Stress-Studie

04. Februar 2019 16:47; Akt: 04.02.2019 16:49 Print

So sehr leiden Jugendliche unter ihrem Smartphone

Eine aktuelle Untersuchung zeigt, wie Österreichs Jugend mit der Sogwirkung digitaler Medien, ständiger Erreichbarkeit und Ablenkung umgeht.

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"Jugendliche im digitalen Zeitstress" nennt sich eine neue Untersuchung unter 400 Jugendlichen im Alter von 11 bis 17 Jahren vom Institut für Jugendkulturforschung, das vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) und den Internet Service Providers Austria (ISPA) in Auftrag gegen wurde.

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So ist jeder Dritte Jugendliche vom eigenen Smartphone gestresst. Mehr als ein Drittel der Befragten (35 Prozent) geben an, dass ihnen das Handy und andere digitale Geräte "manchmal zu viel" werden. Das trifft auf 15- bis 17-Jährige (44 Prozent) weit häufiger zu als auf 11- bis 14-Jährige (27 Prozent). Unterschiede gibt es auch zwischen Mädchen und Buben. So sind bei Mädchen vier von zehn mit dem Smartphone überfordert, bei den Buben etwas mehr als drei von zehn.

Ausgrenzung befürchtet

Mehr als die Hälfte der Jugendlichen (55 Prozent) sind zudem genervt, dass sie selbst zu viel und oft auf ihr Smartphone starren. Rund ein Drittel (34 Prozent) beklagt sich darüber auch bei den eigenen Eltern. Noch kritischer werden da nur Freunde gesehen: Sechs von zehn Jugendliche (59 Prozent) stören sich daran, dass ihre Freunde zu viel auf ihr Handy schauen, wenn sie gemeinsam unterwegs sind.

Den größten Stressfaktor legen sich die Jugendlichen dabei selbst auf: Ihre Erwartungshaltung. 60 Prozent der Jugendlichen gehen davon aus, dass sie auf Nachrichten in WhatsApp, Snapchat und anderen Diensten "sofort" oder zumindest "innerhalb weniger Minuten" eine Antwort erhalten. Gruppen in Sozialen Netzwerken, in denen manchmal Hunderte Nachrichten täglich ausgetauscht werden, verstärken diesen Stress. Wer nicht mitmacht, fürchtet soziale Nachteile und Ausgrenzung.

Gleich nach dem Aufwachen

Die Studie zeigt auch, dass zwei Drittel (66 Prozent) spätestens fünf Minuten nach dem Aufwachen das erste Mal auf ihr Handy schauen. Nur vier Prozent lassen sich mehr als eine Stunde damit Zeit. Damit ist auch nicht verwunderlich, dass das Handy bei 81 Prozent der Jugendlichen in der Nacht im eigenen Zimmer liegt – bei 30 Prozent eingeschaltet und bei 21 Prozent im Flugmodus, jeweils im oder direkt neben dem Bett sowie bei weiteren 30 Prozent irgendwo im Zimmer.

"Im digitalen Zeitalter sind Kinder und Jugendliche gefordert, mit den Verlockungen, der ständigen Erreichbarkeit und der Ablenkung durch digitale Geräte umzugehen. Dabei brauchen sie Unterstützung – gerade von den Eltern", so Bernhard Jungwirth, Saferinternet.at-Koordinator. In 62 Prozent der Familien der befragten Jugendlichen gibt oder gab es bereits Regeln zur Nutzung digitaler Geräte. Die häufigsten sind Handyverbot beim gemeinsamen Essen, kein Handy beim Erledigen der Hausaufgaben und Zeitlimits. Gleichzeitig soll fast die Hälfte der Befragten ständig für die Familie erreichbar sein.

Auch Eltern brauchen Regeln

Der elterliche Widerspruch, dass Kinder ihr Handy weglegen, aber gleichzeitig immer erreichbar sein sollen, muss überdacht werden, so Barbara Buchegger, pädagogische Leiterin von Saferinternet.at. "Für die Akzeptanz von Regeln bei den Kindern ist es entscheidend, dass es auch Regeln für die Eltern gibt. Und dass Eltern genauso bereit sind, Konsequenzen zu tragen und sich nicht in Ausreden flüchten", so Buchegger. Immerhin: Sind Regeln aufgestellt, halten sich 89 Prozent der Kinder "immer" oder "eher schon" daran.

