Niederösterreich

25. Juni 2019 15:58; Akt: 25.06.2019 11:53 Print

Ort will Familie nicht: Muslime planen Demo

Weiterhin Wirbel um die "Causa Weikendorf": Weil der Ortschef den Hauskauf einer elfköpfigen, muslimischen Familie nicht erlaubt, soll am Sonntag eine Protest-Kundgebung stattfinden.

Die Familie darf kein Haus kaufen.  (Bild: Kurier/Gilbert Novy)

Die Familie darf kein Haus kaufen. (Bild: Kurier/Gilbert Novy)

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Das kleine Dörfles (Ortsteil von Weikendorf, Bezirk Gänserndorf) kommt nicht zur Ruhe: Wie berichtet will eine elfköpfige, muslimische Familie in den Ort ziehen, der Bürgermeister lehnte den Kauf der Liegenschaft ab. Begründung: "Die unterschiedlichen Kulturkreise der islamischen sowie der westlichen Welt." (mehr dazu auch hier).

Familie weiterhin abgelehnt

Die Entscheidung sorgte für viel Wirbel, die Familie forderte eine Entschuldigung, fühlt sich diskriminiert ("Heute" berichtete). Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen wurde informiert.

Der VP-Ortchef musste eine erneute Stellungnahme abgeben, die aber zum gleichen Ergebnis führte: Abgelehnt. Die Sozialistische Jugend protestierte daraufhin in Weikendorf. Auch mehrere Autoren und Schriftsteller wie Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek forderten ein "angemessenes Handeln" – siehe hier. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP) stellte indes klar, dass die Religionszugehörigkeit kein Ausschließungsgrund sei.

Kundgebung am Sonntag geplant

Wie der "Kurier" berichtet, kündigten muslimische Aktivisten nun eine Demo im Ort an. Am Sonntag, den 30. Juni von 15 bis 18 Uhr soll es eine Standkundgebung geben. Das Motto: "So ist Weikendorf nicht – Miteinander reden". Ängste gehören abgebaut, sind sich die Organisatoren Muhammed Yüksek und Mustafa Durmus einig.

Der Vize-Bürgermeister von Weikendorf hält die Demo indes für kontraproduktiv, in der derzeitigen "emotional aufgeladenen Situation" bezweifle er einen Nutzen für die elfköpfige Familie, wie er dem "Kurier" sagte. Auch innerhalb der muslimischen Community soll es Skepsis gegenüber der geplanten Aktion geben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • pz am 25.06.2019 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleichheit

    Könnte man in ihrem Heimatland das gleiche verlangen?

    einklappen einklappen
  • angelina am 25.06.2019 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    ziel

    etwas zu erzwingen bringt gar nichts, sie machen sich noch unbeliebter!

  • zimbo am 25.06.2019 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Man wartet auf sie !

    Hoffentlich sind auch die Jellineks dort.

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Sowa am 27.06.2019 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Dr.

    Lässt das Dorf in Ruhe wenn sie diese Familie nicht wollen dann is es so wird einen Grund umsonst sind Sie in Wien nicht rausgeschmissen worden

  • Wolfgang am 27.06.2019 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Liebe muslimische Familie! Ihr fordert Akzeptanz von der österreichischen Bevölkerung, also akzeptiert auch die andere Meinung derselbigen, auch wenn sie Euch nicht gefällt. Dass Ihr Euch an alle "Entscheidungsträger" in in diesem Land medienwirksam wendet, zeigt nur, dass Ihr die Meinung der anderen anscheinend nicht akzeptieren könnt. Damit lockt Ihr vielleicht Aktivisten und Künstler hervor, aber den Rest verärgert Ihr damit und macht es auch für etwaige neue Orte nicht leichter.

  • Lucas am 27.06.2019 02:37 Report Diesen Beitrag melden

    Von Mindestsicherung ?

    Woher kommt das Geld für ein Haus ??

  • Leserinn am 27.06.2019 00:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wie gut die Familie bereits integriert

    ist, sieht man deutlich an der Kleidung. "die Familie forderte" - wie bitte?

  • Alf Melmak am 26.06.2019 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grill auch wochentags

    Die können leicht demonstrieren. Die meisten haben ja das ganze Jahr frei.