Dank Schlupflöchern

18. Februar 2019 13:49; Akt: 18.02.2019 13:50 Print

Amazon: Keine Steuern trotz 11,2 Mrd. $ Gewinn

Der Online-Handelsriese Amazon hat in den USA im vergangenen Jahr 11,2 Milliarden US-Dollar an Gewinn erwirtschaftet und dabei gleichzeitig keinen Cent Steuern gezahlt.

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Der Online-Versandhändler Amazon hat im Jahr 2018 seinen Gewinn auf sage und schreibe 11,2 Milliarden US-Dollar (umgerechnet knapp 10 Milliarden Euro) verdoppelt. Amazon-Gründer Jeff Bezos kann sich gleich doppelt freuen: Zum einen setzte er sich im vergangenen Jahr damit an die Spitze der reichsten Menschen der Welt; zum anderen muss Amazon für den Rekord-Gewinn keinerlei Steuern abführen. Das berichtet das Institut für Besteuerung und Wirtschaftspolitik (ITEP), ein US-Thinktank.

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Die Körperschaftssteuer in den USA liegt nominell bei 35 Prozent, US-Präsident Donald Trump hat sie im vergangenen Jahr auf 21 Prozent gesenkt. Dank Abschreibungen, Sonderregelungen und juristischen Schlupflöchern hat Amazon im Jahr 2018 nicht nur keinerlei Steuern zahlen müssen, sondern sogar eine Gutschrift erhalten.

Steuererleichterung für Gehälter in Form von Aktien

Besonders stark hat sich dabei eine Steuererleichterung für Gehälter, die in Form von Unternehmensbeteiligungen ausgezahlt werden, ausgwirkt. Allein dafür hat sich Amazon im vergangenen Jahr knapp eine Milliarde US-Dollar an Steuererleichterungen erhalten – das entspricht etwa der Hälfte der ursprünglich festgelegten Steuersumme.

In den Jahren von 2009 bis 2018 hat Amazon insgesamt rund 26,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet etwa 23,4 Milliarden Euro) an Gewinn erwirtschaftet. Im selben Zeitraum zahlte das Unternehmen insgesamt 791 Millionen US-Dollar an Steuern. Die umgerechnet rund 698 Millionen Euro entsprechen einem effektiven Steuersatz von gerade einmal 3 Prozent.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ewald am 18.02.2019 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ekelhafte Gier

    Reinste Wettbewerbsverzerrung. Unzählige Unternehmen, die Amazon ruiniert hat, hatten hingegen keine Möglichkeit der Steuervermeidung. Mir ist dieser Laden und seine menschenverachtende Philosophie zutiefst zuwider und daher kaufe ich dort auch nichts.

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  • schurkraid am 18.02.2019 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    oh mann

    einfach wahnsinn wenn man bedenkt hier verdannt man peo jahr 32.000 und kann 6000 davon an steuern zahlen. und dieser man bekommt 11 millarden und bekommt steuerentlastung was eine verkehrte welt

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  • Der letzte Wiener am 19.02.2019 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Das ...

    ist ja nix neues! In Brüssel und Washington gibt es seit Jahren bestens bezahlte Lobbyisten die korrupten Politikern und "Entscheidungsträgern" regelmäßig Kuverts und andere Zuwendungen übergeben, damit die dann halt für die richtigen Gesetze und auch Steuerausnahmen und - regelungen zugunsten der Konzerne sorgen. Wer noch glaubt, daß die EU jemals für die kleinen Leute da sein hätte sollen... arm...

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Vorstadtmama am 20.02.2019 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    Schuld sind die Staaten..

    die die Steuern, die ihnen zustehen, nicht eintreiben.

  • Darek am 19.02.2019 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Na klar was denn sonst

    Ja natürlich und muss man als "normaler" Mensch um seine Familie zu versorgen, noch einen zweiten zusätzlichen Job ausüben, zahlt man länge mal breite dann Sozialversicherung und eben Steuern zurück, dass dann letztendlich eh nichts mehr davon überbleibt! Ganz Toll und fair unsere Gesellschaft, Bravo stolz könnt´s sein!

  • Der letzte Wiener am 19.02.2019 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Das ...

    ist ja nix neues! In Brüssel und Washington gibt es seit Jahren bestens bezahlte Lobbyisten die korrupten Politikern und "Entscheidungsträgern" regelmäßig Kuverts und andere Zuwendungen übergeben, damit die dann halt für die richtigen Gesetze und auch Steuerausnahmen und - regelungen zugunsten der Konzerne sorgen. Wer noch glaubt, daß die EU jemals für die kleinen Leute da sein hätte sollen... arm...

    • Steffi am 20.02.2019 08:23 Report Diesen Beitrag melden

      Genau gleich

      Ach und Kurz&Strache schon, oder wie? Die sind doch genau gleich, und die österreichischen Entscheidungsträger in der EU.

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  • Patrick am 19.02.2019 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gscheid is a!

    Da NEID is a hund!!!!! :) In österreich müsste er mehr als die hälfte abgeben. Dann wundern sich die politiker wenn KEINE große firma nach at komm oder hier bleibt..!

  • Gustav am 19.02.2019 04:59 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern direkt an das jeweilige Land

    ja zahlen, aber das Geld dem jeweiligen EU-Land abliefern wo es anfällt und nicht an die EU Zentrale zur Finanzierung der Geldumverteilung