Game Review

14. Juni 2019 09:31; Akt: 17.07.2019 10:42 Print

Blood & Truth setzt ein starkes VR-Lebenszeichen

Aus dem VR-Kurzabenteuer The London Heist hat Sony ein neues VR-Abenteuer gemacht. Blood & Truth strotzt vor Action und aufwendiger Grafik.

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Blood & Truth beschränkt sich nicht wie The London Heist alleine auf statische Ballereien und Dialoge, sondern bringt auch Bewegung in die Geschichte. So stehen auch Rätsel, Kletter- und Schleichpassagen, Schlösserknacken und Manipulationen von technischen Systemen an. Man bleibt nicht mehr auf Pistolen beschränkt, sondern hat nun auch Schrotflinten, Granaten und Scharfschützen- sowie Sturmgewehre zur Verfügung. Dynamischer macht den VR-Titel, dass man sich nun auch in Gefechten zumindest teilweise bewegen kann. Dazu springt man per Knopfdruck zwischen vorgegebenen Punkten in der Welt umher. Doch auch neben der Ballerei macht Blood & Truth vieles goldrichtig. Zum einen gibt es eine glaubhafte, actiongeladene, witzige und rund sechsstündige Story. Zum anderen bietet Blood & Truth eine Technik, die zum Feinsten zählt, was PlayStation VR bisher zu bieten hat. Neben einem tollen Sound und überzeugenden Sprechern ist es vor allem die Grafik, die für VR-Verhältnisse extrem beeindruckend scharf ist. Betrachtet man besonders in Gefechten die Umgebungen genauer, fällt eine etwas rare Ausstattung der Schauplätze auf. Dazu muss man aber ganz genau mitten in der Action auf die Details achten. Ansonsten aber sind die Welten gestochen scharf und vor allem die anderen Figuren sind fotorealistischer, als man es bisher in VR erleben durfte. In einer Zeit, in der es wieder etwas stiller am VR-Sektor wurde, ist Blood & Truth ein tolles Lebenszeichen und eine Bestätigung, dass sich Sony bemüht, weiter hochqualitative Inhalte für die PlayStation VR abzuliefern.

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Mit dem Erscheinen von Sonys Virtual-Reality-Brille PlayStation VR erschien auch die Minispiele-Sammlung PlayStation VR Worlds. Teil davon: The London Heist, ein kurzweiliges und spaßiges Abenteuer, in dem der Spieler einen Raub plant, sich einer actiongeladenen Flucht stellen muss, wild um sich ballert und schließlich in einem Verhör eine dramatische Entscheidung treffen muss.

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Nun bekommt das Kurzabenteuer mit Blood & Truth einen viel längeren Nachfolger. Wieder geht es um kriminelle Machenschaften, bleigeladene Schießereien und fulminante Explosionen. Wieder wird das Abenteuer mit Sony VR-Move-Controllern gesteuert, die im Spiel als Hände des Protagonisten angezeigt werden – ob man nun Laden öffnet oder den Abzug der Knarre drückt. Gespielt werden kann auch mit dem herkömmlichen Gamepad, das macht aber weniger Spaß, da man dann die beiden Hände nicht mehr individuell bewegen kann.

Blood & Truth beschränkt sich aber nicht wie The London Heist alleine auf statische Ballereien und Dialoge, sondern bringt auch Bewegung in die Geschichte. So stehen auch Rätsel, Kletter- und Schleichpassagen, Schlösserknacken und Manipulationen von technischen System an. Dazu führt der Spieler nun eine Tasche als kleines Inventar mit, in dem man Werkzeuge für verschiedene Aufgaben findet.

