Game Review

09. November 2018 10:20; Akt: 09.11.2018 11:23 Print

Hitman 2 im Test: Agent 47 ist tödlicher als je zuvor

von Rene Findenig - Mit Hitman 2 erscheint nicht das zweite, sondern siebente Hitman-Spiel der Reihe. Und setzte neue Maßstäbe in der Meuchelmord-Serie.

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Kaum eine andere Spielereihe schaffte es so beeindruckend wie Hitman, die hohen Erwartungen immer zu erfüllen. Auch das anfangs besorgt beäugte Episodenformat des 2016er-Hitman fand schnell Anklang. Nun mordet Agent 47 wieder, auf PC, PlayStation 4 und Xbox One. Hitman 2 ist der direkte Nachfolger von Hitman aus 2016 und wurde im Hause IO Interactive entwickelt. Als Publisher tritt Warner Bros. Interactive Entertainment auf. Schönes Schmankerl dabei: Wer den Vorgänger besitzt, bekommt das eigentliche kostenpflichtige "Legacy Pack" gratis als Download. Es bietet alle Kampagnenmissionen und Umgebungen des 2016er-Hitman, allerdings mit den neuen Spielemechaniken von Hitman 2 - quasi ein aufpoliertes Hitman (2016). Hitman 2 bringt wieder eine Abkehr vom nach und nach erscheinenden Episodenformat und präsentiert sich gleich als komplettes Game - die Entwickler versprechen aber eine gewaltige Menge an Zusatzinhalten über die kommenden Monate. Von Haus aus sind anfangs sechs Aufträge enthalten. Das mag wenig klingen, doch jede Mission will in Dutzend verschiedenen Weisen erledigt werden, was die Spielstunden dramatisch in die Höhe treibt, ohne eintönig zu werden. Zudem sind die einzelnen Spielewelten so groß, dass man sich darin richtiggehend verlieren kann. Was man an Hitman kennt, kommt auch hier zum Einsatz: man bekommt eine oder mehrere Vorgaben, wird in einem kleinen Briefing auf die folgende Mission vorbereitet und muss schließlich an den Schauplätzen Wege finden, die Zielpersonen möglichst unauffällig auszuschalten. An so ausgefallenen Orten wie nie zuvor kann dabei alles zur Waffe werden: statt die Handfeuerwaffe auszupacken, kann man sich an Gift, Granate oder ganz gewöhnlichen Gegenständen wie eines Gürtels zum Erswürgen bedienen. Eher enttäuschend ist da bei diesem buchstäblichen Killer-Titel eines: die Zwischensequenzen. Sie bestehen oft aus Bildern mit kleinen Animationen und nicht aus den cineastischen Kurzclips, die man eigentlich erwartet hätte. Daneben erlebt man die minimalen Minuspunkte, die aus der Hitman-Serie bekannt sind. Neben dem typisch ausdruckslosen Agenten 47 sind auch die anderen Figuren mimisch minimalistisch umgesetzt und die Gegner-Intelligenz in Kämpfen nicht das Gelbe vom Ei. Jeder der Schauplätze ist extrem detailverliebt gestaltet und strotzt nur so vor Leben. Nehmen wir etwa Miami her: hier laufen Menschen in Shorts und Tops zwischen Palmen umher, die Sonne brennt vom Himmel, Baseballkappen und Sonnenbrillen bieten perfekte Tarnmöglichkeiten. Es geht aber nicht um das simple Ausschalten einer Person inmitten der Menge, Hitman 2 verlangt vielmehr absolut actiongelandene Handlungen. So bekommen wir an der Rennstrecke von Miami den Auftrag, eine Rennfahrerin und ihren millionenschweren Vater um die Ecke zu bringen. Agent 47 kann sich als Fan in die Menge mischen und so versuchen, der Fahrerin für einen überraschenden Todesstoß nahe zu kommen. Oder lieber mit dem Scharfschützengewehr auf die Reifen des Rennwagens zielen und ihn verunglücken lassen? Schlaue Agenten kennen da noch andere Wege. Etwa, sich eine Uniform der Boxencrew zu besorgen und sich dort einzuschleichen, um beim Boxenstopp ein Rad zu lockern. Oder lieber als tödliches Maskottchen im Plüschkostüm Richtung Strecke zu watscheln. Hitman 2 erfindet das Hitman-Universum nicht neu. Der Titel nimmt sich allerdings all die Stärken seiner Vorgänger zum Vorbild und baut sie aus. Besonders die Möglichkeiten, für Hinterhalte, Anschläge, Fallen oder "Unfälle" zu sorgen, sind in Hitman 2 enorm. Schon mit den Startinhalten avanciert Hitman 2 zum besten Spiel der Serie. Wobei mit kommenden Zusatzinhalten und Spezialaufträgen noch jede Menge auf die Spieler zukommt.