Trend zum "Digital Detox"

Je älter die Jugendlichen in der Befragung, desto größer wird auch der selbstauferlegte digitale Entzug. So geben 28 Prozent der Befragten an, schon einmal eine "digitale Diät" gemacht, also eine Zeit lang bewusst auf Handy und Computer verzichtet zu haben. Dazu zählt nicht nur, dass Handy auszuschalten. Erste Schritte sind getan, wenn das Handy mal in der Hosentasche bleibt, wenn man auf den Bus wartet oder eine Nachricht kommt. Auch wenn es anfangs nur ein paar Minuten sind.

Saferinternet.at bietet Eltern, Schulen und Jugendlichen Tipps und Empfehlungen für den Familienalltag, Workshops, Unterrichtsmaterialien und zahlreichen weiteren Informationsangebote.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ManOfSteel am 04.02.2019 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Technik die unseren Alltag beeinflusst

    Dank unseren Smartphones werden wir konstant getrackt, gemessen und erhalten zugeschnittenes Feedback rund um die Uhr. Stück für Stück werden wir immer mehr beeinflusst von Technik, die wir nicht sehen können, für Zwecke, die wir nicht kennen. Die "Meinung der anderen" hat einen großen Einfluss bekommen. So groß, dass wir bereit sind, unser Verhalten entsprechend zu ändern. Text vom Jaron Lanier - zu finden auf der Heute-Webseite - "10 Gründe, Ihre Social Media Konten zu löschen"

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  • Kannitverstan am 04.02.2019 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unentbehrlich geworden

    Für viele Jugendliche ist das Smartphone in ihrem Leben verankert, sie kennen es nicht anders. Heute laufen schon die fünfjährigen Smombies durch die Gegend.

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  • H. O. am 04.02.2019 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Doppeltes Leid

    Und die Erwachsenen leiden unter dem Leiden der Jugendlichen mit.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Kannitverstan am 04.02.2019 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unentbehrlich geworden

    Für viele Jugendliche ist das Smartphone in ihrem Leben verankert, sie kennen es nicht anders. Heute laufen schon die fünfjährigen Smombies durch die Gegend.

    • srkstsch am 05.02.2019 09:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Kannitverstan

      und warum? weils die Eltern vor machen.

    • Kannitverstan am 05.02.2019 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @srkstsch

      Eben, und alle glauben, das Zeug gibt es schon ewig. Lustig, wie man in zwanzig Jahren vergisst, dass man auch mit seinem Gegenüber sprechen kann.

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  • ManOfSteel am 04.02.2019 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Technik die unseren Alltag beeinflusst

    Dank unseren Smartphones werden wir konstant getrackt, gemessen und erhalten zugeschnittenes Feedback rund um die Uhr. Stück für Stück werden wir immer mehr beeinflusst von Technik, die wir nicht sehen können, für Zwecke, die wir nicht kennen. Die "Meinung der anderen" hat einen großen Einfluss bekommen. So groß, dass wir bereit sind, unser Verhalten entsprechend zu ändern. Text vom Jaron Lanier - zu finden auf der Heute-Webseite - "10 Gründe, Ihre Social Media Konten zu löschen"

    • UnbequemAberWahr am 05.02.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      Sie haben recht,

      ... allerdings nur dann, wenn Sie das oben geschriebene zulassen. Ohne smartphone lebt es sich eindeutig besser und mit deutlich mehr Privatsphäre :-)!

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  • H. O. am 04.02.2019 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Doppeltes Leid

    Und die Erwachsenen leiden unter dem Leiden der Jugendlichen mit.

    • Bert.K am 04.02.2019 18:06 Report Diesen Beitrag melden

      Beileid

      Ich denke auch , wenn sie darunter leiden sollen sie den Dreck wegschmeissen .

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