Bundesgerichtshof

12. Juli 2018 12:34; Akt: 12.07.2018 14:48 Print

Mutter erhält Facebook-Login ihrer toten Tochter

Hinterbliebene sollen auf das Facebook-Konto ihrer verstorbenen Angehörigen zugreifen können. Das hat das deutsche Bundesgericht entschieden.

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Erben müssen auch Zugang auf ein Facebook-Konto bekommen. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Donnerstag im Fall einer Mutter, die nicht auf das Konto ihrer verstorbenen Tochter in dem Onlinenetzwerk zugreifen konnte. Der Vertrag mit Facebook ist demnach Teil des Erbes der Eltern, sodass sie kompletten Zugriff auf das Konto ihrer Tochter haben.

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Die 15-jährige Tochter der Klägerin war im Jahr 2012 unter ungeklärten Umständen bei einem U-Bahnunfall ums Leben gekommen. Ihre Mutter hoffte, durch den Zugang auf das Facebook-Konto zu erfahren, ob das Mädchen Suizidabsichten hegte. Sie hatte auch die Zugangsdaten, konnte aber dennoch nicht auf die Inhalte des Kontos zugreifen. Dieses befindet sich im sogenannten Gedenkzustand, wodurch etwa persönliche Nachrichten nicht gelesen werden können.

Die Vorinstanzen in dem Fall hatten unterschiedlich entschieden. Das Landgericht Berlin urteilte im Jahr 2015 zunächst, dass Facebook den Eltern als Erben vollen Zugang gewähren muss. Das Kammergericht sah dies im Berufungsverfahren dagegen anders und wies die Klage der Mutter ab. Ihre Revision vor dem Bundesgerichtshof hatte nun Erfolg. Das Karlsruher Urteil dürfte grundsätzliche Bedeutung für den künftigen Umgang mit dem digitalen Erbe haben.

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(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ichlebenoch am 12.07.2018 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Facebook ganz schön frech

    Schon erschreckend, das diese Mutter deshalb überhaupt zu Gericht musste. Als gesetzliche Vormund eines Kindes. Früher hat man Tagebücher und ähnliches geschrieben und das blieb den Eltern auch und wurde unter normalen Umständen (außer bei Verbrechen) nicht von wild fremden Leuten beschlagnahmt. Das soll sich jetzt ändern nur weil wir heute digital sind? Der Kammergerichts-entscheid war auch ein Witz! Aber jetzt ist alles gut.

  • Alex am 12.07.2018 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    endlich mal was Positives

    Dieses Urteil ist auf jeden Fall z ubegrüssen. "Digitales Erbe" klingt ausgezeichnet. Ein Schritt in die richtige Richtung.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Alex am 12.07.2018 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    endlich mal was Positives

    Dieses Urteil ist auf jeden Fall z ubegrüssen. "Digitales Erbe" klingt ausgezeichnet. Ein Schritt in die richtige Richtung.

  • Ichlebenoch am 12.07.2018 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Facebook ganz schön frech

    Schon erschreckend, das diese Mutter deshalb überhaupt zu Gericht musste. Als gesetzliche Vormund eines Kindes. Früher hat man Tagebücher und ähnliches geschrieben und das blieb den Eltern auch und wurde unter normalen Umständen (außer bei Verbrechen) nicht von wild fremden Leuten beschlagnahmt. Das soll sich jetzt ändern nur weil wir heute digital sind? Der Kammergerichts-entscheid war auch ein Witz! Aber jetzt ist alles gut.