Die Einigung im Detail

02. Dezember 2018 07:52; Akt: 02.12.2018 15:38 Print

Das steht im neuen Bahn-KV

Die Einigung bei den Lohnverhandlungen im Eisenbahnsektor kam in der 10. Runde. Für die Gewerkschaft ist klar, dass dies nur mit dem Bahnstreik möglich war. Die Details hier.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Für die circa 40.000 Beschäftigten bei der Eisenbahn gibt es 3,4 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Darauf einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft nach 16 Stunden Verhandlungsmarathon - "heute.at" berichtete hier.

Hier sind die wichtigsten Punkt des neuen Bahn-Kollektivvertrags:

Blaulichttag für ehrenamtliches Engagement

Viele Eisenbahnerinnen und Eisenbahner sind in ihrer Freizeit ehrenamtlich bei der freiwilligen Feuerwehr oder im Rettungsdienst tätig. Dieses ehrenamtliche Engagement wird mit einem Tag Sonderurlaub pro Jahr belohnt.

Mehr selbstbestimmte Freizeit

Die knappe Personalsituation führt in den meisten Eisenbahnunternehmen zu immer mehr Zeitausgleichsstunden bei den Beschäftigten. Erholungsphasen und geblockte Freizeit werden deshalb immer wichtiger. Die Gewerkschaft vida hat erreicht, dass die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner ab 1.1.2020 mehr Selbstbestimmungsrecht beim Verbrauch von Zeitausgleich haben.

Entlastung bei der Nachtarbeit

Um den besonderen Belastungen der tausenden Schichtarbeiterinnen und Schichtarbeiter in der Bahnbranche gerecht zu werden, steht den Beschäftigten je nach Kollektivvertrag ein Zeitzuschlag für Nachtarbeit bzw. ein Zusatzurlaub von bis zu sieben Tagen zu.

8,5 Prozent höhere Einstiegsgehälter für eisenbahnspezifische Berufe


Zur Bekämpfung des akuten Personalmangels bei den österreichischen Bahnen – rund 7 Millionen Überstunden werden heuer anfallen – werden Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger im neuen Kollektivvertrag mit einem durchschnittlichen Plus von 8,5 % bei den Einstiegsgehältern für die eisenbahnspezifischen Berufe belohnt.

Kräftige reale Erhöhung bei KV- und IST-Gehältern

Neben den Verbesserungen im KV-Rahmenrecht konnten auch deutliche prozentuelle Gehaltserhöhungen erreicht werden: Rückwirkend mit 1.7.2018 werden die IST- und KV-Gehälter sowie die valorisierbaren Nebengebühren für alle Eisenbahn-Kollektivverträge um 3,4 Prozent erhöht.

Mehr Geld für die Eisenbahn-Lehrlinge

Die rund 1.600 Lehrlinge in Österreichs Eisenbahnunternehmen leisten tagtäglich einen wichtigen Beitrag für die Zukunft ihrer Branche. Mit 1.3.2019 werden die Lehrlingsentschädigungen um durchschnittlich 6,5 Prozent angehoben.

Bahnstreik am vergangenen Montag - alle Fotos:
Bahnstreik nach KV-Verhandlungen

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(Red)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Habakuk am 02.12.2018 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Danke an die Steuerzahler!

    Ich hoffe, die ÖBB-ler bedanken sich formvollendet bei den Steuerzahlern und nicht bei der Gewerkschaft. Denn wer bezahlt denn all das bei einem jährlichen Milliardenverlust der Vergangenheit und ebenso der nächsten Jahrzehnte - der STEUERZAHLER!!!

    einklappen einklappen
  • Pangea am 02.12.2018 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zusperren

    Zusperren und verschrotten und die so ausgebeuteten Eisenbahner in die Privatwirtschaft entlassen, dann können sie ja ihre Qualifikationen zu dem Preis anbieten den sie für würdig halten. Aber in einem geschützten Bereich leben und dann noch so unverfroren zu sein geht gar nicht. Und wenn schon auf die Westbahn hingehakt wird, die liegt wenigstens nicht dem Steuerzahler am Säckl

  • Samuel am 02.12.2018 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Finde ich gut!

    Wir sollten alle mehr streiken gehen wie die in Frankreich! Wenn man bedenkt das genau die Menschen alles am Laufen halten die meist nicht so viel Bezahlung bekommen finde ich das in Ordnung. Stellt euch mal vor alle Feinkost Mitarbeiter würden streiken? Keine Wurstsemmeln mehr da könnte man doch Überall streiken :D Politiker bekommen bis zu 20.000 im Monat und machen rein gar nichts. Lasst uns doch alle mal für einen Tag streiken um der Regierung zu zeigen das wir es satt haben.

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Franz maier am 03.12.2018 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Bin 62 und noch immer berufstätig, ein Freund von mir war bei der ÖBB in der Druckerei und ist seit 12 Jahren schon in Pension, wer soll das bezahlen????

  • Guziwuzi am 02.12.2018 22:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr könnt Stolz sein!

    Gratuliere nach erfolgreicher Erpressung durch Streik, zur erstrittenen Gehaltserhöhung auf kosten der Bahnkunden und der Steuerzahler!!

  • schurkraid am 02.12.2018 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tja

    super und ich hab noch nie mehr als 1.5% in meiner branche gesehn die frage ist will ich das überhaupt? da meine firma nicht von steuerzahlern finanziert wird . wird anders gespart... mehr stress,druck angst um den job steigt... mehr geld bringt mir somit auch nix

  • zachaeus am 02.12.2018 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Im nächsten Leben

    Mit 18 habe ich zu Arbeiten begonnen und mich 40 Jahre durchgekämpft. Mit 30 habe ich mir geschworen: Im nächsten Leben werde ich Lehrer oder ich gehe zur Bahn. Da hast jede Menge Freizeit und Krankenstände wann immer du willst. Wenn jetzt die "Verhandler" glauben, das mit mehr Urlaub abzudrehen, klingt das irgendwie paradox. Sie meinen, ich müßte mich erst für diese Beschäftigungen qualifizieren? Ich nehm mir ein Parteibuch, das öffnet alle Türen.

  • Pangea am 02.12.2018 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zusperren

    Zusperren und verschrotten und die so ausgebeuteten Eisenbahner in die Privatwirtschaft entlassen, dann können sie ja ihre Qualifikationen zu dem Preis anbieten den sie für würdig halten. Aber in einem geschützten Bereich leben und dann noch so unverfroren zu sein geht gar nicht. Und wenn schon auf die Westbahn hingehakt wird, die liegt wenigstens nicht dem Steuerzahler am Säckl