Drei Milliarden Frauen betroffen

17. April 2019 10:49; Akt: 17.04.2019 10:57 Print

Soll die Krankenkasse eine Fettabsaugung bezahlen?

Der deutsche Gesundheitsminister möchte die Therapie gegen Lipödeme zu einer Leistung der Krankenkassa ausbauen.

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In Deutschland leiden etwa drei Millionen Frauen an krankhaft dicken Beinen. Weil eine Diät nur begrenzte Erfolge erzielt, möchte der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) das Fettabsaugen zu einer Kassenleistung machen. Eine Nachricht, die vielen Betroffenen Hoffnung gibt.

Es trifft auch schlanke Menschen

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Bei zwei Drittel der Frauen ist eine Tendenz zu Übergewicht vorhanden, andere wiederum verfügen vor Ausbruch des Lipödems über ein normales Körpergewicht. Genetische Faktoren, wie auch die Ausschüttung von Sexualhormonen in der Pubertät werden als mögliche Ursachen gesehen. Wer dann von einer Diät zur nächsten rennt, riskiert ein falsches Körpergefühl und letzten Endes eine Essstörung. "Wer weniger Kalorien verzehrt, ändert ja nichts an der Fettverteilung im Körper," argumentiert Gabriele Faerber von der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie gegenüber der "Welt".

Meist keine dauerhaften Erfolge

Der Effekt einer Fettabsaugung ist in vielen Fällen nicht von langer Dauer. Deswegen ist es wichtig, die Therapie richtig anzusetzen. Kompressionsstrümpfe sind eine Alternative. Genauso wichtig sei eine Umstellung auf eine weniger auf einfachen Kohlenhydraten, Weißbrot, Softdrinks und Süßigkeiten basierende Ernährung, um den Stoffwechsel zu entlasten und den Insulinspiegel zu normalisieren.

Hohe Kosten für das Gesundheitssystem

In Österreich gibt es wie fast bei allen kosmetischen Eingriffen normalerweise keine Beteiligung der Krankenkasse.
Kritiker warnen vor Milliardenkosten, die auf das Gesundheitssystem in Deutschland zukommen könnten, sollte sich die radikale Therapie durchsetzen. Deswegen fordern sie, dass sich diese zunächst auf schwere Fälle der Stufe 3 beschränkt. Der Haken daran: Bei der Stufe sind die Patienten meist stark übergewichtig und der ganze Körper ist betroffen, nicht eine Stelle.

Lipödeme objektiv messbar

Für manche der Leidgeplagten ist es eventuell nicht die richtige Methode. „Schon der Begriff des Lipödems ist irreführend“, betont Faerber gegenüber der "Welt". Man spricht von einem Ödem, wenn sich aus dem Gefäßsystem Flüssigkeitsmengen im Körpergewebe ansammeln. „Beim Lipödem handelt es sich aber um eine Fettgewebserkrankung.“ So kommt es vor, dass sich die Körpermaße stark verschieben.

Eine Frau mit Große 36 kann im Beinbereich Größe 44 haben, so Faerber. Das ist nicht nur für die Psyche eine Belastung. Wer unter einem Lipödem leidet, hat auch starke Schmerzen, die als stumpf oder drückend empfunden werden. Oft werden sie durch Berührung ausgelöst. Über die Ursachen ist man sich im Unklaren.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kritischer Leser am 17.04.2019 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Lipödem sollte 100% diagnostiziert sein

    Da es eine Krankheit ist, wäre ich dafür, dass das die KK zahlt. Da es ja auch mit Schmerzen einhergeht. Frauen, die einfach nur dick sind, sollen entweder abnehmen oder selbst bezahlen.

  • Heimatland am 17.04.2019 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohlstandsproeme

    Solange die Krankenkassen längst nicht alle verschreibungspflichtigen Medikamente bezahlen, wäre Kostenübernahme für Fettabsaugen der reine Hohn!

  • Mal ehrlich am 17.04.2019 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung für Körper

    Nein, der Steuerzahler sollte nicht für Fettabsaugungen aufkommen. Zu einem schönen, trainierten Körper gehört Disziplin und Anstrengungen, nicht ein Zapfhahn an dem man dass überflüssige Fett regelmäßig abzapfen kann... Ist doch absurd, allein so etwas zu fordern. Wen seine Optik stört, der soll was dagegen tun. Ich habe auch 21 kg abgenommen, durch eisernen Willen und nicht durch Geld, dass mir geschenkt wurde.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Sportacus am 18.04.2019 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Keine gute Idee

    Wie wärs, wenn die "Damen" weniger Fast Food in sich reinstopften und mehr trainierten? Warum sollen schon wieder alle Beitragszahler wegen ein Paar undisziplinierter Freßsäcke zum Handkuß kommen???

  • Dicki am 18.04.2019 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Mann mit Bierbauch

    Ich trinke gern Bier, esse viel und vor allem viel Süßes und habe einen fetten Bauch. Ich möchte mir auch auf Krankenkassenkosten den Speckbauch verkleonern lassen.

  • Frau F.A am 18.04.2019 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Beitrag

    wie immer, einige werden unschuldig getroffen, aber trotzdem, wenn man auf der anzahl von Menschen die sich weniger bewegen + Schlecht ernähen schaut, sieht man wie die Menschen sich selbst Ihre Körper schaden, und wieso sollen die steuer von den Unschuldigen für solchen Menschen ausgegeben werden?

  • hueher am 18.04.2019 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so ein Blödsinn

    NEIN soll nicht bezahlen, denn, wer zuviel in sich hineinfrisst, der soll bezahlen!! Wie komme ich dazu, für Fressüchtige mitzubezahlen? Was kommt denn noch auf die Kassen zu? Bin zu dünn, dann bitte Geld für besseres Essen oder habe Durst, will mehr Cola usw........

  • Tomas am 17.04.2019 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Übergewicht ist eine Entscheidung

    Ich habe selbst immer gejammert und andere für meine Fettleibigkeit verantwortlich gemacht (schmeckt alles so gut, Süßigkeiten sind so billig und haben zu viel Kalorien, etc) aber dann hat das Klick gemacht und ich habe eingesehen, dass ICH all das in mich hinein stopfe. Daraufhin habe ich über 2 Jahre 40kg abgenommen. Ohne Diät, Pillen, Hypnose und den ganzen Schwachsinn. Nur vernünftige Ernährung und Sport. Ich finde so eine Leistung sollte von der KK belohnt werden indem man eine Bauchstraffung bekommt, wenn man das Gewicht 5 Jahre hält. Aber Übergewicht belohnen ist einfach falsch.