"DoNotPay"

30. Juni 2016 16:11; Akt: 13.07.2016 03:41 Print

Roboter-Anwalt ficht Strafzettel an

In London und New York haben Autofahrer, die sich von Parksheriffs ungerecht behandelt fühlen, mit der Website "DoNotPay" einen starken Partner an der Seite. Ein kostenloser Anwalt-Bot berechnet die Chance auf eine Anfechtung und begleitet den "Mandanten" durch das Verfahren - durchwegs erfolgreich.

 (Bild: Fotolia.com)

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In London und New York haben Autofahrer, die sich von Parksheriffs ungerecht behandelt fühlen, mit der Website einen starken Partner an der Seite. Ein kostenloser Anwalt-Bot berechnet die Chance auf eine Anfechtung und begleitet den "Mandanten" durch das Verfahren - durchwegs erfolgreich.
Anwälte tragen zumeist Anzug und Krawatte und werden bezahlt, jener von "DoNotPay" ist hingegen keinem Dresscode, sondern nur einem Quellcode verpflichtet und verrichtet seine Dienste gratis. Es handelt sich um einen Bot, ein Computerprogramm. 

Beeindruckende Erfolgsquote

Die Zahlen geben dem Vertrauen, das Autobesitzer in den Anti-Parkstrafen-Dienst setzen, recht. Angeblich konnte dieser in London auf diesem Weg 150.000 unberechtigt ausgestellte Parkstrafen abwenden. Damit hat "DoNotPay" seinen Nutzern Kosten in der Höhe von rund 3,6 Millionen Euro erspart. Die Erfolgsrate hat sich von 47 Prozent Anfang 2016 auf 64 Prozent verbessert.

Zunächst muss der Nutzer die Situation schildern, die zu der Parkstrafe geführt hat. So wird abgeklärt, ob etwa Schilder von Bäumen verdeckt waren. Nach kurzer Zeit hat das Programm die benötigten Daten gesammelt, ein Algorithmus bewertet die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Anfechtung. Macht eine Beschwerde Sinn, steht der Bot dem Nutzer auch während des Prozesses bei.
Erfinder des Dienstes ist Joshua Browder. Der 19-jährige Engländer, dem selbst erhaltene Parkstrafen zur Gründung des Dienstes inspirierten, sieht sich selbst als Robin Hood: "Menschen die Strafzettel bekommen, gehören zu den verletzlichsten der Gesellschaft. Sie wollen das Gesetz nicht brechen und werden von lokalen Regierungen als Einnahmequelle ausgenutzt", sagt der Parkstrafen-Rebell.

Asylverfahren-Bot geplant

Browder, der mittlerweile in Stanford (USA) studiert, ist mit seinem Dienst expandiert. Nun können auch Betroffene in New York darauf zurückgreifen. "DoNotPay" ist außerdem nicht mehr auf Parkstrafen begrenzt. Er hilft auch dabei, Geld im Fall von Flugverspätungen zurückzufordern. Browder plant außerdem einen Chatbot, der Menschen während Asylverfahren begleitet.

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