Skandal bei Prozessauftakt

25. September 2017 19:27; Akt: 25.09.2017 20:00 Print

Sex-Täter verhöhnt sein Opfer vor Gericht

Im April soll Eric X. (31) eine Camperin vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt haben. Er selbst leugnet nicht nur Tat, sondern beleidigt nun auch das Opfer.

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In Handschellen und Fußfesseln betrat der Ghanaer Eric X. am Montag den Gerichtssaal im Bonner Landesgericht. Begleitet wurde er von zwei Wachtmeistern, die während der ganzen Sitzung hinter ihm standen.

Mit Säge bedroht
Der Fall sorgte über die Grenzen Deutschlands hinaus für blankes Entsetzen: Ein Studentenpärchen wollte Anfang April ein romantisches Camping-Wochenende im Erholungsgebiet Bonner Siegaue verbringen. Am Ende wurde es eine Horror-Erlebnis.

Der 31-Jährige soll sich in der Nacht auf den 2. April an das Zelt des Paares geschlichen haben. "Er schnitt gegen 0.15 Uhr das Zelt der Zeugen auf", las die Oberstaatsanwältin Claudia Trauzettel vor, während Eric X. zuhörte.

Danach soll er die Beiden mit einer Säge bedroht haben. Die Oberstaatsanwältin: "Er zeigte mit der Astsäge auf die Zeugin: ,Come out, bitch. I Wanna fuck you.‘ Die Zeugin kam der Aufforderung nach. Sie hatte Todesangst.

Er lotste sie zehn Meter weg, zwang sie, sich auf eine Decke zu legen, die er mitgebracht hatte. Er zog seine Hose runter und verging sich an ihr. Die Astsäge lag griffbereit in der Nähe." Nach der Tat wäre Eric X. einfach davongelaufen. Aus dem Zelt hätte er noch sechs Euro und eine Lautsprecherbox mitgenommen.

Angeklagte leugnet alles
Der Richter belehrte den Angeklagten, dass er sich zu dem Vorwurf nicht äußern müsste. Seine beiden Anwälte rieten ihm nichts zu sagen. Eric X. tat es doch: "Warum soll ich schweigen über eine Tat, von der ich nichts weiß? Ich will eine Aussage machen."

Und diese Aussage hatte es in sich. Das Gericht hielt ihm vor, dass seine DNA zu den Spuren am Opfer passen würden. Eric X. meinte dazu: "Wenn das Gericht sagt, die DNA passt, dann muss ich das Mädchen eine Prostituierte nennen." Und weiter: "Jeder, der dieses Mädchen unterstützt, das behauptet, vergewaltigt worden zu sein, ist der dreckigste Mensch auf Erden."

Opfer müssen aussagen
Das Gericht wies daraufhin, dass Eric X. sich zu der Tatzeit nicht in seiner Flüchtlingsunterkunft befand, sondern erst um 3.06 wieder zurückgekehrt ist. Darauf meinte der Angeklagte zum Richter: "Wissen Sie was. Ich habe keine Zeit, diese Märchengeschichte hier zu hören."

Dadurch, dass Eric X. die Tat nicht gesteht, muss das Opfer nun ebenfalls aussagen. Am Sonntag erschien sie noch nicht vor Gericht. Die Situation sei sowohl für die 23-Jährige als auch für ihren Freund zu belastend.

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(slo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gerdschibärli am 25.09.2017 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    viel Spaß in 2 bis 3 Jahren....

    was glaubst was aus dem wird wenn der wieder aus der Haft raus kommt, kein Unrechtsbewusstsein, Tat uneinsichtig, Resozialisierung null.....

    einklappen einklappen
  • Buerger am 25.09.2017 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ernsthaft?

    Also er leugnet alles und weiß von nichts, aber sobald man es ihm nachweisen kann wär die Frau eine Prostituierte? Die Höchststrafe wäre das mindeste welches soeiner ausfassen sollte. Schade das wir hierzulande kein Zuchthaus mehr haben für solche Unmenschen.

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  • Mike am 25.09.2017 20:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ihm wird man es sicher noch lernen

    Bis der rauskommt gibt es gewisse Gruppen für ihn die ihm Benehmen lernen das er nie vergisst

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Censorship am 26.09.2017 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Dennoch nur 8% verloren..

    Und Frau Merkel, sprachlos?

  • Gerhard Hinkshammer am 26.09.2017 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Bin gespannt auf das Urteil

    woww gleich 2 Anwälte! Woher hat der soviel Geld? Wäre vielleicht nicht schlecht wenn man diesem Umstand auch nachgehen würde. Außerdem verhöhnt er nicht nur das Opfer, sondern auch das Gericht, wenn er sagt, dass er keine Zeit hat sich das anzuhören.

  • Bertl Kral am 26.09.2017 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Seine beiden Anwälte rieten ihm nichts zu sagen.

    WER bezahlt so einem Tier gleich 2 (!!) Anwälte ??? Unverständlich auch, daß ein "Mann" bzw "Freund" dabei sogar ohne etwas zu unternehmen zusieht !!! Echt schlimm, was aus vielen Bürgern geworden ist- egal aus welchen Gründen wie politischer Schutz der Täter, oder einer Astsäge, welche maximal eine Fleischwunde verursachen kann - hätte ich den entweder erwürgt oder ...... !

  • Börnsn am 26.09.2017 06:53 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Also ich kann mir das nicht vorstellen...wenn ich an der Stelle des Freundes gewesen wäre hätte er mir erst alle gliedmaße abschneiden müssen um zu meiner Freundin zu kommen aber bitte? Was hat der Freund gemacht als die beiden aus dem Zelt raus sind? Eine geraucht und gewartet bis Sie sie fertig sind?

  • Reiter-Kletzander am 25.09.2017 22:51 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Wenn die Beweise seine Tat beweisen, warum brauchen sie dann eine Zeugenaussage ? Will das Gericht niemanden verurteilen?