Uber-Chef

12. Juli 2019 14:24; Akt: 12.07.2019 15:20 Print

"Mit fixen Preisen ist Uber nicht mehr möglich"

Martin Essl, Chef von Uber Österreich, spricht mit "Heute.at" über seine letzte Taxifahrt, die Zukunft der Mobilität und den Beschluss des Parlaments.

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In seiner letzten Plenarsitzung vor der Sommerpause haben ÖVP, SPÖ, FPÖ und Liste Jetzt die Zusammenlegung der Taxi- und Mietwagengewerbe beschlossen. Das soll gleiche Regeln (und fixe Preise) für alle bringen. Das Gesetz wurde mit dem Beinamen "Lex Uber" bedacht, denn der US-Fahrdienstvermittler sieht sich seiner Existenzgrundlage beraubt.

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"Wenn das Gesetz im September 2020 so kommt, wie es jetzt beschlossen wurde, werden Uber und andere Vermittlungsplattformen nicht mehr in der Lage sein, Services wie UberX weiter anzubieten." So drückt es Martin Essl, Chef von Uber Österreich, gegenüber "Heute.at" aus. Man wolle sich in den kommenden Monaten weiter für konstruktive Gespräche einsetzen.

Andere Länder "deutlich fortschrittlicher"

Essl ist aber deutlich: "Mit diesem Gesetz bildet Österreich im internationalen Vergleich eher das Schlusslicht, was die Regulierung von neuen Mobilitätsformen betrifft." In anderen europäischen Ländern wie Polen, Frankreich, Deutschland, Norwegen oder Kroatien sei die Politik "deutlich fortschrittlicher".

Und um wie viele Fahrer geht es konkret? Laut Essl, der sich gar nicht mehr daran erinnern kann, wann er das letzte Mal mit einem Wiener Taxi gefahren ist, arbeitet Uber in Österreich aktuell mit knapp 300 Mietwagenunternehmen zusammen. Diese wiederum beschäftigen rund 3.000 Fahrer, die regelmäßig die Uber-App nutzen.

Uber stellt für die Unternehmer die Plattform bereit, die Generierung von Fahrt-Anfragen, Zahlungsabwicklung sowie Marketing- und Support-Dienstleistungen. Dafür gehen 25 Prozent des Fahrpreises an das US-Unternehmen.

Gleicher Kollektivvertrag

Mietwagenfahrer und die Taxler unterliegen demselben Kollektivvertrag, laut einem Bericht des "Falter" werden viele Uber-Fahrer geringfügig angestellt und erhalten eine zusätzliche Lohnauszahlung. Martin Risak, Arbeitsrechtsexperte an der Uni Wien, nennt das in dem Artikel "Schwarzarbeit und Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern".

"Wir bieten unseren Partnern die Möglichkeit, sich bei Problemen jeglicher Art an uns zu wenden, und haben dies auch in unserem Verhaltenskodex festgehalten", so Essl. Er verweist auf Support-Center in Wien, "in denen sich sowohl Fahrer als auch Unternehmer fast täglich persönlich von unserem Team beraten lassen können". Beschwerden oder Hinweise auf Verstöße werden laut dem Chef von Uber Österreich "an die jeweiligen behördlichen Stellen" weitergegeben.

Pause nach zwölf Stunden

Zudem verweist Essl auf eine Funktion der Uber-App. Fahrer können maximal zwölf Stunden am Stück mit der App online sein, dann werden sie automatisch abgemeldet und müssen eine mindestens sechsstündige Pause einlegen. "Die Einhaltung und Kontrolle der gesetzlichen Vorschriften liegt aber letztendlich immer bei unseren Partnerunternehmen", so der Manager.

Dem Gesetzesbeschluss war ein langer Krieg zwischen Uber und Wiener Taxiunternehmern vorangegangen. Ob die Taxler technische Entwicklungen verschlafen hätten? "Da gibt es sicherlich unterschiedliche Meinungen", so Essl. "Ich persönlich schätze es jedenfalls sehr, dass Apps wie Uber es heutzutage möglich machen, viel transparenter, sicherer und nachhaltiger unterwegs zu sein als früher."

Blick in die Zukunft

Derzeit arbeitet Uber an Flugtaxis. 2020 soll "UberAir" in Los Angeles, Dallas und Melbourne getestet werden. "Hoffentlich können wir dann im Jahr 2023 erste kommerzielle Flüge anbieten", sagt Essl. Wo genau? Noch unklar."Sicher ist jedoch, dass wir uns auf die Städte und Länder fokussieren werden, die Interesse signalisiert haben und mit denen wir in enger Partnerschaft zusammenarbeiten können", so der Uber-Chef.

