Anschläge in Sri Lanka

24. April 2019 17:55; Akt: 25.04.2019 07:56 Print

Sicherheitsrisiko: Warnung vor "nicht nötigen Reisen"

Selbstmord-Attentäter haben in Sri Lanka mindestens 359 Menschen in den Tod gerissen, bisher gab es über 60 Festnahmen.

Bildstrecke im Grossformat »
Aufräumarbeiten nach dem Terror: Sicherheitspersonal überprüft die Kirche St. Sebastian in Negombo. Mindestens 290 Menschen sind tot, weitere 500 verletzt. In Sri Lanka kam es am Ostersonntag zu mehreren Explosionen. In den Sozialen Medien kursieren Bilder aus dem Innern der Kirche St. Sebastian in Batticaloa. Priester bringen sich nach der Explosion in Kochchikade in Sicherheit. Die Detonationen ereigneten sich in mehreren Kirchen und Luxushotels. Verwüstung in der römisch-katholischen St.-Sebastians-Kirche in Negombo. Mindestens 67 Menschen starben beim Anschlag auf die römisch-katholische Kirche. Im Luxushotel Shangri-La in Colombo detonierte ebenfalls ein Sprengsatz. Die Zionskirche in Batticaloa, rund 280 Kilometer östlich der Hauptstadt Colombo, wurde ebenfalls zu einem Schauplatz des Terrors. Die ersten sechs Explosionen fanden innerhalb einer Stunde statt. Später ereignete sich noch eine siebte und eine achte Detonation. In Orugodawatta, einem Vorort im Norden der Hauptstadt Colombo, riss ein Selbstmordattentäter nach Polizeiangaben drei Polizisten mit in den Tod. Entsetzen und Trauer im ganzen Land. Die Opferzahl steigt laufend. Auch mehrere Ausländer wurden getötet. Sieben Personen wurden verhaftet. Die Regierung spricht von einer koordinierten Aktion mit dem Ziel, "Tod und Chaos" über das Land zu bringen. Österreich hat seine Reisehinweise für Sri Lanka nach den Anschlägen angepasst. Die Behörden verhängten eine Ausgangs- und eine Social-Media-Sperre im Land. Die Nachrichtenagentur AFP berichtete am Dienstag (23. April), dass sich die Organisation IS zu den Terror-Anschlägen bekennt.

Zum Liveticker im Popup
Zum Thema
Fehler gesehen?

Blutbad im Urlauberparadies Sri Lanka am Ostersonntag: Attentäter zündeten während der Gottesdienste Bomben in drei Kirchen, vier weitere Terroristen jagten sich mit Sprengstoffgürteln in Hotelhallen oder am Frühstücksbuffet in die Luft.

Bei dieser verheerenden Anschlagsserie wurden mindestens 359 Menschen getötet. Unter den Opfern sind auch mindestens 39 ausländische Urlauber. 500 Personen wurden verletzt. Österreicher sind, nach derzeitigem Ermittlungsstand, nicht betroffen.

Die Regierung von Sri Lanka machte am Montag die lokale radikal-islamistische Gruppe "National Thowheeth Jama'ath" für die Terrorattacken verantwortlich. Etwa 40 Verdächtige seien bereits festgenommen worden, alles Einheimische, hieß es. Die Attentäter sollen aber Hilfe eines "internationalen Netzwerks" gehabt haben.

Am Dienstag bekannte sich die Dschihadistenmiliz IS (Islamischer Staat) zu den Anschlägen: "Diejenigen, die den Angriff ausgeübt haben, der vorgestern Mitglieder der US-geführten (Anti-IS-)Koalition und Christen in Sri Lanka zum Ziel hatte, sind Kämpfer des Islamischen Staates", hieß es in einer von dem IS-Propaganda-Sprachrohr Amaq veröffentlichten Mitteilung.

Weitere Anschläge, unter anderem nahe dem Flughafen der Hauptstadt Colombo, konnten offenbar vereitelt werden: Sicherheitskräfte entschärften gestern noch mehrere Sprengsätze. Das Außenministerium in Wien warnt: Auf Sri Lanka bestehe ein "hohes Sicherheitsrisiko von weiteren Anschlägen" in den Tourismusregionen.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(G. Plott)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gelächter am 23.04.2019 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Faszinierend!

    Gestern lass ich noch ein Posting eines guten Menschen, der doch steif und fest argumentierte, es sei nichtmal ansatzweise herauszulesen, das es sich um muslimische Attentäter handelt. Und das, obwohl bereits alles Vermutungen, selbst von dieser Regierung, in diese Richtung deuteten. Und heute der Beweis. Mich würde interessieren, ob besagter Poster von gestern jetzt immernoch so verteidigend vor seinen Fundamentalisten steht!

  • Tom am 23.04.2019 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Sagt doch einfach die Wahrheit! Es war ein islamistischer Terroranschlag! Wieso wird das unter den Teppich gekehrt? Ach ja.... Es stehen Wahlen vor der Türe....

  • Avenarius am 23.04.2019 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Vergeltung?

    Wenn die Christen auch alles so vergelten würden, dann gute Nacht. Da würde es nur noch krachen und brennen.

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Menschenverstand am 24.04.2019 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Rassismus

    Ich habe für mich und meine Familie beschlossen das wir kein einziges muslimisches Land mehr besuchen werden!! Ich kenne Dutzende Familien die genauso denken.. da geht es mir um meine Kinder.. deren Sicherheit und Unversehrtheit!!!

  • Wm am 24.04.2019 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Wieso wird gewarnt, lassen sie sich nicht von den Terroristen einschüchtern es kann überall was passieren man ist nirgends 100% sicher Wurde doch von all den Politikern den Bürgern eingeimpft. Doch zurzeit geht's es weltweit mit den Prozenten runter Ich persönlich bin lieber zu 90% sicher als nur zu 25%

  • Seven am 24.04.2019 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Kirchenbrände

    Notre Dame war nicht die einzige Kirche in Frankreich die durch einen Brand beschädigt wurde. Vandalismus an europäischen Kirchen wird medial totgeschwiegen.

  • Roland am 23.04.2019 22:44 Report Diesen Beitrag melden

    Christen

    2019 wurden bereits 1266 Christen getötet...das sind 11 pro Tag! Gab's da Spendenaktionen wie in Christchurch? Christen sind weltweit die am meisten verfolgte Gruppierung, aber dies wird totgeschwiegen.

  • Chu'a Kornnatter am 23.04.2019 22:10 Report Diesen Beitrag melden

    Daumen nach unten

    Ich versteh nur all die Daumen nach unten nicht, soll das heimen, dass das wär für gut befindet, dann sollte man dieser Sache nachgehen! Kein Mensch der Geld kann das für gut befinden, also warum die Daumen nach unten?