Western-Duell

18. Januar 2019 16:46; Akt: 18.01.2019 16:47 Print

Die echten Pinkertons klagen gegen "RDR2"

Klage gegen Entwickler: Die Nachfolger der Pinkerton-Agenten klagen gegen die Namen-Nutzung "Red Dead Redemption 2".

Erfolg zieht Kläger nach sich: "Red Dead Redemption 2". (Rockstar)
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Erfolgreiche Games – respektive ihre Studios – einzuklagen, scheint derzeit in Mode zu sein. Nachdem sich das Shooter-Phänomen "Fortnite" immer häufiger gegen Urheberrechtsklagen zur Wehr setzen muss, hat nun auch Rockstar Games rechtlichen Ärger.

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Konkret geht es um die sogenannten Pinkerton-Agenten, die im Western-Hit "Red Dead Redemption 2" die größten Widersacher von Arthur Morgan und der Van-der-Linde-Bande sind. Was wohl nur wenige wissen: Die Pinkertons gabt es wirklich, und sie existieren noch heute. Wegen der unerlaubten Verwendung des Namens wurde Rockstar Games nun angeklagt.

Bewegte Geschichte

Tatsächlich sind die Pinkertons eine historisch belegte Organisation. Es handelt sich bei ihnen um Mitarbeiter einer Agentur von Agenten, die im Jahr 1850 in Chicago unter dem Namen National Detective Agency gegründet wurde. Sie gilt heute als Vorläuferin des FBI. Einen guten Ruf haben die Pinkertons allerdings nicht unbedingt, da sie sich vor allem im 19. Jahrhundert von Fabrikbesitzern zur Bekämpfung der damals aufblühenden Gewerkschaften anstellen ließen.

Pinkerton-Einheiten waren straff organisiert und für ihr unzimperliches Vorgehen bekannt. Die Schlagkraft einzelner Einheiten soll sogar die von damaligen Armeeeinheiten übertroffen haben. Und: Die Agentur besteht heute noch; unter der Firmenmarke Pinkerton Consulting & Investigations gehört sie seit 1999 zum schwedischen Sicherheitsunternehmen Securitas AB.

Klagefreudige Nachfahren

Laut einem Bericht von Kotaku.com befindet sich Take-Two, die Muttergesellschaft von RDR2-Entwickler Rockstar Games, in einem Rechtsstreit mit der heutigen Pinkerton-Agentur. Sie verlangt entweder einen einmaligen Geldbetrag in noch auszuhandelnder Höhe oder eine Lizenzvereinbarung, die den Klägern fortlaufende Tantiemen sichern würde. Hauptargument der Pinkerton-Nachfahren ist die wiederkehrende Nennung des Begriffs "Pinkerton" in "Red Dead Redemption 2". Laut Auffassung der Agentur profitiert das Spiel von der häufigen und prominenten Erwähnung des Firmennamens.

Klein beigegeben hat Rockstar indes nicht. Im Gegenteil: Die Westernspiel-Macher klagten ihrerseits Pinkerton ein und wollen erreichen, dass der Name künftig bei angemessener Verwendung straffrei gebraucht werden kann. Die Nennung des Namens sei im Zusammenhang mit der historischen Korrektheit gerechtfertigt, sagt Rockstar, da die Pinkertons zur Zeit von "Red Dead Redemption 2" genau das getan hätten, was das Western-Game zeigt.

Tatsächlich riecht das Ganze stark danach, dass sich hier jemand auf Kosten eines Game-Hits bereichern möchte. Rockstar jedenfalls kann dem Urteil einigermaßen entspannt entgegensehen. Nicht nur wurden die Pinkertons bereits in TV-Serien wie "Deadwood" oder in Games wie "Bioshock Infinite" ohne Konsequenzen genannt. Auch mit einer Klage gegen die US-Indierockband Weezer und deren Album "Pinkerton" (benannt nach dem Marineoffizier Pinkerton in Giacomo Puccinis Oper "Madama Butterfly") sind die klagefreudigen Nachfahren bereits gescheitert.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • merowinger am 19.01.2019 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Die Pinktertons

    wurden übrigens von den Rockefellers zur Niederschlagung von Gewerkschaften und streikenden Arbeitern bezahlt, siehe Ludlow, Colorado. Da gab es dutzende Tote. Man kann diese Privatarmee eher mit Blackwater als dem FBI vergleichen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • merowinger am 19.01.2019 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Die Pinktertons

    wurden übrigens von den Rockefellers zur Niederschlagung von Gewerkschaften und streikenden Arbeitern bezahlt, siehe Ludlow, Colorado. Da gab es dutzende Tote. Man kann diese Privatarmee eher mit Blackwater als dem FBI vergleichen.