Mit 13 Jahren in Haft

07. Juni 2019 18:36; Akt: 09.06.2019 16:13 Print

Weil Bub demonstrierte, soll er geköpft werden

Vor fünf Jahren wurde Murtaja in Saudi-Arabien verhaftet, weil er sich für die Menschenrechte einsetzte. Nun droht ihm die Todesstrafe.

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Seit seinem zehnten Lebensjahr ging Murtaja regelmäßig auf die Straße, um zu demonstrieren. In Flip-Flops zog er auf einem Fahrrad durch die Gassen Saudi-Arabiens und rief: "Die Leute wollen Menschenrechte". Teilweise wurde er von anderen Kindern begleitet. Drei Jahre lang ging das so. Als 13-Jähriger wurde er schließlich verhaftet. Das war vor mittlerweile fünf Jahren.

Seitdem sitzt Murtaja in Haft. Nun soll ihm der Prozess gemacht werden. Die Anklage: Er sei Mitglied einer Terror-Gruppe. Deshalb droht ihm nun die Todesstrafe. Und zwar eine brutale: Der junge Mann soll mit einem Schwert geköpft und anschließend gekreuzigt werden. Man will den verstümmelten Körper zur Schau stellen.

Todesstrafe nach Fake-Geständnis

Die Anklage basiert auf ein Geständnis, welches er unter Folter abgelegt haben soll. Laut Staatsanwaltschaft sagte er, dass er auf Polizisten geschossen habe und seinem Bruder beim Bau eines Molotowcocktails half. Beweise dafür gibt es aber keine.

Aktivisten betonen immer wieder, dass die Proteste während des arabischen Frühlings äußerst friedlich abgelaufen sind. Gewalt sei nur seitens der Polizei ausgegangen.

In diesem Jahr wurden bereits Dutzende Menschen geköpft. An einem Tag im April sogar 37 Personen. Einer unter ihnen war etwa Munir al-Adam. Auch er soll laut Menschenrechtsorganisationen gefoltert worden sein. Dabei habe er auf einem Ohr das Gehör verloren. Vor Gericht wurde sein vermeintliches Geständnis vorgelesen. Al-Adam rief daraufhin, dass das nicht seine Worte seien, sondern die eines Beamten. Am Ende wurde er trotzdem getötet.

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(slo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ottakringer 50 am 07.06.2019 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nützt die Gelegenheit

    Wo sind hier die Berufsaktivisten und Vorortdemonstranten gegen ... ? Dort können sie sich wichtig machen und etwas bewegen

  • tom am 07.06.2019 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mag.

    traurig geht die Welt zu Grunde. das grösste Monster- der Mensch !

  • Fritz L. am 08.06.2019 00:32 Report Diesen Beitrag melden

    Einsatz gefragt

    Die diversen Berufsdemonstrierer könnten sich doch da mal sinnvoll wichtig machen, anstatt herumzusitzen und die Polizei zu provozieren und dann sich auch noch wegen "ungerechter Behandlung" aufzuregen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Herbert am 08.06.2019 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demonstrieren nicht gut

    Hoffentlich geht es schnell. Aber die Henker dort sind die besten.

  • Joe P. am 08.06.2019 15:56 Report Diesen Beitrag melden

    Aber nicht jede Woche

    Aber nicht jeden Freitag (wird geköpft), sagte doch eine österreichische Richterin, oder war es eine Ministerin?

  • Thirona Sul am 08.06.2019 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen...

    ...im rückschrittlichen Zeitalter der falschen Machthaber...

  • Jack Links am 08.06.2019 07:26 Report Diesen Beitrag melden

    Täter

    Todesstrafe ist zu hart, ist aber schon auch die Frage ob diese tatsächlich verhängt wird. Angedroht ist noch nicht vollstreckt. Ansonsten soll der Junge bestraft werden wenn er Unrecht begangen hat, das ist Recht! Wenn hat er in vollem Bewusstsein andere geschädigt oder es zumindest versucht, so intelligent hätte er schon sein müssen dass er dafür Konsequenzen tragen muss. Das Alter schützt meines Erachtens nur bedingt bei voller Absicht. Im Übrigen sind es die Regeln seines Landes in dem er lebt und an die er sich halten sollte

  • Arno am 08.06.2019 06:56 Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind die Berufs-DemonstrantInnen?

    Da wird in einem Land öffentlich geköpft, gekreuzigt und die Gliedmassen abgetrennt. Im Jahr 2019! Wieso wird nicht dagegen demonstriert, damit die Menschen dort ein würdiges Leben führen können?