In Mala Rohan sind viele Gebäude völlig zerstört, Trümmerhaufen, verlassene Panzer und andere Militärfahrzeuge säumen die Straßen. Dazwischen liegen zahlreiche Leichen, die meisten laut AFP offenbar von russischen Soldaten. Das ist das schreckliche Bild, das sich aktuell in der Ortschaft östlich der Großstadt Charkiw darbietet.
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Die ukrainische Armee war bei ihrer Gegenoffensive als Siegerin aus tagelangen Kämpfen mit den Russen hervorgegangen. Mala Rohan ist aus ukrainischer Sicht strategisch wichtig, da von hier aus immer wieder russische Artillerie das nahe Charkiw unter Beschuss genommen hatte.
Der Großteil der ukrainischen Soldaten ist bereits weitergezogen und attackiert einige Kilometer entfernt russische Stellungen. Das stehen gelassene Kriegsgerät der Invasoren wird, soweit funktionsfähig, gleich für den eigenen Bedarf eingespannt.
Mala Rohan hatte bereits am 33. Kriegstag Schlagzeilen gemacht, als im Messenger-Dienst Telegram ein Video auftauchte, das Kriegsverbrechen ukrainischer Soldaten und freiwilliger Kämpfer an russischen Kriegsgefangenen zeigen soll.
Auf dem Video laut "Bild" zu sehen: Etwa 20 angebliche Ukrainer, die zehn mutmaßliche Putin-Soldaten misshandeln, verhören und anschießen, nachdem sich diese bereits ergeben haben. Fix ist bisher nur, dass es tatsächlich in einer Molkerei in Mala Rohan aufgenommen wurde und die Anwesenden Russisch mit ukrainischem Akzent, wie in der grenznahen Region üblich, sprechen.
Sowohl die ukrainische Regierung in Kiew als auch das UN-Büro für Menschenrechte wollen das Video und den gezeigten Vorfall nun eingehend prüfen.