Sie forderte Löschung

30. September 2018 08:13; Akt: 30.09.2018 08:13 Print

Schweizer treibt Mädchen mit Nacktfotos in den Tod

Ein Mann aus dem Kanton Zürich hat private Nacktbilder einer 14-jährigen Finnin auf Pornoseiten veröffentlicht. Daraufhin brachte sich das Mädchen um. Nun kommt es zum Prozess.


Ein 14-Jähriges finnisches Mädchen brachte sich nach Sexting mit einem Schweizer um. (Symbolbild) (Bild: keine Quellenangabe)

Ein 14-Jähriges finnisches Mädchen brachte sich nach Sexting mit einem Schweizer um. (Symbolbild) (Bild: keine Quellenangabe)

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Gut ein Jahr ist es her, als sich ein junges Mädchen in Finnland das Leben nahm. Die 14-Jährige zerbrach an privaten Nacktfotos, die auf Pornoseiten hochgeladen wurden. Dafür verantwortlich ist ein Schweizer aus dem Kanton Zürich.

Nun wird dem Mann vor dem Bezirksgericht Uster der Prozess gemacht. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft lauten sexuelle Nötigung und sexuelle Handlungen mit Kindern.

Wie der "Zürcher Oberländer" schreibt, begann alles im Herbst 2016. Der Angeklagte lernte das Mädchen auf einer Chat-Plattform kennen. Täglich tauschten sich die beiden über digitale Kanäle aus. Mit der Zeit schickte der Zürcher dem jungen Mädchen mehrere Nacktfotos zu.

Laut Anklageschrift wollte das Mädchen keine Bilder von sich senden, doch der damals 28-Jährige drängte es dazu. Per Video-Chat forderte er die Finnin außerdem auf, sich Gegenstände vaginal einzuführen.

Drohung ignoriert

Kurze Zeit später lud er die privaten Fotos und Aufnahmen auf ein einschlägiges Portal hoch – mit dem kompletten Namen der 14-Jährigen. Diese forderte die sofortige Löschung der Fotos und kündete an, sich was anzutun, sollte er die Bilder nicht löschen.

Der Mann ignorierte die Aufforderung des Mädchens und ging noch einen Schritt weiter. Er drohte damit, die Bilder ihren Eltern zuzusenden, sollte er keine weiteren intimen Fotos erhalten. Das Mädchen war verängstigt, auch weil der Zürcher ihr erzählte, bereits ein 13-jähriges Mädchen vergewaltigt zu haben. Sie hatte Angst, er würde ihr was antun und wusste keinen anderen Ausweg mehr als sich selbst das Leben zu nehmen.

Kein Zusammenhang mit dem Selbstmord zu beweisen

Trotz des tragischen Schicksals des jungen Mädchens, spielt der Selbstmord keine Rolle in der Anklage. Dies weil kein direkter und rechtlich ahndbarer Zusammenhang mit dem fatalen Ende zu beweisen ist, schreibt der Zürcher Oberländer.

Beantragt ist wohl eine zweijährige Freiheitsstrafe, die allerdings zu Gunsten einer ambulanten Therapie aufgeschoben werden soll. Der Mann sitzt mittlerweile seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • abscheulicher Unmensch am 30.09.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Von wegen Gerechtigkeit

    Ein Kind ist tot und dieser Typ wird bald wieder frei sein.

  • helfen am 30.09.2018 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    katastrophe

    entsetzlich! gesetz ändern! schweiz ist da kein vorbild! für jugendliche anlaufstellen einrichten, die in so krassen, ausweglosen internet-katastrophen kostenlos zur seite stehen!

  • JjunkMail am 30.09.2018 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Armes Mädchen,

    schleißige Eltern. Man darf solchen Kreaturen keine Bühne bieten.Der kommt hoffentlich ewig in den Bau. Also keine Nacktfotos und sonstige Peinlichkeiten. Und falls das doch passiert ist, sich unbedingt jemand Vertrauenswürdigem anvertrauen und um Hilfe bitten. Kein noch so peinliches Foto ist es wert, sich das Leben zu nehmen. Am besten kein FB o.ä. Ich habe nichts davon und brauche es auch nicht.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Darius am 30.09.2018 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Recht

    Die Anwälte haben wohl die schwere Erpressung vergessen? Oder gibt es das nicht in der Schweiz?

  • emmi33 am 30.09.2018 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    abartig

    Abartig ist, was dieser Mann getan hat und nun holt ihn das Gesetz ein

  • Roman Polz am 30.09.2018 13:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    herr

    daß da keiner einen Zusammenhang erkennt ist wohl a übler Scherz! man kann sehrwohl jemanden in den tod treiben. und nur zwei jahre gefängnis ist der nächste scherz. frechheit!

    • Richard am 01.10.2018 02:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roman Polz

      man kann niemand in den Tod treiben, sie hätte auch anders handeln können ...

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  • Andreas am 30.09.2018 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Güte...

    Wie verklemmt und prüde ist unsere Gesellschaft, dass jemanden Nacktfotos in den Suizid treiben können?! Meine Ex hat sich auch für unsere Trennung mit Nacktfotos und "Revenge Porn" an mit gerächt - die einzige die einen Schaden davon getragen hat war sie, weil sie jetzt vorbestraft ist. Jeder Mensch weiß dass wir Sex hatten - wen interessiert irgendein verschwommener Clip oder Bilder wo man mein bestes Stück sieht?! In der Dusche beim Sport sehen es die Leute ja auch... Also, reißt euch Mal zusammen wir sind nicht in Amerika oder Saudi Arabien

  • abscheulicher Unmensch am 30.09.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Von wegen Gerechtigkeit

    Ein Kind ist tot und dieser Typ wird bald wieder frei sein.