Weit vor Apple

01. April 2019 18:44; Akt: 01.04.2019 18:48 Print

Das ist das wertvollste Unternehmen der Welt

Apple, Google oder Amazon? Nein, das profitabelste Unternehmen der Welt machte 2018 fast doppelt soviel Gewinn wie Apple.

Eine Ölförderanlage der Saudi Aramco unweit der saudischen Hauptstadt Riad. (Bild: picturedesk.com)

Eine Ölförderanlage der Saudi Aramco unweit der saudischen Hauptstadt Riad. (Bild: picturedesk.com)

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Lange sah es so aus, als wären die wertvollsten und lukrativsten Unternehmen in Zukunft allesamt Tech-Giganten. Doch eine Firma weist alle auf die Plätze: Der saudische Ölkonzern Saudi Aramco weist für 2018 einen Jahresgewinn von 111,1 Milliarden US-Dollar aus. Das sind umgerechnet 99,14 Milliarden Euro und fast doppelt soviel wie der Zweitplatzierte Apple.

Der Gewinn vor Steuern ist sogar noch höher: Die Ratingagentur Fitch beziffert ihn mit satten 224 Milliarden US-Dollar (rund 200 Milliarden Euro) – eine ungeheuerliche Summe. Und selbst drei der profitabelsten Konzerne zusammen – Apple, Alphabet und Exxon Mobil – kommen gerade mal auf die Summe, die Saudi Aramco alleine als Gewinn ausweist.

Die profitabelsten Unternehmen nach Jahresgewinn:

Dass das sonst so verschwiegene Staatsunternehmen die Zahlen öffentlich macht, hat einen Grund. Die saudische Fördergesellschaft ("Aramco" steht für "Arabian-American Oil Company") möchte in dieser Woche erstmals Unternehmensanleihen emittieren. Berichten der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge sollen so rund zehn Milliarden Dollar an Kredit aufgenommen werden.

Um die Schuldscheine bei Anlegern loszuwerden, braucht der Konzern allerdings ein Rating, und dazu muss er grundlegende Kennzahlen offenlegen.

Kredite, um Chemie- und Metallkonzern zu kaufen

Das Geld, das mit den Unternehmensanleihen voraussichtlich in die Kassen gespült wird, soll helfen die Übernahme von 70 Prozent des saudischen Chemie- und Metallkonzerns Sabic zu finanzieren. Die Anteile gehören bislang einem saudischen Staatsfonds.

Ursprünglich war geplant, Saudi Aramco an die Börse zu bringen. Dabei sollten fünf Prozent der Unternehmensanteile für 100 Milliarden Dollar verkauft werden, was der größte Börsengang aller Zeiten gewesen wäre. Allerdings wäre der Konzern dadurch auf einen Gesamtwert von zwei Billionen Dollar taxiert worden – eine Summe, die offenbar die meisten Investoren für völlig überzogen hielten.

Staat schöpft riesige Summen über Steuern ab

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der die treibende Kraft hinter dem Umbau der saudischen Staatswirtschaft ist, musste die Pläne für den Börsengang daher letztlich zurückstellen. Nun wird das Jahr 2021 dafür anvisiert.

Die veröffentlichten Zahlen zeigen auch, dass der staatliche Ölkonzern ziemlich saftig besteuert wird. Denn der Konzern dient vor allem dazu, den Staat über exorbitante Steuern zu finanzieren und der regierenden Prinzen-Sippe über Ausschüttungen ihren ausschweifenden Lebensstil zu garantieren.

Dies zeigt die Differenz zwischen dem Vorsteuergewinn von 224 Milliarden Dollar und dem Netto-Gewinn von 111 Milliarden, weniger als die Hälfte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kannitverstan am 01.04.2019 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht ja leicht

    Man sitzt auf der Goldquelle und hat außer bohren und Pumpen nicht viel zu tun. Der Ölhunger erledigt den Rest.

  • Martin am 01.04.2019 20:55 Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?

    Ein Konzern der sogar Steuern zahlt, also das ist doch die eigentliche Sensation, oder?

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  • Green-World am 02.04.2019 06:26 Report Diesen Beitrag melden

    Die Quellen der Wüste versiegen

    Wenn der Konzern 110 Milliarden Dollar Gewinn p.a. macht, wird er doch 10 % davon für Sabic locker machen können? Wozu fremdes Geld holen? Kann es sein, dass der Staat sich mit der Technologiestadt Neom am Roten Meer übernommen hat? Hier sind Investitionen von 500 Milliarden Dollar vorgesehen. Von 2014-2016 verkaufte man Öl zum Schleuderpreis, um das Haushaltsdefizit auszugleichen. Mehr als 1/4 der Devisenreserven wurden damit aufgebraucht. Eine Staatspleite des Königreichs wird plötzlich zum bedrohlich realistischen Szenario.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Robert am 02.04.2019 22:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ritsch Ratsch

    Mach mich an sind die reich! Da kannst es dir leisten ein paar Menschen zu zersägen.

  • Thomas Steurer am 02.04.2019 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Speibn

    Nicht einmal "Bohren und Pumpen" machen sie. Ausländische Spezialisten und Kulis aus aller Herren Länder machen das für die Scheichs. Die brauchen nämlich Zeit für die Organisation ihrer Terrornetzwerke, die wir alle bezahlen, wenn sich unsere Heizung einschaltet oder wir unser Auto starten. Nebenbei schauen wir alle zu, wenn sich unsere Politiker hofierend und unterwürfig in diesen Ländern die Türklinke in die Hand geben. Hoffentlich kommen wir bald von dem Erdöl los.

    • Kritischer Geist am 02.04.2019 09:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas Steurer

      Ohne den Westen würde man in Saudi Arabien nicht einmal wissen, was Erdöl ist - und erst recht nicht, wie man es abbaut.

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  • Green-World am 02.04.2019 06:26 Report Diesen Beitrag melden

    Die Quellen der Wüste versiegen

    Wenn der Konzern 110 Milliarden Dollar Gewinn p.a. macht, wird er doch 10 % davon für Sabic locker machen können? Wozu fremdes Geld holen? Kann es sein, dass der Staat sich mit der Technologiestadt Neom am Roten Meer übernommen hat? Hier sind Investitionen von 500 Milliarden Dollar vorgesehen. Von 2014-2016 verkaufte man Öl zum Schleuderpreis, um das Haushaltsdefizit auszugleichen. Mehr als 1/4 der Devisenreserven wurden damit aufgebraucht. Eine Staatspleite des Königreichs wird plötzlich zum bedrohlich realistischen Szenario.

  • Andre am 01.04.2019 23:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    111 Milliarden im Jahr..

    zum glück hab ich schon seit Langen das gefühl verloren arm zu sein und es einfach verinnerlicht, sonst wäre ich spätestens jetzt Deprimiert.

  • Martin am 01.04.2019 20:55 Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?

    Ein Konzern der sogar Steuern zahlt, also das ist doch die eigentliche Sensation, oder?

    • Fragolin am 02.04.2019 06:04 Report Diesen Beitrag melden

      Nein.

      Die meisten Unternehmen zahlen Steuern. Wenn es um Steuervermeidung geht dreht sich immer alles um die gleiche Handvoll Internetkonzerne, der Rest zahlt ganz normal, wird aber nirgends erwähnt.

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