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Mit Hitman: Codename 47 begann im Jahr 2000 die Saga um den glatzköpfigen Auftragskiller mit seinem eintätowiertem Barcode. Das Game entfachte eine Diskussion über die realistische Darstellung von Leichen. Das zwischenzeitlich sogar indizierte Spiel setzte aber auch Maßstäbe, etwa was die Bewegungsabläufe von Figuren betraf. Kritiker nahmen das Spiel äußerst positiv auf, auch wenn es (auf hohem Niveau) später zum am schlechtesten bewerteten Teil der Serie werden sollte.

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Mit Hitman 2: Silent Assassin, Hitman: Contracts, Hitman: Blood Money, Hitman: Absolution und Hitman (2016) erschienen bis vor zwei Jahren weitere Teile der Killer-Serie, die allesamt positiven Anklang fanden. Kaum eine andere Spielereihe schaffte es so beeindruckend wie Hitman, die hohen Erwartungen immer zu erfüllen. Auch das anfangs besorgt beäugte Episodenformat des 2016er-Hitman fand schnell Anklang.

Nun mordet Agent 47 wieder auf PC, PlayStation 4 und Xbox One. Hitman 2 ist der direkte Nachfolger zu Hitman von 2016 und wurde im Hause IO Interactive entwickelt. Als Publisher tritt Warner Bros. Interactive Entertainment auf. Schönes Schmankerl dabei: Wer den Vorgänger besitzt, bekommt das eigentliche kostenpflichtige "Legacy Pack" gratis als Download. Es bietet alle Kampagnenmissionen und Umgebungen des 2016er-Hitman, allerdings mit den neuen Spielemechaniken von Hitman 2 – quasi ein aufpoliertes Hitman (2016). Den Prolog aus dem Vorgänger gibt es übrigens für alle Spieler kostenlos.

Wieder weg von den Episoden

Hitman 2 bringt wieder eine Abkehr vom nach und nach erscheinenden Episodenformat und präsentiert sich gleich als komplettes Game – die Entwickler versprechen aber eine gewaltige Menge an Zusatzinhalten über die kommenden Monate. Von Haus aus sind sechs Aufträge enthalten. Das mag wenig klingen, doch jede Mission will in Dutzend verschiedenen Weisen erledigt werden, was die Spielstunden deutlich in die Höhe treibt, ohne eintönig zu werden. Zudem sind die einzelnen Spielwelten so groß, dass man sich in ihnen verlieren kann.

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Was man an Hitman kennt, kommt auch hier zum Einsatz: man bekommt eine oder mehrere Vorgaben, wird in einem kleinen Briefing auf die folgende Mission vorbereitet und muss schließlich an den Schauplätzen Wege finden, die Zielpersonen möglichst unauffällig auszuschalten. An ausgefallenen Orten kann dabei alles zur Waffe werden: statt die Handfeuerwaffe auszupacken, kann man sich an Gift, Granate oder ganz gewöhnlichen Gegenständen wie eines Gürtels zum Erwürgen bedienen.

Schauplätze haben es in sich

Jeder der Schauplätze ist extrem detailverliebt gestaltet und strotzt nur so vor Leben. Nehmen wir etwa Miami her: Hier laufen Menschen in Shorts und Tops zwischen Palmen umher, die Sonne brennt vom Himmel, Baseballkappen und Sonnenbrillen bieten perfekte Tarnmöglichkeiten. Es geht aber nicht um das simple Ausschalten einer Person inmitten der Menge, Hitman 2 verlangt vielmehr absolut actiongelandene Handlungen. So bekommen wir an der Rennstrecke von Miami den Auftrag, eine Fahrerin und ihren millionenschweren Vater um die Ecke zu bringen. Möglich ist dabei, was dem Spieler einfällt.

Agent 47 kann sich als Fan in die Menge mischen und so versuchen, der Fahrerin für einen überraschenden Todesstoß nahe zu kommen. Oder lieber mit dem Scharfschützengewehr auf die Reifen des Rennwagens zielen und ihn verunglücken lassen? Schlaue Agenten kennen da noch andere Wege. Etwa, sich eine Uniform der Crew zu besorgen und dort einzuschleichen, um beim Boxenstopp ein Rad zu lockern. Oder lieber als tödliches Maskottchen im Plüschkostüm Richtung Strecke zu watscheln. Wie im Vorgänger gibt es die "Signature Kills", besonders ausgeklügelte Morde, die durch eine Verkettung von Ereignissen zustandekommen. Hitman 2 ist grandios was die Abwechslung betrifft, man kann einfach nicht genug bekommen.

Zwischensequenzen als Manko

Eher enttäuschend ist da bei diesem buchstäblichen Killer-Titel die Zwischensequenzen. Sie bestehen oft aus Bildern mit kleinen Animationen und nicht aus den filmischen Kurzclips, die man eigentlich erwartet hätte. Zudem funktioniert die Sprachausgabe in der frühen Testversion nur auf Englisch mit deutschen Untertiteln, was kein großes Drama ist, aber vielleicht einigen Spielern nicht so sehr gefällt. Dafür schafft es Hitman 2 aber, auch Spieler zu packen, die die bisherige Hitman-Story nicht verfolgt haben. Sie bekommen eine fesselnde Einführung in die Welt des Auftragsmordes, Kenner finden dafür immer wieder Anspielungen an frühere Teile.

