Bis zu 10.000 Euro

22. August 2017 16:38; Akt: 22.08.2017 17:31 Print

Diesel-Gipfel: Ökoprämie jetzt auch in Österreich

Am "Diesel-Gipfel" einigten sich Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) und die Auto-Importeure auf Prämien beim Umstieg auf saubere Autos.

Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ):

Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ): "Haben mehr erreicht als beim deutschen Diesel-Gipfel". (Bild: Sabine Hertel)

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"Wir haben für die österreichischen Autofahrer mehr erreicht, als am deutschen Diesel-Gipfel beschlossen wurden", freute sich Minister Leichtfried. Er hatte sich am Dienstag mit Vertretern der Automobilimporteure sich auf Sofortmaßnahmen für österreichische Dieselfahrer geeinigt.

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Die Autohersteller bezahlen künftig nicht nur eine Ökoprämie, sondern liefern künftig auch Software-Updates für 600.000 Pkw und zusätzliche Anreize für wechselwillige Autofahrer. Fast alle großen Autokonzerne beteiligen sich an der Aktion.

Höhe der Prämie noch offen

Die Höhe der Prämie ist noch offen und werde vom jeweiligen Hersteller in den nächsten Tagen bekannt gegeben. "Im besten Fall wird die Gesamtprämie über 10.000 Euro liegen", versprach Leichtfried. Die Umstiegsprämie soll unabhängig von geschäftsüblichen Rabatten ausbezahlt werden.

Diese Prämie wird sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammensetzen. Zur Basis-Ökoprämie von maximal 4.000 Euro, die schon jetzt beantragt werden kann, kommt eine Umstiegsprämie, die von den Autoherstellern bezahlt wird, und deren Höhe noch offen ist. Einen besonderen Bonus soll es dann noch zusätzlich für den Umstieg auf ein E-Auto geben. Das System soll ab Mittwoch gelten, so Leichtfried.

Die Basis-Ökoprämie wird aus dem 70-Millionen-Förderungspaket des Bundes bezahlt, das über mehrere Jahre läuft und zu emissionsarmen Verkehr führen soll.

"Kein Interesse der VP-Ministerien"

Leichtfried klagte, dass bei ÖVP-geführten Ministerien "kein Interesse" an einer befriedigenden Lösung für Österreichs Autofahrer gegeben habe.

Der Diesel-Gipfel soll der Startschuss für Leichtfrieds "Abgasstrategie 2030" sein. Ab dann sollen in Österreich nur mehr schadstofffreie Fahrzeuge unterwegs sein, verkündete der Minister. Leichtfreid betonte, dass er dieses Ziel "ohne Verbote" erreichen wolle.


Kritik von Umweltschützern

Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 zeigt sich schon im Vorfeld schwer enttäuscht über die "mageren" Ergebnisse des Dieselgipfels: "Statt die Autohersteller in die Pflicht zu nehmen, lässt man sie billig davonkommen. Die österreichische Bevölkerung wird das mit hoher Gesundheitsbelastung teuer bezahlen. Wirksame technische Nachrüstungen fehlen völlig, stattdessen kommt im Wesentlichen das Versprechen auf fragwürdige Software-Updates. So lässt sich das massive Problem um Luftschadstoffe nicht mal ansatzweise lösen. Wir brauchen jetzt eine neue Mobilitätspolitik für Österreich, die auf nachhaltige Mobilitätsformen setzt und den Sprung weg von der veralteten Verbrennungstechnologie schafft", kritisiert Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000.

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(GP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tschogal am 22.08.2017 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wichtigmacher

    Ja und allen Grün-Wählern und Mitgliedern von Global 2000 gehört sofort der Führerschein entzogen und ein Flugverbot erteilt!!

  • Kasi am 22.08.2017 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    diesel

    was ist mit den lkw? vor allem aus dem ostblock? postbusse,busse für fernreisen usw.haupsache man geht den dieselfahrern auf die nerven,der diesel wurde früher hochgelobt!

  • Hans am 22.08.2017 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Welches Parlament hat L. ermächtigt?

    Mir gehen diese Dieselgipfel auf den Keks. Hat irgend jemand von diesen Öko-Blitzmerkern oder dieser Leichtfried mal auf einem Bierdeckel nachgerechnet, dass bei Durchsetzung der Elektromobilität die meisten Österreicher auf ein eigenes Auto verzichten müssen? Oder dass bis 2050 wir entweder im Winter im Kalten sitzen oder sämtliche Alpenschluchten mit Pumpspeicherwerken zugebaut werden müssen? Herr Leichtfried, sagen Sie bitte den Österreichern, welches Konzept sie haben und zwar jetzt! Alles andere ist Betrug am Wähler.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • manuela am 26.08.2017 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    ist doch alles klar

    die wollen doch nur ihre Eautos anbringen und bitte hört auf von umweltverschmutung und belastung zu reden schaut lieber auf die ganze lkw,kreuzfahrtschiffe und flugzeuge wie die die umwelt belasten darüber verliert man kein wort aber auf die kleinen autofahrer losgehen das könnt ihr was ihr macht ist alles augenauswischerei

  • Richard S. am 25.08.2017 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schuld ist die Steuerpolitik

    Unabhängig vom Abgasskandal, haben wir in Österreich viel zu viele Diesel-PKW. Schuld daran ist unsere Motorbezogene Versicherungssteuer, denn wenn ein moderner Diesel besser geht als ein gleichstarker Benziner, nimmt man sich natürlich die, die als lange Zeit fälschlicher weiße als umweltfreundlich bezeichnete, Dreckschleuder. Um dieses Problem einiger maßen in den Griff zu bekommen hätten unsere unfähigen Politiker schon vor Jahren reagieren müssen, und die Diesel-PKW höher besteuern, oder auf die Besteuerung vom Hubraum umstellen.

  • Retasa am 23.08.2017 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    Das Problem nur aus dem Lande schaffen?!

    Leider wird mit Prämien für einen Umstieg auf ein neues KFZ primer nur die Schadstoffbelastung im kleinen Österreich verringert. Aber was ist mit all den alten Fahrzeugen? Diese werden nicht vernichtet sondern kommen in andere Länder wie Afrika,... wo die Schadstoffe froh weiter in die Luft geblasen werden. Dieser Gesichtspunkt sollte auch einmal unter die Lupe genommen werden!

  • Albert Schüller am 23.08.2017 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    Jörg Leichtfried

    Einer deer schwächsten Minister, die wir je hatten!

  • Free am 22.08.2017 21:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ökoprämie

    Warum nimmt man nicht die Erzeuger von Autos, LkW und Autobusse in die Plicht, das heißt nicht beim Autofahrer anfangen bzw. der kann für Diesel und Benzin Autos nichts dafür. Und wieder darf die Ökoprämie der Steuerzahler mitfanzieren. Hier läuft einiges falsch in dieser Regierung!