Das sagt der Bildungsminister

12. März 2019 17:29; Akt: 13.03.2019 11:52 Print

Dürfen Schüler am Freitag für das Klima streiken?

Seit einigen Wochen streiken auch Österreichs Schüler im Rahmen der Klimademos "Fridays for Future" - doch ist das ein plausibler Grund, der Schule fernzubleiben?

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Kommenden Freitag (15. März 2019) protestieren Schüler europaweit in über 60 Ländern, um ein Zeichen für die Umwelt zu setzen, auch in Österreich. Seit der Aufregung um Greta Thunberg gilt es als die größte Veranstaltung der neuen Jugendbewegung.

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Ist es okay, wenn Schüler in der Schulzeit zur Demo gehen?

In Österreich ist der Klimastreik in sieben Städten geplant: Bregenz, Innsbruck, Salzburg, Linz, Klagenfurt, Graz und Wien. In Wien startet der Streik gleichzeitig an fünf verschiedenen Punkten, die alle über unterschiedliche Routen zu einer Riesen-Versammlung zum Heldenplatz zusammenlaufen. Damit ist es die größte Freitagsdemonstration in Österreich bisher.

So läuft der Streik in Wien ab

Das Programm sieht Versammlungen um 10.30 Uhr an den jeweiligen Treffpunkten vor - während der Schulzeit also. Die fünf Gruppen marschieren dann jeweils zum Heldenplatz, wo es mehrere Ansprachen geben wird. Danach steht ein gemeinsamer großer Demo-Zug an.

"Es geht bei 'Fridays for Future' nicht darum, die Verantwortung auf das Individuum abzuwälzen. Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, die uns ein nachhaltiges Handeln überhaupt erst ermöglichen", sagt Johannes Stangl, einer der Initiatoren des Wiener Klimastreiks.

Auch die Schüler sehen die Lage sehr ernst. "Falls ich einmal Kinder haben sollte, will ich nicht gefragt werden: 'Warum habt ihr damals nichts gemacht, als man noch etwas hätte machen können?' Es ist schon allerhöchste Eisenbahn. Wir können den Klimawandel nicht mehr verhindern, sondern nur noch die Folgen eindämmen", so Lena Schilling, Schülerin an der Herbststraße.

Debatte in Schulen: Dürfen Schüler wegen Demos fehlen?

Die Teilnahme an einer Demo gilt nicht als Entschuldigungsgrund. In manchen Bundesländern, wie etwa in Kärnten, im Burgenland oder in der Steiermark ist es den Schuldirektoren bzw. den jeweiligen Klassenvorständen überlassen, ob den Schülern freigegeben wird.

Unentschuldigte Fehlstunden häufen sich jedoch, vor allem in Wien. Bildungsminister Heinz Faßmann sagt dazu nun gegenüber "Ö1": "Ich finde es gut, wenn sich Schüler für wesentliche Fragen unserer Zeit interessieren und engagieren. Wir haben auf der anderen Seite aber die Schulpflicht. Dahingehend würde ich sagen: Engagement ja, aber vielleicht nach der Schule." Demonstrations- und Meinungsfreiheit, so Faßmann, können unzweifelhaft auch am Nachmittag ausgeübt werden.

Zu der unterschiedlichen Regelung der Bundesländer sagt der Bildungsminister, dass es sich hierbei um eine Verantwortungsdelegation handle. "Manchmal will keiner entscheiden und dann trifft es jene, die dann die Entscheidung nicht mehr weiterdelegieren können. Ich halte das nicht für gut und meine, dass die Bildungsdirektionen hier ruhig eine Entscheidung treffen können und sollen. Die meisten haben das getan."

"Mama, Papa, ich gehe heute zur Demo!" - Wie soll ich reagieren?

"Ich als Vater würde sagen die Schule endet am Freitag um 13 Uhr, dann geh hin, aber vorher bereite dich vor", rät Faßmann. Der Bildungsminister sieht also auch in den Klimademos, die ein höheres Ziel verfolgen, keinen Grund, deshalb der Schule fernzubleiben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian am 12.03.2019 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    SCHULPFLICHT !!!

