Ziviler Protest

31. Oktober 2018 09:57; Akt: 31.10.2018 15:37 Print

Demo gegen Familien-Abschiebung in Feldkirch

In Feldkirch wurde am Dienstag gegen die "Grausamkeiten des Asylsystems" demonstriert. Hintergrund ist die geplante Abschiebung einer jungen Familie.

Rund 200 Demonstranten protestierten in Feldkirch gegen die

Rund 200 Demonstranten protestierten in Feldkirch gegen die "Grausamkeiten des Asylsystems" (Bild: Screenshot ORF)

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Wie "Heute" berichtete sorgte die geplante Abschiebung einer iranisch-armenischen Familie aus Sulzberg in Vorarlberg für viel Kritik aus den Reihen der Zivilgesellschaft und der Politik. Vor allem die zeitweise Trennung der Mutter von ihrem 3-jährigen Sohn war vielen Beobachtern übertrieben vorgekommen.

Anti-Abschiebungs Demo vor Asylamt in Feldkirch

Rund 200 Personen demonstrierten daher am Dienstagnachmittag in Feldkirch gegen die ihrer Meinung nach "zunehmende Grausamkeit des österreichischen Asylsystems" und warnten vor einer zunehmenden Amerikanisierung in der Österreichischen Auffassung des Asylwesens. "Die Bilder, die sich in Vorarlberg abgespielt haben sind Bilder, die wir eigentlich aus den USA von Trump kennen gelernt haben. [Dort] hat man Kinder von ihren Eltern getrennt, um so abschreckende Bilder zu erzeugen. Auch hier (in Österreich, Anm.) geht es darum bewusst abschreckende Bilder zu produzieren," so ein Redner des Protestzuges. Gemeinsam forderten die Demonstranten daher wieder "mehr Menschlichkeit" im Asylwesen.

Petition fordert Bleiberecht für Asylwerber

Auch der Fall des 26-jährigen Lehrlings und Asylwerbers Qamar Abbas hatte in der vergangenen Woche für große mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Der junge Mann, der von seinen Arbeitskollegen als fleißiger und beliebter Mitarbeiter beschriebene Lehrling ist seit vergangener Woche untergetaucht, nachdem er am vergangenen Mittwoch hätte abgeschoben werden sollen.

Der Abbas vertretende Rechtsanwalt Stefan Karg hat jetzt beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl eine Beschwerde gegen die Abschiebung seines Mandanten eingereicht und parallel dazu auch eine entsprechende Petition überreicht, die bereits über 1.000 Vorarlberger unterschrieben haben. Gemeinsam fordert man jetzt ein Bleiberecht für den in der Gemeinde beliebten jungen Pakistani, damit er zumindest noch seine Lehre abschließen könne.

Innenministerium gesteht Fehler ein

Das Innenministerium reagierte bereits am Montag auf die umfassende Kritik an der Familientrennung und ließ diese wieder aufheben. Konkret bedeutet das, dass die Familie zusammenbleiben darf, der rechtsgültige Abschiebungsbescheid bleibe davon allerdings unbetroffen, so das Ministerium. Dennoch sei die getrennte Abschiebung der Familie "unverhältnismäßig" so Innenministeriums Sprecher Christoph Pölzl. Die Familie wird daher jetzt in Österreich noch einmal zusammengeführt werden, bevor sie dann gemeinsam abgeschoben werden soll.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • franka am 31.10.2018 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sagt

    mal, was soll das ? jetzt wo endlich was getan wird ist es auch nicht recht, ? ich möchte nur einmal Lesen das die ,die protestieren, für alle Kosten aufkommen .ihr wollt UNS allen kosten aufdrängen? geht's noch?

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  • Nil am 31.10.2018 11:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht bewusst Straftaten

    Wenn er untertaucht geht er auch nicht Arbeiten also gehört er sofort gekündigt, was bei einen ÖsterreicherInnen auch zu Recht sofort wäre.( auch richtig so). Wenn er untertaucht entzieht er sich BEWUSST einer Amtshandlung aus auch strafbar ist, wieder ein Grund mehr was so überhaupt nicht geht. Die glauben sie können sich die Gesetze drehen wie sie es brauchen. Gesetze gelten für alle.

  • Bernhard am 31.10.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Idee des Jahres!

    Da gefällt mir die Idee des Bürgermeisters aus Italien. Sofort einen Vertrag aufsetzten der die Protestler dazu verpflichtet für Kost, Unterkunft und Ärztekosten der Familie aufzukommen!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Habakuk am 31.10.2018 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Am Nachmittag

    Wer an einem Nachmittag eines Arbeitstages demonstrieren gehen kann, ....... Arbeitende Menschen, die Steuer und Sozialabgaben entrichten, können das kaum sein. Soviel zu den Unterstützern.

  • Joseph am 31.10.2018 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Diese Staatsverweiger gleich mitabschieben; Entzug der ö-Staatsbürgerschaft; streichung sämtlicher Zuwendung; einfrieren der privaten Konten; bzw. Einzug deren Besitz; und verwenden für Deckung von Schäden; verursacht durch Faymanns Gäste. Ohne wenn und aber. Es gibt keine 2 Klassenform von Staatsverweigerern

  • Angel66 am 31.10.2018 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    ABFAHRT.. nonstop!

    Eigentlich sollte es auf der A4 in Richtung Flufhafen Schwechat einen Stau geben wegen vollbeladener Polizeibussen mit illegal eingedrungenen, abgewiesenen Asylbewerbern!... am Westbahnhof u. Südbahnhof(Wien-Hauptbahnhof) sollten ebenfalls permanent Züge Richtung Osten/Süden mit solchen "Fahrgästen" abfahren! Nonstop zum nächsten Bahnhof an die Eu-Grenze.Das EU-Parlament, oder.die "berühmten" EU-bürokraten, dürfen einstweilen die Rechnung für die jeweiligen Länder erstellen, aus denen die Wirtschaftsflüchtlinge kamen.. der Transport muß ja schliesslich bezahlt werden. Die Gerichte vor Ort....

  • Willi am 31.10.2018 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Abschieben

    Abschieben, Gesetz ist Gesetz.

  • Paul am 31.10.2018 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nur gemeinsam abschieben

    Genau das wird halt leider oft erfolgreich ganz einfach dadurch verhindert, dass andauernd ein Familienmitglied gerade in irgendeiner "Behandlung" ist. Oft Behandlungen, die im Herkunftsland übrigens eh auch problemlos möglich wären :-(