Silvester

28. Dezember 2018 14:54; Akt: 31.12.2018 11:05 Print

Darum sollten Sie aufs Böllern verzichten

Für ein paar Minuten Feuerwerk zahlen Mensch, Tier und Natur einen hohen Preis. Die Polizei Wien und das Tierschutzvolksbegehren bitten die Bevölkerung, darauf zu verzichten.

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Ein pompöses Feuerwerk gehört zum Jahreswechsel wie Kleeblätter, der Donauwalzer oder "Dinner for One". Doch keine dieser Tradition schadet der Allgemeinheit mehr, als die alljährliche Böllerei. Die Feinstaubbelastung ist enorm. Haustiere leiden – Wildtiere können sterben. Der Mensch gefährdet durch Pyrotechnik nicht nur seine Finger, sondern auch seine Gesundheit nachhaltig, lautet die Kritik.

Umfrage
Silvester ohne Pyrotechnik - geht das?
54 %
20 %
25 %
1 %
Insgesamt 820 Teilnehmer

Viel Feinstaub, panische Tiere, verletzte Menschen

In einer einzigen Nacht werden durch Feuerwerk und Co so viele Feinstaubpartikel in die Luft geschossen, wie in einem Monat durch alle Fahrzeuge in ganz Österreich zusammengezählt. "Die Schadstoff-Konzentration in der Luft übersteigt zu Silvester in Städten die Grenzwerte um das 60-fache", so Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens, das im Frühjahr 2019 starten soll.

"Bitte auf die Silvester-Böllerei verzichten!"

„Hunden und Katzen, mit ihrem sensiblen Gehör, macht die Böllerei große Angst. Für Wildtiere kann sie sogar tödlich enden...Wir fordern daher alle tierliebenden Menschen auf, dieses Jahr auf die Knallerei zu verzichten“, so Sebastian Bohrn Mena. „Die Knallerei bringt Freude für wenige Minuten, hat aber viele sehr negative Auswirkungen...Ob durch die unglaubliche Feinstaubkonzentration in der Luft, die hohe Verletzungsgefahr für Kinder, die Verschmutzung der Natur oder die Ängstigung und Gefährdung von Heim- und Wildtieren“

Mit seiner Kritik ist Bohrn Mena, ehemals "Liste Pilz" (Anmerkung: heißt heute Jetzt) nicht alleine. Auch die Wiener Polizei sowie mehrere Umwelt- und Tierschutzorganisationen bitten die Bevölkerung freiwillig auf Pyrotechnik zu verzichten.

Immer mehr Kritik an Pyrotechnik

"Die Polizei appelliert an die Bevölkerung, freiwillig auf Pyrotechnik zu verzichten, denn die Handhabung dieser Gegenstände ist aus vielerlei Gründen gefährlich", heißt es in einer Aussendung. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass das Zünden von Raketen, Blitzknallkörpern, Schweizerkrachern oder Knallfröschen im Ortsgebiet ausdrücklich verboten ist. (Übersicht in der Bildergalerie oben). Darüber hinaus darf in der Nähe von Tankstellen, Tierheimen, Kirchen oder Krankenhäusern nicht geböllert werden. Es drohen empfindliche Strafen – bereits das bloße Mitführen wird als "versuchte Verwaltungsübertretung geahndet", warnt die Polizei.

Die Beamten werden an verschiedenen Örtlichkeiten Rammschutzmaßnahmen treffen. "Wo und wann diese aktiviert werden, wird nicht näher veröffentlicht", heißt es.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • genug am 28.12.2018 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    kracht und stinkt und kostet

    das werden sich jene, für die lärm machen etwas schönes ist, nicht nehmen lassen. je mindestgesichert desto knallts. nicht mal mitleid mit dem eigenen kampfhund !

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  • chraska am 28.12.2018 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wirbelmanisten zu Silvester

    Hat meine Mutter vor mehreren Jahrzehnten gesagt: Die Knallerbsen sollen in den Krieg ziehen. Dort knallt es besonders schön.In der heutigen Zeit gibt es viele Möglichkeiten für das..... ...Mit einem Knaller tausend Menschen und arme Tiere belästigen können, ist cool? Kann auch ganz schön heiß werden. Kleben Finger irgendwo, ist das overcool.

  • Puppi am 28.12.2018 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Die ganzen Apelle

    nützen nichts,so wie jedes Jahr wird sinnlos das Geld verpulvert ohne nachzudenken.Und nachher darüber jammern,dass man keines hat.Ich freu mich,dass der ganze Silvesterspuk wieder vorbei ist,das neue Jahr kann man auch anders feiern.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • chraska am 29.12.2018 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Böse Geister vertreiben durch Lärm??????

    Sagt man doch,daß Lärm böse Geister, die das nächste Jahr in Ruhe lassen sollen, vertrieben werden. Die bösen Geister sind immer noch da, wie man überall auf der Erde sieht; müßten die schon lange, bei ca 60 X Silvesterlärm vertrieben worden sein. Leider nicht....Wahrscheinlich wollen manche die jetzt und sich damit selbst auch vertreiben.

  • Sera Operumtuorum am 29.12.2018 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Euer Ernst?!?

    Feuerwerke sind schön. Ich hatte als ich klein war Angst vor dem Lärm, aber mittlerweile gehört das für mich zu Silvester dazu! Genau wie das Amen in der Kirche. Was spricht gegen 1 großes, städtisches Feuerwerk und dafür keine Feuerwerkskörper in den Läden?!? Ich finde das wäre die richtige Lösung.

  • GehtKeinemWasAn am 29.12.2018 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Wow

    Wow... Was wollen die uns noch alles wegnehmen.. Tolles Österreich..

  • Southpaw am 29.12.2018 05:55 Report Diesen Beitrag melden

    Es sollte...

    ...ein kontrolliertes Feuerwerk geben. Von der Stadt zum Beispiel. So wie beim Donauinselfest. Privat nicht.

    • Sera Operumtuorum am 29.12.2018 12:50 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig

      Da stimme ich dir zu.

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  • Pawel am 29.12.2018 05:52 Report Diesen Beitrag melden

    Jedem das seine !

    Ich bin auch kein Freund der Knallerei aber so tolerant muss man sein dass man akzeptiert dass Pyrotechnik nun mal zur Tradition dazugehört wie die Tanne zu Weihnachten! Leben und leben lassen war schon immer mein Motto ! Zum knallen kann man doch etwas abgelegenere Orte verwenden wie Felder oder am Stadtrand . Und nebenbei kann man Hunde und Katzen einmal im Jahr doch Zuhause lassen .

    • Sachen Macher am 29.12.2018 19:48 Report Diesen Beitrag melden

      Tradition kann keine Rechtfertigung sein

      Es geht vor allem auch um Wildtiere, wie im Artikelk zu lesen, da spielen sich fürchterliche Tragödien ab. Und eine echte Herz- und Hirnlosigkeit mit "Tradition" rechtfertigen... oh je, diese Ausrede sollte bei reifen, im Lauf der Zeit gescheiter gewordenen Menschen schon lang nicht mehr gelten.

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