    Wenn es den kleinen Grünspechten wirklich so wichtig ist, dann gibt es die nächsten 10 Jahre kein Handy, Smartphone oder IPad ! Das wäre eine ernstzunehmende Maßnahme ! Die Welt auf Kosten anderer retten zu wollen ist moralisch nämlich völlig wertlos !...oder aktiv weiterdemonstrieren, und das bitte dann aber am Samstag oder Sonntag um 07.00 Uhr morgens ! ;)

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  • harri am 12.03.2019 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    ein nachhaltiges Zeichen setzen

    einfach nach der Schule auf die Straße gehen und basta, so wie seinerzeit die Lichtermeere, die auch am Abend stattgefunden haben und nicht während der Arbeitszeit. Als Vorreiter u. treibende Kraft beim Klima/Umweltschutz könnten die ca. 50.000 EU-Mitarbeiter in Brüssel alle dienstl. notwendigen innereurop. Reisen nur mehr mit der klima/umweltfreundl. Bahn durchführen und nicht mehr mit den Flieger, die die Umwelt nachhaltig schädigen, da sie keinen KAT haben und so viel Feinstaub produzieren. Das wäre ein Zeichen für ganz Europa u. für die restl. Welt

  • Lolo am 12.03.2019 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Shame on U

    Würde man der Pflicht zur Aufklärung nachkommen, wäre das ganze Hick Hack wieder vergessen. Menschengemachter Klimawandel existiert nicht. Reine Geldmacherei und eine Schande Kinder dafür zu instrumentalisieren.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • ReinholdSulz am 17.03.2019 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Sowas Verlogenes

    Das kann man schon machen: Kinderkreuzzüge organisieren. Damit das Anliegen dringender aussieht. Weil sogar Kinder für ihre Zukunft aufstehen. Man soll sich aber nicht wundern, wenn die Glaubwürdigkeit darunter leidet, dass schulfreie Zeit zum Demonstrieren genommen wird. Dieselben Schüler in ihrer Freizeit, genauso zahlreich bei der Demo. Das hätte ordentlich Gewicht. Dazu geben alle ihr Handy zurück. Es ist völlig unverantwortlich mit so social media wie instagram Serverfarmen zu bechäftigen, die irgendwo stehen, wo der Strom wie genau produziert wird? Die brauchen Strommengen wie Städte.

  • Aaron Mittermayr am 16.03.2019 01:53 Report Diesen Beitrag melden

    FridayForFuture

    Um eines mal klarzustellen. Wir Schüler haben kein Streikrecht während der Schulzeit, doch würde die Politik diesen Aktionen Aufmerksamkeit geben wenn sie nicht gegen etwas verstoßen? Kleine Anmerkug: Man braucht für eine Revolution keine Erlaubnis und wir leben in einer Demokratie. Ist das Demokratie wenn unsere Hilferufe unterdrückt werden und wir nicht mitbestimmen dürfen? Seit froh dass so viele Schüler sich dafür einsetzen.. nur weil es niemand von euch Erwachsenen auf die Reihe bringt. Es ist unsere Zukunft! Wir sollen euren Dreck aufräumen? Sicher nicht!!

  • Ein Stolzer Schüler der streiken wird am 14.03.2019 20:53 Report Diesen Beitrag melden

    Hallo gehts noch?

    Ich sehe hier endlose kommentare wie "dann streikt's doch am abend oder am Wochenende" oder "dann seid doch selbst nachhaltiger" usw. Erstens ich habe nie gedacht das ich einer ausgewachsenen Person das prinzip von einem Strik erklären muss aber hier bin ich. Ein Streik ist ein gemeinsames, meistens gewerkschaftlich (in dem Fall von Klimaaktivisten) organisiertes Einstellen der Arbeit (in dem Fall das Teilnehmen am Unterricht) (durch uns SchülerInnen) zur Durchsetzung bestimmter Forderungen gegenüber den Arbeitgebern (in dem Fall die Regierung). Fortsetzung Siehe nächstes kommentar

