Weniger empfänglich für negative Empfindungen

19. Juni 2019 09:19; Akt: 19.06.2019 09:19 Print

Antidepressiva können Empathie verringern

Wie neueste Forschungen in Wien aufzeigen, kann die Einnahme von Antidepressiva Auswirkungen auf die Empathiefähigkeit haben.

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Bis jetzt galt in Forschungskreisen großräumig die Vermutung, dass die psychische Störung der Depression der Auslöser für ein verringertes Empathievermögen sein kann. Forscher an der Universität Wien legen nun nahe, die Perspektive neu zu verlagern. Ihre aktuellen Untersuchungen zeigen, dass es auch die Medikation selbst sein kann, die verminderte Empathiefähigkeit verursacht.

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Trennung der Einflüsse von Krankheit und Medikament

Bisher war man mit einem anderen Ansatz vorgeschritten. Bei den früheren Untersuchungen waren fast ausschließlich Patienten, die unter dem Einfluss von Antidepressiva gestanden hattten, Teilnehmer gewesen. In Wien versuchte man sich nun an einem neuen Ansatz: Die Einflüsse einer Depression von der Wirkung einer Einnahme von Antidepressiva getrennt zu betrachten.

Dabei untersuchte das Forscherteam die Patienten diesmal sowohl vor ihrer depressiven Phase das erste Mal, als auch nach einer Phase der dreimonatigen Einnahme von Antidepressiva.

Weniger Hirnaktivität als Kontrollgruppe

Vor der Medikationsphase zeigten sich in der Hirnaktivität keine Abweichungen von der Kontrollgruppe. Nach dreimonatiger Einnahme von Antidepressiva war jedoch eine deutliche Abnahme des empathischen Reaktionsapparats zu verzeichnen.

Weniger empfänglich für negative Empfindungen

Markus Rütgen vom Institut für Psychologische Grundlagenforschung und Forschungsmethoden der Universität Wien schildert gegenüber dem Kurier, dass "diese verringerte Reaktion bei der Wahrnehmung von Schmerzen anderer nicht auf eine allgemein gesenkte Empfindsamkeit gegenüber negativen Emotionen zurückzuführen" sei. Er vermutet, dass es durchaus einen positiven Einfluss auf die Genesung haben könnte, wenn man weniger empfänglich für negative Empfindungen ist.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ja ja am 19.06.2019 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja

    Bei der Reha sagens einem, dass die Mittelschen die Persönlichkeit nicht verändern und dass sie gut absetzbar sind, wenn man sie nicht mehr benötigt. Auch verschweigens einem, dass die Benzos die Tiefschlafphasen komplett killen.

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  • Thirona Sul am 21.06.2019 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur...

    ...negative Gefühle werde ausgeblendet. Im Gesamten dämpfen Antidepressiva jegliche Empathien. Nicht nur, dass es schlimm genug ist für Menschen mit Depressionen im Alltag zu bestehen, werden sie für die Gesellschaft leider noch unzugänglicher, wenn die Kranken anderen keine Empathie entgegen bringen. Ich erlebe das fadt täglich u. ob meines Wissens darüber ist es enorm schwierig mit solch einer Person klar zu kommen. Ich sehe Nachholbedarf in der Medizin. Zu leichtfertig werden oft starke Antidepressiva verschrieben. Meistens in Kombination mit Schlafmitteln oder Beruhigungsmitteln. Das löst die Probleme nicht, denn dadurch geht auch das ohnehin selten gewordene Glücksgefühl verloren, was die Patienten schmerzlich vermissen (Motivationsbringer). In Watte gepackt fristet man ein Dasein mit wenig Höhen und Tiefen und genau diese gilt es für den Patienten als "normal" anzuerkennen. Therapien helfen nur bedingt. Viele Patienten schämen sich ob ihrer Krankheit und gaukeln zum Selbstschutz Psychologen und Therapeuten etwas vor. Leider ist auch die Ausbildung von diesen Ärzten und Therapeuten zu theoretisch. Keiner kann in den Kopf eines anderen blicken. Dieserart Krankheiten entstehen durch unterschiedliche Impulse oder wurden gar weitervererbt. Die Schnelllebigkeit der Gesellschaft fördert Druck und Stress, die Psyche wehrt sich. Die Medizin hat noch viel zu lernen...