Viel mehr Freiheiten

Außerdem bekam Blood & Truth auch ein rudimentäres Anpassungssystem spendiert. Mit in den Spielwelten zu findenden Zielscheiben lassen sich die eigenen Waffen mit Zubehör wie Magazinen, Visieren und Schalldämpfern ausstatten oder per Spraydose neu lackieren. Und man bleibt nicht mehr auf Pistolen beschränkt, sondern hat nun auch Schrotflinten, Granaten und Scharfschützen- sowie Sturmgewehre zur Verfügung. Was allerdings fehlt: Die Fäuste kann man noch immer nicht sprechen lassen.

Muss man aber auch nicht, denn Munition geht so gut wie nie aus (im extra "Kino"-Modus ist sie sowieso unbegrenzt), denn die VR-Welten sind von Nachschubpaketen nur so übersät. Die Gegner selbst sind dabei großteils Kanonenfutter und verfügen über kaum intelligentes Schieß- und Deckungsverhalten. Knifflig wird es nur bei gepanzerten Feinden. Hier kommt eine Max-Payne-ähnliche Zeitlupe zum Einsatz, bei der man einfach die Schwachstellen des Gegners, etwa die Beine, ins Visier nimmt.

Gelungene Steuerung

Dynamischer macht den VR-Titel, dass man sich nun auch in Gefechten zumindest teilweise bewegen kann. Dazu springt man per Knopfdruck zwischen vorgegebenen Punkten in der Welt umher und kann gleichzeitig zur Seite ausweichen, um Kugeln zu entgehen. Wem dies Schwindel verursacht, kann eine Grafik-Option wählen, die den Sichtbereich verkleinert und das Geschehen nicht ganz so hektisch ablaufen lässt. Trotz dieser Freiheiten machen aber genau jene Szenen mehr Spaß, in denen das Bewegungsgeschehen automatisch abläuft und wir uns etwa bei einer Flucht nur darum kümmern müssen, uns per Waffen die Verfolger vom Leib zu halten.

Hier hat Sony eine kinoreife Umsetzung geschafft, mit tollen Perspektiven und mehrmaligem Wechseln der Handlungsgeschwindigkeit. Spaß macht auch, dass die Schuss-Steuerung nach einmaliger Kalibrierung präzise und schnell funktioniert. Außerdem bietet die Steuerung Actionhelden-Potential. Waffen können entweder so nachgeladen werden, dass man nach einem Magazin greift und es in die Waffe, die in der anderen Hand gehalten wird, einführt. Oder man wirft ein Magazin in die Luft, ballert die letzten Schüsse aus der Pistole und dreht sie so, dass das neue Magazin automatisch in die Pistole fällt.

Umwerfende Grafik

Doch auch neben der Ballerei macht Blood & Truth vieles goldrichtig. Zum einen gibt es eine glaubhafte, actiongeladene, witzige und rund sechsstündige Story. In einem Verhör blickt man als Ex-Spezialsoldat Ryan Marks auf die Story zurück, bei der man die eigene Familie vor einem Unterweltboss zu schützen versucht hat. Zum anderen bietet Blood & Truth eine Technik, die zum Feinsten zählt, was PlayStation VR bisher zu bieten hat. Neben einem tollen Sound und überzeugenden Sprechern ist es vor allem die Grafik, die für VR-Verhältnisse extrem beeindruckend scharf ist.

Betrachtet man besonders in Gefechten die Umgebungen genauer, fällt eine etwas rare Ausstattung der Schauplätze auf. Dazu muss man aber ganz genau mitten in der Action auf die Details achten. Ansonsten aber sind die Welten gestochen scharf und vor allem die anderen Figuren sind fotorealistischer, als man es bisher in VR erleben durfte. In einer Zeit, in der es wieder etwas stiller am VR-Sektor wurde, ist Blood & Truth ein tolles Lebenszeichen und eine Bestätigung, dass sich Sony bemüht, weiter hochqualitative Inhalte für die PlayStation VR abzuliefern. Wer solide Ballerkost haben will, ist hier richtig. Für eine größerer Herausforderung sollen künftig noch Updates mit neuen Schwierigkeitsgraden und neuen Modi folgen.

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