Überdosis

08. April 2019 13:32; Akt: 08.04.2019 16:13 Print

Zu viel Vitamin D – Mann erleidet Nierenversagen

Ein Kanadier kam mit Nierenschwäche aus dem Urlaub zurück. Spezialisten fanden die Ursache: eine Überdosis Vitamin D.

(Symbolbild) Der 54-Jährige schädigte seine Nieren durch zuviel Vitamin D. (Bild: iStock)

(Symbolbild) Der 54-Jährige schädigte seine Nieren durch zuviel Vitamin D. (Bild: iStock)

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Ein Mangel an Vitamin D ist vor allem in lichtarmen Monaten bei vielen Menschen hierzulande ein weit verbreitetes Problem. Was die meisten wohl nicht wissen: Man kann auch eine Überdosis des wichtigen Vitamins haben. Das passierte auch einem 54-jährigen Kanadier – mit gravierenden Folgen.

Er kehrte von einem Badeurlaub in Südostasien mit stark erhöhten Creatinin-Werten im Blut zurück, wie aus einem Fachbericht im Canadian Medical Association Journal (CMAJ) hervorgeht. Creatinin (auch Kreatinin) ist ein Stoffwechselprodukt, das über die Nieren und den Urin ausgeschieden wird.

Es hat keine besondere Bedeutung für den Organismus, wird aber zur Überprüfung der Nierenfunktion verwendet. Die erhöhten Werte deuteten bei dem Patienten auf Nierenversagen hin.

Überdosis Vitamine

Nachdem der Mann an einen Spezialisten überwiesen wurde, stellte dieser Hyperkalzämie (erhöhten Kalziumspiegel im Blut) fest – verursacht durch eine Vitamin-D-Überdosis. Die Kalzium-Konzentration im Blut erfolgt unter anderem über Vitamin D.

Es stellte sich heraus, dass dem Mann vorbeugend eine relativ hohe Dosis Vitamin D verschrieben wurde. Der behandelnde Arzt empfahl dem Mann wohl, bis zu acht Tropfen täglich zu sich zu nehmen. Zweieinhalb Jahre lang nahm der Mann das Nahrungsergänzungsmittel wie empfohlen – und damit insgesamt 8.000 bis 12.000 IE (Internationale Einheiten) pro Tag
– ein.

Mann litt gar nicht unter Mangel

Offenbar hatte der 54-Jährige jedoch gar keinen Vitamin-D-Mangel. Infolgedessen entwickelte er einen sehr hohen Kalziumspiegel im Blut, was zu erheblichen Nierenschäden führte.

Die Möglichkeit einer Überdosis Vitamin D besteht zwar, kommt grundsätzlich aber selten vor. "Da müsste man über einen Zeitraum von mehreren Monaten mit Ergänzungsmitteln stark überdosieren", sagte Karin Amrein von der Uni-Klinik für Innere Medizin (Klinische Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel) der MedUni Graz gegenüber dem "Kurier".

Bei der Produktion von Vitamin D durch Sonnenlicht kann es übrigens zu keiner Überdosis kommen. Vitamin D in der Haut baut sich nämlich von selber ab.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 2019Vienne am 08.04.2019 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Vorher Status erheben

    VOR einer Einnahme UNBEDINGT in einem Labor den Vit-D-Status (= 1 x Blutabnahme) mit schriftl. Befund machen lassen. Weiters: Echte Überdosierungen machen sich sehr rasch durch eine "gewisse Unverträglichkeit" bemerkbar = Übelkeit - arge Magenschmerzen - bis zum Erbrechen! Weiters: im o.a. Artikel angeführte tägl. Einheiten längerfristig sind m.E. totaler Wahnsinn u. kann real nur auf eigenmächtige Einnahme schließen! Hyperkalzämie kann grundsätzlich auch andere Ursachen haben u. entsteht nicht nur alleine von zu viel Vit-D!

  • Silvia K am 09.04.2019 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz korrekt

    Kommt immer auch noch auf die Erkrankungen an. Viele Erkrankungen brauchen höhere vit D Substitution, weil es u.a. auch Resorptionsstörungen gibt, sodass nur ein Bruchteil der eingenommen Dosis aufgenommen werden kann.

  • Sax am 08.04.2019 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel..

    Bei mir wurde ein hoher Vitamin D Mangel festgestellt. Bekam für sieben Wochen das Medikament Dekristolmin 20.000 i.E. 2 Kapseln pro Woche. Danach wird wieder ein Vitamin D Status erhoben. Deshalb 12.000 i.E. pro Tag für zwei Jahre ist eindeutig zu viel.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Petri Ski am 16.04.2019 23:40 Report Diesen Beitrag melden

    Vitamin D man kann durchaus Mangel haben

    Dazu muss man jetzt aber auch sagen, dass da durchaus mal auch seitens des Arztes eine Blutuntersuchung gemacht hätte werden müsen um zu sehen wie sich denn das Vitamin D anstellt und wie viel man nehmen muss, denn es ist doch durchaus so, dass man wenn ein akuter Mangel herrscht mal mit höheren Dosen anfangen kann. Ich selbst litt auch unter Mangel, der wurde erst besser als ich mit D3 Solavit K2 angefangen hatte. Wenn man dann die Tropfen gut und konstant nimmt, dann wird das auch.

  • Anja Pump am 11.04.2019 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Vitamin D

    Ich nehme 1mal die Woche eine Tablette weil ich MS krank bin

  • Frodo am 10.04.2019 06:37 Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliche , aber anders

    Wieder ein Beispiel zum Vitamin D, wo ein absoluter Einzelfall, wo keiner weiß, welche anderen Erkrankungen dieser Mann hatte, zum Anlass genommen wird, aggresiv vor Vitamin D propagandistisch zu warnen. Die softe Warnung aus der Vergangenheit hatte wohl keine Wirkung, darum jetzt eine tötliche Warnungen. Erinnert irgendwie auch an die Masern Kampanie. Gefährlich ist allein die Verdummungsgefahr bei Menschen, welche sich niemals tiefgründig Informieren. Nur mal zum Nachdenken: Die Kalzifizierung beginnt erst bei über 150.000 IE täglich. Erst ab da beginnt der Kalziumspiegel zu steteigen.

    • Frodo am 10.04.2019 09:47 Report Diesen Beitrag melden

      Update

      Fehlerteufel aber auch :) Ich meine natürlich 150ng/ml Vitamin D Spiegel im Blut und nicht 150.000 IE. Sorry. Was auch ausser Acht gelasen wird, das Vitamin D3 und Vitamin K2 zusammen genommen werden sollten, jedenfalls dringend notwendig ab 150 ng/ml Vitamin D im Blut. Denn Vitamin K2 carbolysiert Proteine, die das Kalzium aus dem Blut wieder in die Knochen bringen und K2 hat eine Menge weiterer wichtige Aufgaben, vor allen Dingen die Gefäßverkalkungen abzubauen, was sonst zu Bluthochdruck, Herzschlag und Schlaganfall führt. Einfach Vitamin D zu schlucken ohne Hirn ist geährlich.

    einklappen einklappen
  • Silvia K am 09.04.2019 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz korrekt

    Kommt immer auch noch auf die Erkrankungen an. Viele Erkrankungen brauchen höhere vit D Substitution, weil es u.a. auch Resorptionsstörungen gibt, sodass nur ein Bruchteil der eingenommen Dosis aufgenommen werden kann.

  • Silvia K am 09.04.2019 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Die Dosis macht das Gift

    Was viele nicht wissen. Vitamin D Mangel verursacht Nierenschwäche, was in Folge dann zu Nierenversagen führt. Beide Extreme schaden!