Rendi-Wagner will Mieter entlasten

27. November 2018 14:25; Akt: 27.11.2018 16:20 Print

Mietervereinigung unterstützt 3-Punkte-Plan

Der von Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) vorgestellte 3-Punkte-Plan zur Senkung der Wohnkosten wird von der Mietervereinigung unterstützt.

Mieter sollen entlastet werden. (Bild: iStock)

Mieter sollen entlastet werden. (Bild: iStock)

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Die Schere zwischen Einkommen und Wohnkosten geht immer weiter auf, weil die privaten Mieten Jahr für Jahr deutlich stärker steigen als die Löhne. Besonders für junge Menschen wird es immer schwieriger, in den Städten überhaupt noch leistbare Wohnungen zu finden, wie die Erfahrungen der Mietervereinigung Österreichs (MVÖ) zeigen. Bei vielen Mietern würden allein die Wohnkosten schon 40 Prozent des Einkommens ausmachen.

Umfrage
Sind die Wohnkosten in Österreich zu hoch?
9 %
5 %
20 %
66 %
Insgesamt 221 Teilnehmer

SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner hat beim Bundesparteitag am Samstag einen 3-Punkte-Plan zur Senkung der Wohnkosten präsentiert. Der Plan sieht vor, die Mehrwertsteuer auf Mieten abzuschaffen, die Maklergebühren für Mieter zu streichen und bundesweit ein Mietrecht für alle Mieter – das Universalmietrecht – einzuführen.

"Wir unterstützen den 3-Punkte-Plan", sagt MVÖ-Präsident Georg Niedermühlbichler am Dienstag dazu. "Es ist höchste Zeit, die Mieter zu entlasten und Wohnen wieder leistbar zu machen. Wir fordern seit Jahren ein transparentes Mietrecht für alle Mieter – was mit dem Universalmietrecht erreicht werden könnte", so Niedermühlbichler. Auch die Abschaffung der Maklerprovisionen für Mieter sei eine langjährige Forderung der MVÖ. "Wer den Makler beauftragt, soll ihn auch bezahlen – in den allermeisten Fällen ist das der Vermieter."

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda bringt ein Beispiel: Eine junge Familie mit Kind zieht in eine 80 qm-Wohnung in Salzburg. Sie zahlen dafür 9.600 Euro im Jahr plus 10 Prozent Mehrwertsteuer – also 10.560 Euro. Durch den Wegfall der Mehrwertsteuer ergibt sich für die junge Familie eine Ersparnis von 960 Euro im Jahr.

Mieter rasch entlasten

Die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Mieten bringe Mietern eine rasche Entlastung ohne komplizierte Berechnungen, sagt Niedermühlbichler. "Derzeit sind Mieten mit 10 Prozent Mehrwertsteuer belastet. Streicht man die Steuer weg, sinkt die monatliche Belastung für Mieter mit einem Schlag um über 9 Prozent. Jeder Mieter würde dadurch im Jahr rund eine Monatsmiete sparen." Durch ein entsprechend gestaltetes Mietrecht müsste unterbunden werden, dass Vermieter die Mieten einfach um die eingesparten Prozent wieder erhöhen, ergänzt der MVÖ-Präsident.

"Einmal mehr liegen konkrete Vorschläge für leistbares Wohnen auf dem Tisch. Es braucht jetzt rasche politische Maßnahmen, um die Preisexplosion bei den Mieten endlich zu stoppen," fordert Niedermühlbichler.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Free am 27.11.2018 20:15 Report Diesen Beitrag melden

    Mieten senken ist ein Bundesgesetz

    Es sind nicht die Mieten - was hoch sind - sondern die Betriebskosten und jedes Jahr erhöht werden (Betriebskosten), das heißt ist nachvollziehbar. Außerdem unterliegen die Mieten dem Bundesgesetz bzw. wenn der Wohungsindex auf 5 % steigt - dann wird über das Innenministerium die Mieten angehoben. Man sollte der Tatsache ins Auge sehen und nicht so ein absurdes Statement abgeben. Sie haben den Latten net am Zaun!

  • Pensionistin am 27.11.2018 16:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mwst-Streichung

    Keine MWST auf Mieten, GIS, Strom, Heizung, Grundnahrungsmittel. Das wäre schon eine Erleichterung vor allem für Pensionisten.

  • Durchdenker am 27.11.2018 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Soein Unsinn

    Mehrwertsteuer weg kommt natürlich erst wenn man nimmer selbst regiert, das hätten die Roten schon zehn Jahre lang abschaffen können.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Gneisser am 28.11.2018 00:16 Report Diesen Beitrag melden

    nicht über seine Verhältnisse leben

    Viele Leute jammern über zu hohe Mietpreise, weil sie einfach über ihre Verhältnisse leben. Statt alleine in 50 m2 zu leben könnte man es auch in 20 und nicht in Wien sondern 30 oder 40 km entfernt. Schon hat man ratz fatz die Wohnungskosten gedrittelt, Auch bei den Eigenheimen ist es so. In Floridsdorf zahlst du für eine 500m2 Parzelle 500 000 Euro und in Gänserndorf bekommst du das Doppelte um die Hälfte. Wiff muß man halt sein und nicht über seine Verhältnisse leben oder zuerst sparen und dann kaufen.

  • Lichti am 27.11.2018 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    MwSt.

    weg für die Mieten UND Einkommenssteuer weg für die Vermieter, so wie es in vielen anderen Ländern ist. Dann lohnt sich das für beide Seiten und unterbindet das schwarz Vermieten.

  • Free am 27.11.2018 20:15 Report Diesen Beitrag melden

    Mieten senken ist ein Bundesgesetz

    Es sind nicht die Mieten - was hoch sind - sondern die Betriebskosten und jedes Jahr erhöht werden (Betriebskosten), das heißt ist nachvollziehbar. Außerdem unterliegen die Mieten dem Bundesgesetz bzw. wenn der Wohungsindex auf 5 % steigt - dann wird über das Innenministerium die Mieten angehoben. Man sollte der Tatsache ins Auge sehen und nicht so ein absurdes Statement abgeben. Sie haben den Latten net am Zaun!

  • Momo Ölz am 27.11.2018 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    Soziales Denken vs. Marktwirtschaft

    Desto mehr der Mieter geschützt wird desto weniger Immobilien werden einfach nicht vermietet bzw. sie werden noch teurer. Wann geht das endlich in die Köpfe der Sozialen, dass sich der Markt selbst reguliert?

  • Durchdenker am 27.11.2018 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Soein Unsinn

    Mehrwertsteuer weg kommt natürlich erst wenn man nimmer selbst regiert, das hätten die Roten schon zehn Jahre lang abschaffen können.