Hilferuf St. Pöltner Spital

17. April 2019 06:15; Akt: 17.04.2019 07:55 Print

"Kein Job in Spital, weil falsches Parteibuch"

Der Betriebsrat des Spitals St. Pölten hatte mit einem Brief an die Landeschefin Alarm geschlagen. Pfleger Thomas H. (36): "Personalnotstand? Ich will seit Jahren nach St. Pölten, darf aber nicht...."

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mit einem aufrüttelnden Brief hatten sich der St. Pöltner Angestelltenbetriebsrat-Vorsitzende Wolfgang Schrefl und seine zwei Stellvertreter letzten Montag an Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP) gewandt. Der Inhalt und die Kritik noch einmal kurz zusammengefasst: Steigende Leistungen, demographischer Wandel, akute Unterbesetzung, Ambulanz-Überlastung, Gesundheitsprobleme der Mitarbeiter, Sicherheit der Patienten in Gefahr ("Heute" berichtete letzte Woche).

Umfrage
Pflegenotstand, Ärztemangel - wird es in Spitäler immer schlimmer?

Falsches Parteibuch?

Thomas H. (36), der seit acht Jahren diplomierter Krankenpfleger ist, schloss sein Diplom 2011 mit ausgezeichnetem Erfolg im Universitätsklinikum Sankt Pölten ab. Thomas H. (Name geändert, weil er in Wien einen befristeten Dienstvertrag hat) sagt zum Personalnotstand: "Wenn ich so was lese, muss ich lachen und weinen zugleich. Denn ich habe mich unzählige Male in St. Pölten beworben, müsste dann nicht mehr nach Wien pendeln, wäre in 20 Minuten in der Arbeit. Aber ich habe keine Chance, weil ich bei der falschen Partei bin, früher auch einige Funktionen innerhalb der SPÖ bekleidet habe und nach wie vor Mitglied bin."

Derzeit arbeitet der Familienvater aus dem Mostviertel in einem Wiener Spital, hat nur einen befristeten Vertrag. Beim Tag der offenen Türe letztes Jahr ging der Pfleger direkt auf die Landeshauptfrau zu, sagte: "Ich habe es satt, nach Wien zu pendeln, will nach St. Pölten. Ich habe mich unzählige Male beworben." Laut dem Mostviertler meinte die VPNÖ-Chefin damals: "Sie sind kein Unbekannter."

Der 36-Jährige dazu: "Ja, ich habe als SP-Funktionär einige unangenehme Dinge betreffend VP-Funktionären und Land NÖ aufgezeigt, aber das gehört dazu. Und es ist ein Wahnsinn, welche Leute teilweise aufgenommen werden, nur weil sie das richtige Parteibuch haben."

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(Lie)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hueher am 17.04.2019 06:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    echt jetzt?

    tja Frau Landeshaupt(mann)frau wenn man nun am Futtertrog sitzt geht mich nix mehr an was mit dem kleinen Mann auf der Strasse passiert.......und warum spielt heute noch bei Personalsuche a Parteibiachl a Rolle ??? Trauriges Niederösterreich Du schwoazes Universum

  • Na Servas am 17.04.2019 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ÖVP Bonzen

    Musterbeispiel Niederösterreich. Erwins Schatten schweben über uns. Hanni vollendet was Pröll begonnen hat. Das spielt sogar bis in die Gemeinden hinein.

    einklappen einklappen
  • Eveline am 17.04.2019 06:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Ja leider hat und wird das Parteibuch immer als" Ausreden " genommen. Auch eine Freundin von mir, arbeitet bei der Gemeinde Wien , ist zwar schon ein paar Jahre her, wollte eine Wohnung bekam sie Nicht, weil sie kein Parteibuch hatte.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • steve_wonder24 am 18.04.2019 05:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Die Roten betreiben dieses Spiel schon jahrelang und jetzt beschwert sich ein Roter weil es ihnen einmal umgekehrt passiert? Würde mal sagen, Karma.

  • Sapperlot am 17.04.2019 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch überall das gleiche

    ist aber bei den Roten nicht anders.

  • Kritiker am 17.04.2019 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Amtsmissbrauch der Landeshauptfrau

    Kein Chef, kein Beamte rund auch keine LH darf jemanden wegen einer Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder Organisation benachteiligen. Wenn Mikl-Leitner meint, dass der Mann durch seine Kritiken unangenehm aufgefallen ist, dann hätte sie als LH alle Möglichkeiten, die Missstände untersuchen und beseitigen zu lassen. Aber offenbar will man keine Kritik dulden und die Bevölkerung lieber mundtot machen. Erwin Pröll war hier anders. Der stellte sich der Kritik, wenn auch nicht immer, wie man sich es wünscht.

    • Robert am 17.04.2019 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kritiker

      Stimmt dem Herrn pröll kann man sicher vieles nachsagen.. aber der is zu seinen Handlungen gestanden! Der hat sich auch mit den groß Grund Besitzern angelegt. Die wollten alles einfrieden. Hat Herr pröll verhindert. Jetzt gibt es ein macht Vakuum. Und jeder glaubt er kann tun wie er will!

    • Wiener am 17.04.2019 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kritiker

      Aber vielleicht will auch keinen Querulanten in St Pölten ? die gehören nach Wien

    einklappen einklappen
  • herr blaumann am 17.04.2019 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alter hut

    Was soll de Aufregung, war und ist bei den Roten noch immer Gang und gebe

    • Nicht blau am 18.04.2019 00:24 Report Diesen Beitrag melden

      Neuer Hut

      Und deswegen soll es keine Aufregung geben? Könnte man sich einigen dass beides nicht vorkommen sollte?

    • Anti-Politik am 18.04.2019 08:15 Report Diesen Beitrag melden

      @Nicht blau

      aus Fehlern lernt man in der Politik doch nicht, man übernimmt sie und redet sich drauf aus, man täte ja nur, was andere vorher auch taten. -- Vielleicht lernen wir doch mal durch die Vergangenheit und lassen uns nicht nur belügen und ausnehmen? Die Hoffnung stirbt zuletzt und einsam.

    einklappen einklappen
  • Indiana am 17.04.2019 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ist in Wien genauso

    Oder beim ORF. Wer nicht rot ist-no Chance.