Steckdosen-Frage

21. April 2019 08:00; Akt: 19.04.2019 08:44 Print

Das passiert, wenn das Ladekabel am Strom bleibt

Viele von uns lassen das Ladekabel einfach in der Steckdose, wenn das Handy aufgeladen und abgesteckt ist. Doch ist das sinnvoll – oder gar gefährlich?

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Es ist ja eigentlich praktisch; Man lässt das Ladegerät dauerhaft an einer Steckdose stecken und stöpselt das Smartphone einfach immer wieder an, wenn man es gerade laden will. Deswegen lassen viele Österreicher das Ladegerät einfach am Strom hängen, etwa am Bett-Beistelltisch, im Heim-Büro oder bei sonstwo einer Steckdose, die gerade frei ist.

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Das Handy muss schließlich sowieso meist täglich geladen werden und so entfällt die Suche nach dem Ladegerät. Doch manche behaupten, dass das Strom verbraucht und sogar gefährlich ist. Was steckt dahinter? Ein erster Hinweis darauf, dass etwas passiert, wenn das Ladegerät ohne Smartphone am Strom hängt ist, dass es fühlbar warm wird.

Steigen die Stromkosten?

Um aber zu verstehen, was genau passiert, muss man erst einmal verstehen, was ein Ladegerät genau ist. In dessen Innerem gibt es einen Transformator. Dieser wandelt Strom aus der Steckdose so um, dass er das gekoppelte Smartphone nicht beschädigt. Der Transformator sorgt dabei für "Leerlaufstrom", was bedeutet, dass immer eine geringe Strommenge fließt – egal ob ein Smartphone angehängt ist oder nicht.

Das Ladekabel verbraucht also schon einmal Strom, wenn es ständig an der Steckdose hängt. Ein Kostenfaktor? Ja. Ältere Ladegeräte sorgten für zusätzliche Stromkosten von rund zwölf Euro pro Jahr. Neuere Technik ist aber moderner. Zwar gibt es noch immer Modelle mit einem ähnlich hohen Verbrauch, bei vielen Geräten kostet der Dauerleerlauf aber nur mehr rund ein Euro pro Jahr.

Standby-Stromfresser im Haushalt

Doch auch das kann sich letztlich summieren: Hängen mehrere Ladegeräte in einem Haushalt im Leerlauf, steigen sich die Kosten. Übrigens: In jeder Wohnung und in jedem Haus gibt es auch andere, viel stärkere Stromfresser im Leerlauf. Und die fallen dann so richtig heftig aus. Eine Mikrowelle etwa macht rund sechs Euro Zusatzkosten im Jahr aus, ein Router 18 Euro.

Richtig große Strom- und Kostenfresser sind Receiver (rund 23 Euro pro Jahr), Drucker, Monitore und PCs (ebenfalls je 23 Euro pro Jahr), LCD-Fernseher (32 Euro pro Jahr) und Stereoanlagen (35 Euro pro Jahr). Deshalb raten Profis dazu, sich abschaltbare Steckdosen zuzulegen, an denen diese Geräte gekoppelt werden. Dabei lässt sich richtig viel Geld sparen.

Und ist das Ganze gefährlich?

Doch zurück zu unserem Ladekabel: Neben den Kosten steht die Frage, ob ein ständiges Steckenlassen gefährlich sein kann. Dazu zurück zum Wärme-Effekt. Ist das Ladegerät im Leerlauf, kann der Strom nirgends hinfließen. Der Strom wird deshalb in Wärmeenergie verwandelt, das Ladegerät wird warm bis heiß. Zusätzlich kommt es auf die Qualität des Kabels an.

10 Dinge, die es in 10 Jahren nicht mehr geben wird

Bei schlecht isolierten Ladekabeln kann der Leerlaufstrom zu Kriechstrom werden. Das bedeutet, dass Strom an der Oberfläsche des Isoliermaterials entlangfließen kann. Das betrifft nicht nur Billigteile von Drittanbietern: Auch Apple kämpfte in der Vergangenheit mit diesem Problem. Die Folge: Es kann kleine Stromstöße geben. Sind Kabel aber wasserabweisend oder speziell isoliert und nicht beschädigt, geht auch beim dauerhaften Betrieb keine Gefahr von ihnen aus. Billigteile können dagegen überhitzen und sogar zu brennen beginnen. Fazit: Besser das Kabel abstecken, wenn es nicht gebraucht wird.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Elektronik Fritzi am 21.04.2019 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ladegeräte

    Den ganzen Elektronikern sei gesagt , das die ganzen Smartphoneladegeräte , egal ob namhaft oder Noname allesamt schon seit Ewigkeiten keinen Transformator mehr haben . Aus Platz- und Kostengründen ist es eine Spannungsteilerschaltung mit Kondensatoren und dergleichen . Bei Noname Billigladegeräten werden in der Planung und Herstellung auch schon mal Luft und Kriechstrecken vernachlässigt bzw. Bauteile grenzwertig ohne Reserven ausgelegt .

