Gemetzel geht weiter

27. Februar 2018 13:00; Akt: 27.02.2018 13:25 Print

Feuerpause in Syrien hält nicht, meldet Moskau

Für die syrische Rebellen-Hochburg Ost-Ghuta nahe Damaskus trat Dienstag eine Feuerpause in Kraft, die nicht lange hielt.

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Für die belagerte Rebellenenklave Ost-Ghuta nahe Damaskus trat Dienstag Früh zwar eine ersehnte Feuerpause in Kraft. Die Waffenruhe wurde aber umgehend gebrochen.

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Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Montag angeordnet, dass die Angriffe der von Russland unterstützten syrischen Streitkräfte auf das Gebiet östlich der Hauptstadt Damaskus jeden Tag von 8.00 bis 13.00 Uhr MEZ eingestellt werden. Am Dienstag meldete Moskau jedoch Verletzungen der Feuerpause durch syrische Rebellen.

Fassbomben abgeworfen

Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien meldete vereinzelte Verstöße. Ein Hubschrauber habe zwei Fassbomben abgeworfen, in einigen Orten seien zudem Granaten eingeschlagen. Auch Aktivsten meldeten gelegentlichen Beschuss mit Artillerie. Die Lage sei aber besser als zuvor.

Granaten auf Korridor

Das syrische Staatsfernsehen berichtete zudem, „Terrorgruppen“ hätten fünf Granaten auf einen Korridor gefeuert, durch den Zivilisten das belagerte Gebiet verlassen sollten. Aus Kreisen der syrischen Armee hieß es, dabei seien fünf Soldaten verletzt worden. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

"Hölle auf Erden"

Mit der Waffenruhe soll es den Einwohnern des Gebietes ermöglicht werden, über humanitäre Korridore die Kampfzone zu verlassen. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hat die Lage in Ost-Ghuta zuvor als Hölle auf Erden angeprangert und die Kriegsparteien aufgerufen, die im Sicherheitsrat vereinbarte Waffenruhe umzusetzen. "Ost-Ghuta kann nicht warten", sagte er: "Es ist höchste Zeit, diese Hölle auf Erden zu stoppen." Die Vereinten Nationen stünden bereit, lebensrettende Hilfe in die Rebellen-Enklave zu bringen und Schwerverletzte von dort zu evakuieren.

Giftgas-Einsatz

Nach Angaben der Aufständischen wurde am Wochenende Giftgas eingesetzt. Viele Menschen hätten nach einer "enormen Explosion" Symptome von Chlorgas-Verletzungen gezeigt, berichteten oppositionelle Ärzte. Ein Kind sei gestorben, mindestens 18 Menschen behandelt worden. Russlands Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete diese Berichte nun als Falschmeldungen und Provokation.

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(GP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Censorship am 27.02.2018 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder MVW? Kommt bekannt vor...

    Syrien gewinnt, "dank" seine Verbündeten immer mehr an Boden. Warum sollten die MVW einsetzen und so alles gefährden? Die IS Abkömmlinge überleben nur mehr, weil die UNO permanent Druck macht eingekesselte Truppen freizulassen... Hätte man dies bei der 6. Armee auch getan? "Los, ihr müsst die freilassen".. De Facto besteht die "Rebellenallianz" nur mehr aus mehr, oder weniger gemäßigten Fundamentalisten.. Die Demokraten sind schon lange besiegt... Die Chance Assad abzulösen wurde vor Jahren verspielt, da wollte man sich ja nicht einmischen, mittlerweile ist er das kleinere Übel...

  • Peter Lüdin am 27.02.2018 18:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wer...

    auf den Krieg in Syrien schaut, lernt vor allem eins: Ob Terroristen oder skrupellose Staatschefs; sie alle töten Zivilisten, wenn es in ihre Agenda passt. Wer zuerst schiesst, lebt länger. Das ist die ganze Moral. Und die letzte Frage ist, ob man diese Moral akzeptieren will oder eben nicht.

  • lucifer am 27.02.2018 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    krieg

    nicht jammern ....aufgeben und gut ist es.... weiterkämpfen-weitersterben

Die neuesten Leser-Kommentare

  • lucifer am 27.02.2018 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    krieg

    nicht jammern ....aufgeben und gut ist es.... weiterkämpfen-weitersterben

  • Peter Lüdin am 27.02.2018 18:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wer...

    auf den Krieg in Syrien schaut, lernt vor allem eins: Ob Terroristen oder skrupellose Staatschefs; sie alle töten Zivilisten, wenn es in ihre Agenda passt. Wer zuerst schiesst, lebt länger. Das ist die ganze Moral. Und die letzte Frage ist, ob man diese Moral akzeptieren will oder eben nicht.

  • Politik am 27.02.2018 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Amoklauf

    So lange meine Puffen voll ist, schieße ich.

  • Eliot Ness am 27.02.2018 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Putins Kriegspolitik

    Russland hat schon 11 UN-Resolutionen verhindert, welche eine Untersuchung der Giftgasangriffe einleiten sollten. Nun hat Russland hat die aktuelle UN-Resolution so verwässert, das sie praktisch ungültig ist. Nur 5 Stunden Feuerpause täglich ist kein Ersatz für eine 30tägige Waffenruhe. Aber das Regime und Russland machen mit dem Terror in Syrien weiter, bis die Assad-gegnerische Bevölkerungsmehrheit vertrieben ist. Das ist Assads Kriegsziel.

    • Censorship am 28.02.2018 11:21 Report Diesen Beitrag melden

      @Eliot Ness

      Hätten sie diese 30 tägige Waffenruhe auch für Stalingrad verlangt, damit die 6. Armee sich reorganisieren kann, oder im Schutz der UNO den Kessel verlassen? Wir sprechen hier über zum teil extrem radikale Fundamentalisten, welche Assad "bekämpfen"...

    einklappen einklappen
  • Censorship am 27.02.2018 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder MVW? Kommt bekannt vor...

    Syrien gewinnt, "dank" seine Verbündeten immer mehr an Boden. Warum sollten die MVW einsetzen und so alles gefährden? Die IS Abkömmlinge überleben nur mehr, weil die UNO permanent Druck macht eingekesselte Truppen freizulassen... Hätte man dies bei der 6. Armee auch getan? "Los, ihr müsst die freilassen".. De Facto besteht die "Rebellenallianz" nur mehr aus mehr, oder weniger gemäßigten Fundamentalisten.. Die Demokraten sind schon lange besiegt... Die Chance Assad abzulösen wurde vor Jahren verspielt, da wollte man sich ja nicht einmischen, mittlerweile ist er das kleinere Übel...