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  • Fritz am 21.06.2019 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Zeug ist Gift

    Dazu kommt, dass dieses Gift nie richtig getestet wurde und dessen Wirkung in Wahrheit unbekannt ist. Die meisten Selbstmorde werden durch Personen verübt die Antidepressiva einnahmen. Ich habe sie selbst eine Zeit lang genommen und sie sind sehr wohl persönlichkeitsverändernd. Man ist nicht mehr man selbst und befindet sich durchgehend wie in einem Nebel. Emphatie ist auch nur eingeschränk vorhanden. Außerdem gibt es Studien die vermuten lassen, dass diese Tabletten das Gehirn dauerhaft schädigen. Dieses Zeug wurde seinerzeit wieder einfach durchgeboxt um Profit zu machen. Hände weg sage ich.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Fritz am 21.06.2019 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Zeug ist Gift

    Dazu kommt, dass dieses Gift nie richtig getestet wurde und dessen Wirkung in Wahrheit unbekannt ist. Die meisten Selbstmorde werden durch Personen verübt die Antidepressiva einnahmen. Ich habe sie selbst eine Zeit lang genommen und sie sind sehr wohl persönlichkeitsverändernd. Man ist nicht mehr man selbst und befindet sich durchgehend wie in einem Nebel. Emphatie ist auch nur eingeschränk vorhanden. Außerdem gibt es Studien die vermuten lassen, dass diese Tabletten das Gehirn dauerhaft schädigen. Dieses Zeug wurde seinerzeit wieder einfach durchgeboxt um Profit zu machen. Hände weg sage ich.

  • Thirona Sul am 21.06.2019 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur...

    ...negative Gefühle werde ausgeblendet. Im Gesamten dämpfen Antidepressiva jegliche Empathien. Nicht nur, dass es schlimm genug ist für Menschen mit Depressionen im Alltag zu bestehen, werden sie für die Gesellschaft leider noch unzugänglicher, wenn die Kranken anderen keine Empathie entgegen bringen. Ich erlebe das fadt täglich u. ob meines Wissens darüber ist es enorm schwierig mit solch einer Person klar zu kommen. Ich sehe Nachholbedarf in der Medizin. Zu leichtfertig werden oft starke Antidepressiva verschrieben. Meistens in Kombination mit Schlafmitteln oder Beruhigungsmitteln. Das löst die Probleme nicht, denn dadurch geht auch das ohnehin selten gewordene Glücksgefühl verloren, was die Patienten schmerzlich vermissen (Motivationsbringer). In Watte gepackt fristet man ein Dasein mit wenig Höhen und Tiefen und genau diese gilt es für den Patienten als "normal" anzuerkennen. Therapien helfen nur bedingt. Viele Patienten schämen sich ob ihrer Krankheit und gaukeln zum Selbstschutz Psychologen und Therapeuten etwas vor. Leider ist auch die Ausbildung von diesen Ärzten und Therapeuten zu theoretisch. Keiner kann in den Kopf eines anderen blicken. Dieserart Krankheiten entstehen durch unterschiedliche Impulse oder wurden gar weitervererbt. Die Schnelllebigkeit der Gesellschaft fördert Druck und Stress, die Psyche wehrt sich. Die Medizin hat noch viel zu lernen...

    • Fritz am 21.06.2019 07:29 Report Diesen Beitrag melden

      Perfekt

      Dem ist nichts hinzuzufügen. Hände weg von diesem Gift.

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  • Caramba am 19.06.2019 17:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ist das die Erklärung

    warum es soviele Rechtswähler gibt?

    • Caramba am 20.06.2019 23:19 Report Diesen Beitrag melden

      Die Empathiebefreiten

      können und wollen es halt nicht wahrhaben.

    • Thirona Sul am 21.06.2019 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Caramba

      Ein höchst unangebrachtes Statement. Psychisch Kranke sollen etwas wahrnehmen können/wollen, obwohl medizinisch alles dafür getan wird, dass sie empathiebefreit sind? Sie wissen aber schon, was der Begriff Empathie bedeutet, oder?

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  • Ja ja am 19.06.2019 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja

    Bei der Reha sagens einem, dass die Mittelschen die Persönlichkeit nicht verändern und dass sie gut absetzbar sind, wenn man sie nicht mehr benötigt. Auch verschweigens einem, dass die Benzos die Tiefschlafphasen komplett killen.

    • Thomas Schwerdtfeger am 19.06.2019 14:17 Report Diesen Beitrag melden

      DM

      Benzodiazepine sind keine Antidepressiva und werden von verantwortungsvollen Psychiatern nur zur kurzfristigen Krisenintervention verordnet! Alles andere ist ein Kunstfehler!

    • Thirona Sul am 21.06.2019 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ja ja

      Leider ist das so. Es scheint wahrlich nur darum zu gehen, so viel wie möglich der Pharmaindustrie zukommen zu lassen. Schon leichte Antidepressiva lösen nach längerer Einnahme ein Suchtverhalten aus. Zudem wird man auf einer REHA instruiert, wie man als älterer Arbeitnehmer schneller in Pension gehen kann. Sehr wiedersprüchliche Informationen. Das meiste davon hat nichts damit zu tun, die Patienten heilen zu wollen. Das System spricht schlichtweg dagegen.

    • Fritz am 21.06.2019 07:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Thirona Sul

      Mit ihnen würde ich mich gerne mal näher unterhalten, da ich selbst früher betroffen war und ähnlich denke wie sie.

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