  • Alex am 21.04.2019 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist extrem gefährlich

    Als ich neulich nach Hause kam, steckte in der Küche noch ein Ladegerät meiner Kinder. Es qualmte gerade schön vor sich hin, weil am Ende beim Stecker ein Kabelbruch war und sich die Drähte innen berührten. Der Stecker selbst war schon geschmolzen. Nicht auszudenken wenn das Kabel vielleicht noch im Bett liegt und sich das entzündet. Meine Kinder waren zu der Zeit oben im Haus und hätten bei einem Feuer wahrscheinlich nichtmal flüchten können. Seitdem stecke ich penibel alles aus.

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  • Kannitverstan am 21.04.2019 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ein bischen Verschwörungstheorie?l

    An der Oberfläche der Kabel läuft Strom, getrieben durch 5V Ausgansspannung eines Schaltnetzteiles? Auch die kleinen Stromstöße sind eigentlich nur spürbare Entladungen, da man sich durch Kleidung aufladen kann und die Entladung läuft durch das Schaltnetzteil, das nicht als galvanisch getrennte Stromversorgung gilt. Zum Schluss noch eines, Ladekabel selbst, nun die verbrauchen eben bei 5V keinen Strom. Die Hysterie um den Stromverbrauch diverser Geräte im Bereitschaftsmodus die eventuell auch Uhren versorgen treibt schon seltsame Blüten. Bald bauen manche die Autobatterie beim Parken aus!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Krarl Kraus am 22.04.2019 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Brandursache Billigstdegeneratoren

    Viele Zimmerbrände werden auch immer noch durch diese veralteten Kupferisolatoren in den Netzteilen verursacht, die bei negativen Rückkopplungen mit den Billigstdegeneratoren das braten anfangen.

  • Hatscher am 21.04.2019 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    ICH muß mein Mobiltelefon (KEIN SMARTPHONE) nur alle 14 bis 15 Tage aufladen!!

    • Ali Mente am 21.04.2019 17:46 Report Diesen Beitrag melden

      rechtso

      Ich lade mein Smarphone etwa alle 5 bis 7 Tage auf.

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  • Kannitverstan am 21.04.2019 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ein bischen Verschwörungstheorie?l

    An der Oberfläche der Kabel läuft Strom, getrieben durch 5V Ausgansspannung eines Schaltnetzteiles? Auch die kleinen Stromstöße sind eigentlich nur spürbare Entladungen, da man sich durch Kleidung aufladen kann und die Entladung läuft durch das Schaltnetzteil, das nicht als galvanisch getrennte Stromversorgung gilt. Zum Schluss noch eines, Ladekabel selbst, nun die verbrauchen eben bei 5V keinen Strom. Die Hysterie um den Stromverbrauch diverser Geräte im Bereitschaftsmodus die eventuell auch Uhren versorgen treibt schon seltsame Blüten. Bald bauen manche die Autobatterie beim Parken aus!

    • Desert Eagle am 21.04.2019 21:04 Report Diesen Beitrag melden

      Strom läuft immer an der

      Oberfläche der Kabel. Das nennt man Skin-Effekt.

    • Arthur Schütz am 22.04.2019 09:34 Report Diesen Beitrag melden

      Skineffekt

      Deswegen steht bei meiner Laufkatze das Fell immer so zu Berge, wenn sie an den Handyladestecker kommt?

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  • Nerdboy am 21.04.2019 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Steckernetzteil

    Dem Schreiberling dieses Artikels empfehle ich, sich genauer mit Elektronik und da vor allem mit der Technik der Schaltnetzteile zu befassen. Aber eins stimmt svhon. In Summe saufenn einen due Dinger arm.

  • Elektronik Fritzi am 21.04.2019 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ladegeräte

    Den ganzen Elektronikern sei gesagt , das die ganzen Smartphoneladegeräte , egal ob namhaft oder Noname allesamt schon seit Ewigkeiten keinen Transformator mehr haben . Aus Platz- und Kostengründen ist es eine Spannungsteilerschaltung mit Kondensatoren und dergleichen . Bei Noname Billigladegeräten werden in der Planung und Herstellung auch schon mal Luft und Kriechstrecken vernachlässigt bzw. Bauteile grenzwertig ohne Reserven ausgelegt .