologischen und chemischen Waffen vorzubereiten.

Der Raketentest wurde international verurteilt. Der UNO-Sicherheitsrat kündigte für Freitagnachmittag eine Dringlichkeitssitzung hinter verschlossenen Türen an. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe und US-Verteidigungsminister James Mattis bezeichneten den Start jeweils als rücksichtslos. Auf die Frage nach einer möglichen militärischen Reaktion der Amerikaner, sagte Mattis, darüber wolle er noch nicht sprechen. Präsident Donald Trump sei über das Geschehen informiert worden.

US-Außenminister Rex Tillerson verurteilte die anhaltenden Provokationen aus Nordkorea. Sie trügen nur weiter zur diplomatischen und wirtschaftlichen Isolation des Landes bei.

Keine Bedrohung für Guam

Unterdessen erklärte unter anderem das US-Pazifikkommando, der Raketenstart habe weder eine Bedrohung für Nordamerika noch das US-Außengebiet Guam dargestellt. Ähnlich hatten sich zuvor die Heimatschutz- und Verteidigungsbehörden in Guam geäußert.

In Japan fiel die Kritik besonders deutlich aus: Neben Abe erklärte auch Kabinettssekretär Yoshihide Suga, das Land werde die wiederholten und exzessiven Provokationen aus Nordkorea nicht tolerieren. Er wolle im Namen des japanischen Volkes eine "starke Wut" übermitteln.

Laut Suga flog die Rakete am Freitag über Japans nördliche Hauptinsel Hokkaido hinweg. Sie sei rund 2000 Kilometer abseits der östlichen Küste im Meer gelandet. Ende August hatte Pjöngjang schon einmal einen Test einer ballistischen Mittelstreckenrakete vom Typ Hwasong-12 mit Flug über Japan vorgenommen. Am 3. September folgte nach nordkoreanischen Angaben schließlich der Test einer Wasserstoffbombe.

Eintritt in die Atmosphäre testen

Machthaber Kim Jong-un hatte den Raketentest damals als einen "bedeutenden Auftakt" bezeichnet, um Guam in Schach zu halten. Zugleich hatte er gefordert, sein Land müsse mehr Raketen in Richtung des Pazifiks schießen, um die Fähigkeiten der Streitkräfte auszubauen. Es ist davon auszugehen, dass mit den Flügen über Japan vor allem getestet werden soll, ob die Sprengköpfe der Raketen den Wiedereintritt in die Atmosphäre überstehen und technisch korrekt detonieren können.

Am Montag hatte der UNO-Sicherheitsrat neue Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen, die aber nicht so hart ausfielen wie von den USA gewünscht. Verboten sind ab sofort alle Textilexporte sowie etwa der Import von flüssigem Erdgas. Außerdem darf kein Land der Welt neue Arbeitsvisa für Nordkoreaner ausstellen.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(chk)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ChrisW am 15.09.2017 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kim und seine Freunde

    Die oftmaligen Nachrichten über solche Vorkommnisse stumpfen zwar mit der Zeit ab. Ich glaube aber trotzdem, dass sich an diesem Fleck der Erde irgendwann ein Konflikt entwickelt. Hoffentlich ein lokal begrenzter....

    einklappen einklappen
  • Marlene am 15.09.2017 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Irre kommt man nicht an!

    Na wenn die UNO dududu macht, dann wird der kleine Kim sicher nicht folgen! Der kommt mir vor wie ein 3 Jähriger, der nicht folgen will und seine Grenzen bei Mama und Papa unbedingt austesten will!

  • Jawollus am 15.09.2017 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    Bomben

    Bis zu einem gewissen grad kann ich kim verstehen. Die USA haben mal wieder den Drang Weltpolizei zu spielen und ein land zu "befreien" - und das natürlich auf möglichst kriegerische art und weise, um die überfüllten waffenlager zu leeren. Verständlich, dass er sich dagegen wehrt. Dass der nukleare weg der richtige ist um sich zu wehren, bezweifle ich allerdings.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Marlene am 15.09.2017 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Irre kommt man nicht an!

    Na wenn die UNO dududu macht, dann wird der kleine Kim sicher nicht folgen! Der kommt mir vor wie ein 3 Jähriger, der nicht folgen will und seine Grenzen bei Mama und Papa unbedingt austesten will!

  • Jesters am 15.09.2017 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wer jetzt nun?

    Persönlich glaube ich dass der Russe viel gefährlicher ist als der Nordkoreaner.

  • Jawollus am 15.09.2017 08:07 Report Diesen Beitrag melden

    Bomben

    Bis zu einem gewissen grad kann ich kim verstehen. Die USA haben mal wieder den Drang Weltpolizei zu spielen und ein land zu "befreien" - und das natürlich auf möglichst kriegerische art und weise, um die überfüllten waffenlager zu leeren. Verständlich, dass er sich dagegen wehrt. Dass der nukleare weg der richtige ist um sich zu wehren, bezweifle ich allerdings.

  • ChrisW am 15.09.2017 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kim und seine Freunde

    Die oftmaligen Nachrichten über solche Vorkommnisse stumpfen zwar mit der Zeit ab. Ich glaube aber trotzdem, dass sich an diesem Fleck der Erde irgendwann ein Konflikt entwickelt. Hoffentlich ein lokal begrenzter....

    • Wolfgang Rohrschacher am 15.09.2017 09:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ChrisW

      Lokal begrenzt ist relativ. Es wird hunderttausende Tote geben und mindestens eine Weltwirtschaftskrise im schlimmsten Fall den für längere Zeit letzten Weltkrieg. Wie schon Einstein sagte der 4 Weltkrieg wird mit Keulen geführt werden.

    • ChrisW am 15.09.2017 14:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wolfgang Rohrschacher

      Ja, genau das ist seit langer Zeit auch schon meine Befürchtung. Egal, wo es anfängt. Aber ich drücke es meistens gemildert aus. Und den Song von STS "Kalt und kälter" versteht man auch immer besser, je älter man wird...

    einklappen einklappen