Game Review

22. September 2016 07:04; Akt: 19.07.2017 14:25 Print

PES 2017 im Test: Taktik-Gigant mit polierter Hülle

Der Titelkampf tobt seit vielen Jahren: Saison um Saison treten die Kicker-Games "PES" und "FIFA" gegeneinander an.

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Der aktuelle Ableger überzeugt mit einem realistischen Spielgefühl. Die komplexe Steuerung bietet viele Möglichkeiten, das Runde ins Eckige zu befördern. Pässe, Flanken und Schüsse können per Druck auf die Schultertasten angepasst werden. Fans werden mit der Tastenbelegung sofort zurecht kommen - wie in den Vorgängern grätschen wir heranstürmende Gegenspieler, flanken hohe Bälle in den Strafraum oder nützen Löcher in der Abwehr und legen unserem Stürmer einen "tödlichen Pass" vor. Einsteiger lernen die Steuerung mit gut gemachten Tutorials, altgediente PES-Kenner verzichten - die Einführung entspricht nahezu eins zu eins jener aus dem vergangenen Pro Evolution Soccer. Aufpoliert wurde auch eine der traditionellen Schwächen der Reihe: Die Präsentation. Am Spielfeldrand passiert jetzt viel mehr; Fotografen, Teamärzte und Trainer tummeln sich dort. Das Einlaufen der Spieler ins Stadion ist schön inszeniert, die Spielergesichter sind detailreich - die Kicker des PES-Partnervereins FC Barcelona wurden sogar als Modelle verwendet, weshalb Messi, Iniesta und Kollegen besonders realistisch aussehen. Eine altbekannte Schwäche sind bei Pro Evolution Soccer 2017 leider wieder die Lizenzen. Gerade europäische Teams laufen teilweise ohne die Originaltrikots auf und tragen Fantasienamen, das kann FIFA besser. "PES 2017" hat in Sachen Gameplay jedenfalls viel vorgelegt, um "FIFA" abzuhängen. Ballphysik, Steuerung, Trainer-Optionen - hier brilliert der Konami-Titel. Unsere Entscheidungen über Stellungsspiel und Aggressivität unserer computergesteuerten Mitspieler wirken sich merkbar aus. Die Gegner-KI lernt jetzt dazu und reagiert dynamisch auf unsere Angriffe (was in der Praxis allerdings eher wenig zu spüren ist). Mit brachial-Attacken durch die Mitte kommt man in "Pro Evolution Soccer" nicht weit - Chancen muss man sich durch geschickte Pässe und Flanken herausspielen. Wenn eine Kombination wie geplant klappt, wir mit der präzisen Steuerung den Ball durch die Reihen der Abwehrspieler befördern und unser wohlverdientes Tor abstauben, dann brilliert "PES 2017". Die fehlenden Lizenzen sind in diesen Momenten - zumindest vorübergehend - vergessen.

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Dabei ist der Titel von Konami längst kein Geheimtipp für FIFA-Verweigerer mehr: "Pro Evolution Soccer" hat sich eine treue Fan-Gemeinde erarbeitet und ist dem Konkurrenten von Electronic Arts gerade in Sachen Taktik und Spielgefühl regelmäßig eine Nasenlänge voraus.

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Auch der aktuelle Ableger überzeugt mit einem realistischen Spielgefühl. Die komplexe Steuerung bietet viele Möglichkeiten, das Runde ins Eckige zu befördern. Pässe, Flanken und Schüsse können per Druck auf die Schultertasten angepasst werden. Fans werden mit der Tastenbelegung sofort zurecht kommen - wie in den Vorgängern grätschen wir heranstürmende Gegenspieler, flanken hohe Bälle in den Strafraum oder nützen Löcher in der Abwehr und legen unserem Stürmer einen "tödlichen Pass" vor.

Einsteiger lernen die Steuerung mit gut gemachten Tutorials, altgediente PES-Kenner verzichten - die Einführung entspricht nahezu eins zu eins jener aus dem vergangenen Pro Evolution Soccer.

Inszenierung aufgefrischt

Aufpoliert wurde auch eine der traditionellen Schwächen der Reihe: Die Präsentation. Am Spielfeldrand passiert jetzt viel mehr; Fotografen, Teamärzte und Trainer tummeln sich dort. Das Einlaufen der Spieler ins Stadion ist schön inszeniert, die Spielergesichter sind detailreich - die Kicker des PES-Partnervereins FC Barcelona wurden sogar als Modelle verwendet, weshalb Messi, Iniesta und Kollegen besonders realistisch aussehen. Die deutschen Sprecher sind gut, echtes Stadion-Feeling kommt aber erst auf, wenn man auf Englisch umstellt.

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Eine altbekannte Schwäche sind bei Pro Evolution Soccer 2017 leider wieder die Lizenzen. Gerade europäische Teams laufen teilweise ohne die Originaltrikots auf und tragen Fantasienamen, das kann FIFA besser. Real Madrid heißt etwa "MD White", Christiano Ronaldos digitales Abbild ist aber trotzdem mit echtem Namen enthalten. Das gilt auch für die Kicker der österreichischen Nationalmannschaft. Ein schwacher Trost: Aktuelle Infos zu Spielern (etwa Transfers) können regelmäßig per Online-Update heruntergeladen werden.

Der Kampf geht weiter

"PES 2017" hat in Sachen Gameplay jedenfalls viel vorgelegt, um "FIFA" abzuhängen. Ballphysik, Steuerung, Trainer-Optionen - hier brilliert der Konami-Titel. Unsere Entscheidungen über Stellungsspiel und Aggressivität unserer computergesteuerten Mitspieler wirken sich merkbar aus. Die Gegner-KI lernt jetzt dazu und reagiert dynamisch auf unsere Angriffe (was in der Praxis allerdings eher wenig zu spüren ist).

Mit brachial-Attacken durch die Mitte kommt man in "Pro Evolution Soccer" nicht weit - Chancen muss man sich durch geschickte Pässe und Flanken herausspielen. Wenn eine Kombination wie geplant klappt, wir mit der präzisen Steuerung den Ball durch die Reihen der Abwehrspieler befördern und unser wohlverdientes Tor abstauben, dann brilliert "PES 2017". Die fehlenden Lizenzen sind in diesen Momenten - zumindest vorübergehend - vergessen.

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