Herzig

11. Februar 2019 06:00; Akt: 11.02.2019 10:48 Print

Jägerin nimmt mutterloses Rehkitz bei sich auf

In der Gemeinde Zillingdorf lebt ein ganz besonderes Damentrio: Jungjägerin Michaela, Labradorhündin Hex und – seit Mai – das neun Monate alte Reh Capri.

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Eigentlich dürfte Capri nicht mehr am Leben sein. Das Rehkitz verlor gleich bei der Geburt seine Mutter. Auf sich alleine gestellt wären seine Tage gezählt gewesen. Jungjägerin Michaela konnte das Tier jedoch nicht seinem Schicksal überlassen. Sie nahm Capri bei sich auf. Seitdem gibt es die 45-jährige Niederösterreicherin nur noch im Dreierpack mit Hund und Reh.

Rehmama wurde angefahren

Wie kams? Aufmerksame Fußgänger entdeckten vergangenen Mai Capris Mutter schwer verletzt in der Leitha (Niederösterreich). "Vermutlich ein Verkehrsunfall", so die 45-jährige Ziehmama Michaela. Im Bauch des angefahrenen Tiers – Rehkitz Capri.

Die Fußgänger taten genau das Richtige, so Michaela, und verständigten den Jagdleiter der Gemeinde. Dieser "erlöste" die schwer verletzte, schwangere Rehkuh und holte Capri zur Welt – doch was tun mit dem Rehkitz?

"Mit einem Bürojob würde das nicht gehen"

Michaela nahm das junge Reh bei sich auf. Grundsätzlich nicht erlaubt in Österreich, aber mit einem Augenzudrücker vom Jagdleiter der Gemeinde genehmigt. "Capri" wächst nun mit Labrador-Hündin "Hex" auf. Sich um ein Reh zu kümmern, ist keine leichte Aufgabe, so Michaela. "Die ersten vier Tage hat Capri alle zwei Stunden Milch bekommen. Danach alle drei Stunden. Das ging so von Mai bis November", erzählt die 45-Jährige. Das wäre mit einem Bürojob unmöglich gewesen, ist sich die Niederösterreicherin sicher.

Die Jungjägerin arbeitet bei der Gemeinde Zillingdorf, erledigt alles, was in der Gemeinde so anfällt – von Straßen- über Reparatur- bis Reiningungsarbeiten. Es gibt wohl kaum etwas, das die 45-Jährige nicht kann.

Capri nicht zum Abschuss freigegeben

Jägerin nimmt mutterloses Rehkitz bei sich auf

Die drei Damen – vorallem Capri und Hündin Hex, verbringen viel Zeit miteinander. Sie gehen spazieren, suchen gemeinsam Futter und spielen. Capri hat ständigen Zugang zum Haus und einen eigenen Garten, den Jägerin Michalea gerade herrichtet. Das Rehkitz ist Menschen gegenüber scheu. Nur Michaela vertraut sie.

Ziel ist es, Capri wieder auszusetzen. Geschossen darf sie künftig jedoch nicht werden. "Da Capri gar nicht auf der Welt hätte sein sollen, ist sie auch nicht zum Abschuss freigegeben", erklärt die Ziehmama. Vor der nächsten Jagdsaison bekommt Capri Ohrmarken – auf jedem Ohr eine. Die Jäger der Gemeinde wissen damit Bescheid.

Was tun, wenn Sie ein Rehkitz finden?

Sollten Sie ein unbeaufsichtiges Rehkitz entdecken, "fassen Sie es nicht an!", betont Jungjägerin Michaela. "Rufen Sie den Jagdleiter der Gemeinde oder wenden Sie sich an die Polizei, die haben die Nummer des Jagleiters aufliegen". Die Eltern des Tieres würden ihr Baby verstoßen, wenn es nach Menschen riecht. Ein sicheres Todesurteil für ein Rehkitz.

"Capri" ist übrigens die Abkürzung für "Capreolus capreolus". Dem Fachbegriff für Reh.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinz am 11.02.2019 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnung

    Die Woche beginnt hervorragend, mit diesem Artikel

  • Frau am 11.02.2019 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Renate

    Tut im Herzen gut.

  • Hannes am 11.02.2019 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Herz!!!!

    Mein Herz explodiert!!! Das ist doch mal was ganz ganz schönes zur Abwechslung!!!! Bester Beitrag

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Little Richard am 16.02.2019 22:44 Report Diesen Beitrag melden

    So herzig

    Oh mein Gott ist das herzig. Großes Lob an die mensvhliche Jägerin. Man kennt diese leider nur anders. Da könnten sich ihre männlichen Kollegen was abschauen

  • Hannes am 11.02.2019 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Herz!!!!

    Mein Herz explodiert!!! Das ist doch mal was ganz ganz schönes zur Abwechslung!!!! Bester Beitrag

  • gerlinde morauf am 11.02.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    jungjägerin?

    das beginnt ja in der überschrift schon mit einem widerspruch. was wird wohl aus dem reh werden wenn es größer ist. der jagawirt wird halt wildbretwochen außerhalb der jagdsaison haben. warum man Jägerin wird, bleibt für mich ein rätsel. mit tierliebe und naturschutz hat das ganz sicher nichts zu tun. jetzt kommt dann sicher bald die geschichte, dass sie das liebe Rehkitz vor dem bösen wolf gerettet hat, der sich schon blutrünstig darauf stürzen wollte.

  • Frau am 11.02.2019 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Renate

    Tut im Herzen gut.

  • Heinz am 11.02.2019 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnung

    Die Woche beginnt hervorragend, mit diesem Artikel