Daneben erlebt man die minimalen Minuspunkte, die aus der Hitman-Serie bekannt sind. Neben dem typisch ausdruckslosen Agenten 47 sind auch die anderen Figuren mimisch minimalistisch umgesetzt und die Gegner-Intelligenz in Kämpfen nicht das Gelbe vom Ei. Deckung suchen Angreifer, wenn sie unseren Mörder entdecken, kaum, sondern rennen direkt ins Mündungsfeuer. Das war es dann aber auch schon mit der Kritik, denn alles andere an Hitman 2 ist wahrlich überragend.

Superlativ der Serie

Egal ob im Dschungel von Kolumbien oder in einem Vorort in Vermont: Lichteffekte, Umgebungen und die gigantische Spielwelt als Ganzes beeindrucken mächtig. An jeder Ecke wartet eine Gelegenheit, Fallen zu legen oder einen Hinterhalt zu planen und die Figuren bewegen sich so frei, dass sich kein Anschlag zwanghaft eingefädelt anfühlt. Das Arsenal an möglichen Waffen und Gegenständen ist dabei so riesig, dass man kaum von allen Gebrauch machen kann. Zusätzliches Material schaltet man mit der Erfüllung besonderer Herausforderungen frei.

Zurück ist auch ein Fan-Liebling: der Aktenkoffer. In ihm lassen sich Waffen und wichtige Gegenstände vor den Augen von Sicherheitsbeamten und Gegnern verstecken. Beim Gameplay gab es leichte Nachbesserungen. Agent 47 kann weiter rennen, schleichen, klettern und killen, gerade die Schleichmechanik wurde aber unter anderem mit der Anzeige von Sehbereichen bei Kameras und Co. sowie zusätzlichen Infofeldern für die Umgebung verstärkt. Die Steuerung ist ebenso eine große Stärke, sie funktioniert präziser als in den Vorgängern, wurde für Hitman 2 tatsächlich auf den Punkt getroffen.

Für jeden Spielertyp

Hitman 2 lässt sich auch für jeden Spielertyp entsprechend anpassen. Anfänger können sich Hilfsanleitungen und Tutorials einschalten und denn niedrigsten der drei Schwierigkeitsgrade wählen. Knifflig, aber schaffbar, ist der zweithöchste Schwierigkeitsgrad. Und im höchsten Modus muss man schon beinahe ein Geist sein, um ungesehen an den vermehrt auftretenden Wachen und Kollegen vorbeizukommen. Außerdem darf da dann nur einmal pro Mission gespeichert werden.

Apropos Geist: Hitman 2 verfügt nun auch über einen "Ghost Mode", eine Art Multiplayer-Modus. Hier treten zwei Spieler parallel in derselben Mission an und sehen ihren Konkurrenten als Schatten. Es gilt, fünf Ziele als Erster zu eliminieren, dabei hat man in etwa die Vorgehensweise des Gegenspielers vor Augen. Ein Mordsspaß, die Bestzeit beim Ausschalten von Zielpersonen zu jagen – und dabei auch durch den Mitspieler neue Wege zu entdecken. Der weitere Modus "Sniper Assassin", der auch im Koop gespielt werden kann, bietet als Schauplatz eine Villa. Hier müssen mit dem Scharfschützengewehr zahlreiche Zielpersonen ausgeschaltet werden, ohne aufzufliegen.

Tödlicher denn je

Spannung versprechen die "Schwer zu fassendes Ziel"-Missionen. Ziel Nummer 1, "Der Unsterbliche", wird am 20. November für eine begrenzte Zeit freigeschaltet. Das Besondere: es gibt nur einen Versuch, den Auftrag auszuführen. Wer scheitert, dem bleiben neue Versuche verwehrt. Die Missionen sollen Spielern alles an Fähigkeiten abverlangen. "Der Unsterbliche" wird im Spiel von Schauspieler Sean Bean verkörpert, der in die Rolle von Ex-MI5-Agent Mark Faber schlüpft, der immer wieder seinen Tod vortäuscht – und vom Spieler endgültig kaltgestellt werden soll.

Hitman 2 erfindet das Hitman-Universum nicht neu. Der Titel nimmt sich allerdings all die Stärken seiner Vorgänger zum Vorbild und baut sie aus. Besonders die Möglichkeiten, für Hinterhalte, Anschläge, Fallen oder "Unfälle" zu sorgen, sind in Hitman 2 enorm. Schon mit den Startinhalten avanciert Hitman 2 zum besten Spiel der Serie. Wobei mit kommenden Zusatzinhalten und Spezialaufträgen noch jede Menge auf die Spieler zukommt.

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