"Anno 1800" im Test

17. April 2019 15:46; Akt: 17.04.2019 16:33 Print

Anno 1800 erfüllt so gut wie alle Fan-Wünsche

von S. Hofer - Der mittlerweile siebte Teil der erfolgreiche Anno-Reihe besinnt sich auf seine Wurzeln und gibt den Fans das, was sie seit Jahren wollen: einen würdigen Nachfolger für Anno 1404.

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Endlich ist Anno zurück – und das in vielerlei Hinsicht. Nach dem Flop "Anno 2205", der viele liebgewonnene Features vermissen ließ und insgesamt enttäuschte (hier geht's zum "Heute"-Test), hat Entwicklerstudio Blue Byte die Wünsche der Anno-Fans ernst genommen. Herausgekommen ist Anno 1800, das Altbewährtes aus dem Fan-Liebling 1404 mit prinzipiell interessanten Features aus den neueren Teilen verbindet.

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Wer ein neues Spiel startet fühlt sich sofort zu Hause. Das historische Setting lässt sofort 1404-Nostalgie aufkommen. Die ersten Schritte gehen leicht von der Hand, Veteranen fühlen sich sofort heimisch. Auch Neulinge werden gut und verständlich in die Materie eingeführt.

Vom Pferdekarren zur Dampf-Lok

Das 19. Jahrhundert bietet durch die Industrialisierung enorm interessante Spielverläufe. Von den ersten agrarischen Produktionsketten, die noch an 1404 erinnern, kommt man bald zu ersten Fabriken, bevor dann Kohle-, Erdöl- und Elektrizität endgültig die Industrialisierung einläuten. Die Pferdekarren werden schlussendlich durch dampfgetriebene Klein-Loks ersetzt.

Überhaupt sind Transportwege und Logistik nun wichtiger. Wen zuviele Karren die selbe, zu enge Straße benutzen müssen, kommt es zu Verzögerungen und Staus. Tüftler können stundenlang die perfekte Infrastruktur planen und organisieren. Dabei wird natürlich nicht die Komplexität oder der Realismus von manchen Bahnsimulationen erreicht, was auch gut so ist, denn es soll ja zugänglich bleiben.

Wunderschöne Grafik

Die optische Präsentation lässt keine Wünsche offen. Wunderschön detailliert und voller Gewusel wirkt die Spielewelt weitaus lebendiger als der karge Vorgänger. Kleinere optionale Aufträge von Spielfiguren ermutigen dazu, auch einmal nah heran zu zoomen und die tolle Grafik zu genießen. Auch die Schiffe sind äußerst schön und wogen majestätisch im Wasser.

Die Schiffskämpfe sind dementsprechend auf eher was fürs Auge als fürs Hirn. Sie schauen zwar hübsch aus, sind aber taktisch banal. Mehr als auf den Gegner zu klicken kann der Spieler nicht machen. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen. Dafür ist die Möglichkeit interessant, die KI-Gegner durch das Kaufen von Anteilen an deren Inseln quasi friedlich zu übernehmen. Eine besondere Gefahr sind die Gegenspieler aber ohnehin nicht.

Die Story-Kampagne beginnt nett mit einigen liebevoll gestalteten Quests, wird gegen Ende hin aber eher langweilig. Es wirkt beinahe so, als wäre den Entwicklern hier die Zeit ausgegangen.

Eine ziemlich trockene Angelegenheit sind auch die "Expeditionen", auf die man seine Schiffe schicken kann. Im Grunde sind sie nichts anderes als eine Abfolge von Textfenstern mit je zwei bis vier Klickmöglichkeiten. Beim zweiten Mal überfliegt man den Text schon nur mehr.

Fazit: Nahezu perfektes Anno

Das Herzstück des Spiels ist aber ohnehin das Endlosspiel auf der Zufallskarte und hier haben sich die Entwickler alle Wünsche der Fans sehr zu Herzen genommen. Es kommt nahezu perfektes Anno-Feeling auf. Auch die Langzeitmotivation durch unzählige Warenketten und die Industrialisierung lassen Spielerherzen höher schlagen.

Während im Grundspiel erst Südamerika als zusätzliche Weltregion freigeschaltet ist, soll per DLC auch eine arktische Region nachgeliefert werden. Zusätzlich wird es wohl eine afrikanische Region geben, wenn man der Ingame-Karte glaubt. Außerdem hat Blue Byte bereits einen kostenlosen Coop-Modus angekündigt, bei dem Spieler gemeinsam ein Handelsimperium managen können. Der siebte Anno-Teil ist für Fans der Reihe also wirklich der siebt Himmel.

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