Auch selbstfahrende Autos werden noch einige Jahre auf sich warten lassen. "Unser Ziel ist es, den Menschen eine Alternative zum eigenen Auto zu ermöglichen und ihnen eine Reihe von Mobilitätsoptionen – wie Autos, Fahrräder oder den öffentlichen Personennahverkehr – innerhalb der Uber-App anzubieten", sagt Essl und weist unter anderem auf "UberGreen" hin. "Bei diesem Service kann man über die Uber.App eine Fahrt in einem Elektro- oder Hybridfahrzeug bestellen und damit emissionsarm unterwegs sein." Und das zum gleichen Preis wie "UberX".

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(lu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blackstone am 12.07.2019 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für ein Service?

    Hallooooo Gesetzbrechen ist kein Service!! Wenn alle Unternehmer so arbeiten wie Sie und keine Steuern zahlen, können diese die Preise bis zu den Knöcheln runter lassen! Pfui Teufel!

    einklappen einklappen
  • Speedy am 12.07.2019 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uber

    Uber hat nur im Sinn 25Prozent vom Fahrpreis zu nehmen. Zahlen wenig Steuern und haben fast keine Kosten. Kauft Uber Fahrzeuge, kümmert sich um die Wartung, oder braucht fixe Parkplätze?

    einklappen einklappen
  • Hans am 13.07.2019 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wien wird auch aushalten

    Andere Länder -Slowenien,Ungarn,Slowakei,Tschechien,Deutschland,Italien -kein Uber .

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Peda am 14.07.2019 09:32 Report Diesen Beitrag melden

    Erfahrungsbericht Uber Flughafenfahrt

    Nach der Vorbestellung am Vorabend für 4:40 kam die Nachricht, dass Uber nicht garantieren kann, dass ein Fahrer die Fahrt annimmt. Service sieht schon mal anders aus und richtig gut habe ich nicht geschlafen mit dieser Nachricht. Der Fahrer kam, erzählte seine Fluchtgeschichte aus Syrien, seinen Leodensweg und dass er mind. 12h arbeitet 7 Tage die Woche. Er muss 600 pro Woche an seinen Mietwagenunternehmer abführen. Wenig überraschend war ich dann über die Aussage er wollte schon nach Hause weil er schon so lange fährt nahm die Fahrt trotzdem an. Sicher fühlte ich mich auch nicht...

    • Johanna am 14.07.2019 21:37 Report Diesen Beitrag melden

      Unverständlich !

      Ganz ehrlich wegen ein paar Euro weniger nehme ich es nicht in Kauf einen Flug zu versäumen und noch dazu eine unruhige Nacht zu haben um dann mit einem schwer übermüdeten Uber Fahrer über die Autobahn zu kutschieren ! Da bestell ich mir lieber ein reguläres Taxi zu einem Pauschalpreis von 36 und bin auf der sicheren Seite ! Aber so sans hoilt die Geiz ist Geil Kunden !

    • Sonia am 14.07.2019 21:49 Report Diesen Beitrag melden

      Geiz ist geil

      Und was hat man da gespart in Vergleich zu Taxipauschale Wien-Schwechat für 34 Euro ?

    einklappen einklappen
  • Text am 14.07.2019 00:36 Report Diesen Beitrag melden

    Steuer oder ??

    Natürlich darf Uber die Gesetze "situationselastisch" befolgen. Bei ca. 2500 Mietwägen bei denen ein Wagen ca. 100.- Umsatz lukriert (tief gestapelt), sind das TÄGLICH Einnahmen von ( 25% von 250 000) 62 500.-. Von diesen 62 500 bezahlt Uber natürlich Steuern. NEIN machen sie nicht, den Uber macht keinen Gewinn sondern muss diesen als "Lizenzgebühr" nach USA abliefern. Somit keine versteuerbare Einnahme vorhanden. Jedem der diese "Geiz ist geil" Mentalität unterstütz, würde ich raten mal seinen Arbeitsplatz zu überdenken und darüber nachzudenken wie es ihm gefallen würde wen jemand kommt um se

  • Sabsi1984 am 13.07.2019 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    uber ist zwar gut für die die billig von a nach b kommen wollen.jedoch wennst fahrer Bist wirst nur abgezockt meine meinung

  • Ayhan am 13.07.2019 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    Taxler

    Können Sie und dürfen Sie haus gemachte sandwich in Mc Donalds verkaufen? Uber ist genau das . n einem wirtschaftsraum pirraten arbeit

  • Karl Max am 13.07.2019 18:33 Report Diesen Beitrag melden

    @babsi

    Ist ihnen vermutlich egal, ob die bei uns Steuern zahlen oder nicht. Wenn keine Firmen mehr Steuern zahlen würden, würde am 1. auf Ihrem Konto keine Mindestsicherung sein. Oder was glauben Sie, wer die bezahlt? Steuerhinterzieher bestimmt nicht.