Neue Technologie

14. Dezember 2018 09:22; Akt: 14.12.2018 10:22 Print

Wasserstoff-Bus der ÖBB meistert die Test-Phase

Die ÖBB haben einen Wasserstoff-Bus drei Wochen erfolgreich getestet. Nun wird überlegt, wo der Bus eingesetzt wird.

Der Bus. (Bild: Knopp/ÖBB)

Der Bus. (Bild: Knopp/ÖBB)

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Der ÖBB hat den ersten Testbetrieb eines Wasserstoff-Busses in Österreich erfolgreich abgeschlossen. Der Bus war drei Wochen auf der Strecke der Vienna Airport Lines (Flughafen Schwechat - Wien) im Einsatz. Es gab keine Klagen, Fahrgäste und Fahrer waren durchwegs zufrieden, betont man bei der ÖBB gegenüber "Heute.at". Jetzt werde die Testphase intern ausgewertet. Bis Sommer 2019 soll feststehen, auf welchen anderen Strecken der Bus eingesetzt werden könnte.

Die Technologie selbst ist äußert vielversprechend, schließlich werden beim Einsatz von Wasserstoffbussen keinerlei klimaschädlichen Emissionen erzeugt, sondern nur Wärme und Wasserdampf. „Als größtes Busunternehmen Österreichs sehen wir es auch als unsere Verantwortung, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Unser Ziel ist es, unsere Busverkehre langfristig auf alternative Antriebe umzustellen. Neue Technologien sind aber auch mit hohem Aufwand verbunden und es ist wichtig, dass solche Initiativen auf nationaler und EU-Ebene unterstützt werden“, sagte die Geschäftsführerin von Postbus, Silvia Kaupa-Götzl.

Keine Tankstellen


Ein Problem stellt sich allerdings: Es gibt derzeit in ganz Österreich keine Wasserstoff-Tankstellen für Busse. Normalen Pkws stehen immerhin bundesweit fünf Tankstellen zur Verfügung. Für den Testbetrieb hatte Postbus eine mobile Tankstelle von der Firma Linde aus Deutschland geliefert bekommen.

Es steht auch noch nicht fest, wie viel Wasserstoff-Busse und deren Betrieb kosten wird. Bisher wurden diese Busse nur in Kleinserien hergestellt, erklärt ein ÖBB-Sprecher, das schlage sich im Preis nieder. Heute koste ein Wasserstoff-Bus mehr als doppelt so viel wie ein herkömmlicher Bus.

Wie funktioniert der Antrieb? Der Bus fährt mit einem Elektromotor und wird mit Wasserstoff betankt. In der im Fahrzeug verbauten Brennstoffzelle erfolgt dann durch Sauerstoffzufuhr eine chemische Reaktion, bei der Energie erzeugt wird. Ein wesentlicher Unterschied zu batteriebetriebenen Bussen ist, dass die Stromerzeugung direkt im Fahrzeug passiert. Die Reichweite eines wasserstoffbetriebenen Busses beträgt rund 400 Kilometer pro Tankfüllung.

Bus kam per Tieflader


Für den Testbetrieb stellte die Firma „ebe EUROPA“ ein Testfahrzeug zur Verfügung. Der Bus wurde per Tieflader aus den Niederlanden geliefert, da es auf der Strecke keine geeigneten Tankstellen gibt. Das Tanken mit Wasserstoff dauert im Normalbetrieb, bei einer fix installierten Tankstelle, nur rund 15 Minuten (für 30 bis 35 kg Wasserstoff).


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(GP)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schwiegervater am 14.12.2018 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Die Brennstoffzelle

    ist die einzig praktikable Lösung zur E-mobilität! Der ganze andere Müll mit diesen Accubomben wie "Tesla"&Co ist absolut Abzulehnen; diese habe allesamt viel schlechtere Umweltwerte als ein moderner Diesel!

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  • Eberhard Ultra am 16.12.2018 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Erst nach Erdöl-Ausfall

    Erst wenn das Erdöl verbraucht ist und keine Gewinne mehr abwirft, wird sich plötzlich eine neue, gewinnbringende Technologie durchsetzen. Teuer wird sie werden, weil für die Umwelt zahlen alle besonders gerne, besonders viel.

  • TantePolly am 15.12.2018 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Der Bus war drei Wochen auf der Strecke

    der Vienna Airport Lines (Flughafen Schwechat - Wien) im Einsatz und ist weder zusammengebrochen noch explodiert noch liegen geblieben. Ein großer Schritt für die Menschheit.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Hubsi am 29.12.2018 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    bin ein totaler fan von der wasserstofftechnologie ich hoffe wir bekommen in österreich mehr tankstellen da soll da hofer stärker ansetzen, falls leistbar werde ich mir auch einmal ein wasserstoffauto kaufen!

  • tomas am 16.12.2018 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wirkungsgrad bei Wasserstoff schlechter

    ... als bei Benzin. Die Herstellung von Wasserstoff ist dermaßen kompliziert und ineffizient, dass man gleich beim Benzin bleiben könnte.

  • Eberhard Ultra am 16.12.2018 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Erst nach Erdöl-Ausfall

    Erst wenn das Erdöl verbraucht ist und keine Gewinne mehr abwirft, wird sich plötzlich eine neue, gewinnbringende Technologie durchsetzen. Teuer wird sie werden, weil für die Umwelt zahlen alle besonders gerne, besonders viel.

  • TantePolly am 15.12.2018 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Der Bus war drei Wochen auf der Strecke

    der Vienna Airport Lines (Flughafen Schwechat - Wien) im Einsatz und ist weder zusammengebrochen noch explodiert noch liegen geblieben. Ein großer Schritt für die Menschheit.

  • Markus Stark am 14.12.2018 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gefährlich

    Dabei wird vergessen, wie hochexplosiv Wasserstoff ist. Damit schafft die ÖBB nur fahrende Zeitbomben. In einer Zeit, in der Terroranschläge an der Tagesordnung stehen, ist diese Art der Energiegewinnung sehr gefährlich.

    • Leser am 15.12.2018 10:41 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt...

      Also die 4 Dislikes verstehe ich nicht, hab mal ein Like gegeben. Anscheinend wissen die Leute nicht, dass Wasserstoff gefährlich ist... Immerhin ist eine Wasserstoffbombe gefährlicher als eine Atombombe... Siehe Bombe AN-602. Früher wollte ich auch ein Wasserstoff-Auto bzw. ein Wasserstoff-Benzin-Hybrid haben weil das Tanken billiger ist.

    • Markus am 16.12.2018 09:55 Report Diesen Beitrag melden

      Wasserstoff ist nicht gefährlicher als Benzin

      Reiner Wasserstoff ist nicht hochexplosiv. Erst das Gemisch aus Sauerstoff und Wasserstoff bildet das sogenannte und jedem aus der Schule bekannte Knallgas, das explosiv ist. Mit Benzindämpfen und Sauerstoff oder Diesel und Sauerstoff lässt sich dies auch erzeugen (wie z.B. im Verbrennungsmotor). In der technischen Anwendung des Wasserstoffs wird jedoch die Bildung eines Knallgases vermieden.

    • Georg am 17.12.2018 17:12 Report Diesen Beitrag melden

      @Leser

      Bevor Du was von Wasserstoffbomben und Atombomben schreibst, solltest Du Dich mal erkundigen wie diese Dinge funktionieren. Wenn Wasserstoff explodiert hat es absolut gar nichts mit einer Wasserstoffbombe zu tun. Und eine Wasserstoff-Auto hat mit einer Wasserstoffbombe genauso wenig zu tun.

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