    • Ein Stolzer Schüler der streiken wird am 14.03.2019 21:14 Report Diesen Beitrag melden

      Teil 2

      Zweitens ist es ungerecht alle Schüler in einen Topf zu werfen. Würdet ihr das mögen wenn ich sagen würde: "Pfah, diese Erwachsenen sind alle Alkoholiker und faule Säcke" und das nur weil das auf ein paar zutrifft? Ich denke nicht. Sicher ein paar von uns ist der Klimawandel komplett gleichgültig und leben auch so. Aber bei langem nicht alle. Wir können über dieses Thema gerne Diskutiren und wenn ihr Fragen über meine Sichtweise habt Bitte stellt sie. Das funtioniert nur so lange wir das mit gegenseitigem Respekt machen.

    • ReinholdSulz am 17.03.2019 19:46 Report Diesen Beitrag melden

      Völlig unlogisch

      Schüler können definitionsgemäß nicht streiken. Nichts an Druck auf irgendwen entsteht, wenn Schüler nicht in die Schule gehen. Genau genommen verzichten Schüler auf Unterricht, der ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Das ist zwar verboten, wird aber selten streng geahndet. Mit Streik hat Ihr Anliegen nichts zu tun. Das ist Politischer Aktionismus. Dem auf den Leim zu gehen ist besorgniserregend. Und tatsächlich: Schüler müssen in ihrer Freizeit demonstrieren. Um dem Vorwurf zu entgehen: Da erspart sich wer Unterricht.

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  • Daniela am 14.03.2019 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Für eine bessere Welt

    Wir haben diese Zerstörung, den Konsumwahn das Verschieben der Werte vorgelebt und jetzt ist es höchste Zeit zu reagieren - ich bin stolz auf jeden der dorthin geht ob Schüler oder Erwachsenen und der bereit ist Eigenverantwortung zu übernehmen und endlich handelt.

    • ReinholdSulz am 17.03.2019 19:50 Report Diesen Beitrag melden

      Null Eigenverantwortrung

      Eine Demo ist null Eigenveratwortung. Demos werden maßlos überschätzt. Sie dienen oft nur dazu, das eigene Gewissen zu beruhigen. Oder gibt es unter Schülern tatsächlich welche, die ab sofort auf de Gebrauch ihres Handys verzichten. Weil die Serverfarmen der großen Anbieter , die man mit dem Gebrauch sozialer Netzwerke beschäftigt, den Stromverbrauch von Kleinstädten haben. Tendenz dramatisch steigend.

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  • Le ming am 13.03.2019 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    Das Schulpflichtgesetz im Wortlaut:

    Als Rechtfertigungsgründe für die Verhinderung gelten insbesondere: 1. Erkrankung des Schülers, 2. mit der Gefahr der Übertragung verbundene Erkrankungen von Hausangehörigen des Schülers, 3. Erkrankung der Eltern oder anderer Angehöriger, wenn sie der Hilfe des Schülers bedürfen, 4. außergewöhnliche Ereignisse im Leben des Schülers, in der Familie oder im Hauswesen des Schülers, 5. Ungangbarkeit des Schulweges oder schlechte Witterung, wenn die Gesundheit des Schülers dadurch gefährdet ist.

    • le ming am 13.03.2019 22:25 Report Diesen Beitrag melden

      #####

      Weiters geht aus dem Schulpflichtgesetz hervor, dass es im Ermessen des Klassenvorstandes liegt, an ihn herangetragene Entschuldigungsgründe zu akzeptieren. Im Wesentlichen entspricht es der Weisungshierarchie der Beamten, zu denen die Lehrer auch zählen, dass der Landesschulrat vorsorglich eine Weisung an die Schulleiter übermittelt, ob Freistellungen zum Zweck der Klimademo zu gewähren oder nicht zu gewähren sind. Der Schulleiter hat dann die Klassenvorstände entsprechend anzuweisen. Ist ein KV damit nicht einverstanden, kann er sich beschweren, muss aber den "Befehl" ausführen.

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