Vorfall in Disko im Waldviertel

02. Mai 2019 06:20; Akt: 03.05.2019 08:49 Print

Security schwer verletzt: Angreifer zuerst behandelt

Der Vorfall in einer Disko im Waldviertel im Februar sorgt immer noch für Aufregung: Das mit einer Glasflasche schwer verletzte Opfer (31) wurde nach dem Täter (23) im Spital verarztet.

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Vorreihung per Zufall, Vorreihung aus Angst vor der Aggressivität des Mannes oder bewusste Bevorzugung eines Arztes im Spital Waidhofen/Thaya? Mit einer massiven, tiefen Schnittwunde unter dem Auge wurde ein Sicherheitsmann (31) in der ersten Februarwoche ins Krankenhaus Waidhofen/Thaya eingeliefert. Gleichzeitig wurde auch der Angreifer, ein 23-jähriger Afghane, der sich bei der Attacke mit der Glasflasche am Finger geschnitten hatte, in die Notfallambulanz eingeliefert.

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Arzt: "Ich entscheide"

Die Sanitäter meldeten die zwei Verletzten an, gaben den Verletzungsgrad – tiefe Schnittwunde unter dem Auge beim 31-Jährigen, Schnitt am Finger beim 23-Jährigen – bekannt. Beide Verletzten mussten in den Behandlungsraum. Der Security zu "Heute": "Sie haben sich sofort um den 23-Jährigen gekümmert, ich saß mal da. Nach fünf Minuten stand ich auf und meinte, es könne doch nicht sein, dass ich als offensichtlich schwerer verletztes Opfer nachgereiht werde, nur weil sich der Täter aggressiv verhalte und herumschreie." Darauf begutachtete der Arzt den 31-Jährigen wenige Sekunden, soll sinngemäß gesagt haben: "Das muss genäht werden. Und ich entscheide, wer zuerst dran kommt." Erst nach rund 40 Minuten kam der 31-Jährige dran.

Rückblick: Der 23-jährige Afghane hatte im Februar in der Disko Frauen belästigt, wurde hinausbegleitet. Am Parkplatz nahm er eine Glasflasche und schlitzte damit dem 31-jährigen Sicherheitsmann das Gesicht auf ("Heute" berichtete).

Beim Prozess Mitte April fasste der Afghane drei Jahre Haft und 7.000 Euro Schmerzensgeldzahlung aus. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Staatsanwaltschaft meldete Berufung an. Und: Dem vorbestraften 23-Jährigen wurde der Asylstatus (nicht rechtskräftig) aberkannt ("Heute" berichtete).

Das sagt Holding

Die Holding gab auf Nachfrage bekannt: "Da das Landesklinikum Waidhofen/Thaya eine Entbindung der Verschwiegenheitspflicht von beiden Patienten benötigen würde, kann seitens des Klinikums leider keine Information zum Fall vom 3. Februar gegeben werden."

"Heute" hätte die Einverständniserklärung des 31-jährigen Beschwerdeführers gehabt, dieser darauf: "Unfassbar, ich beschwere mich über meine Behandlung und dennoch braucht man das Einverständnis des inhaftierten Täters?" Das Kopfweh beim Sicherheitsbediensteten ist mittlerweile weg, das Kopfschütteln bleibt jedoch ...

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Silberstein am 02.05.2019 06:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freundschaft

    Facharbeiter mehr Wert als Gold! Danke Herr Faymann danke SPÖ und Bahnhofsklatscher

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  • Wm am 02.05.2019 06:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wm

    Das ist Österreich geworden mir auch schon passiert im Krankenhaus Krems. Kam um 1400uhr mit Schmerzen und bekam um 21uhr Schmerzmittel. Alle Ausländer die nach mir kamen waren vorher wieder draußen, nur 1 österreichisches Paar traf es noch schlimmer kam vor mir und ging nach mir

  • Nimmer Lang am 02.05.2019 06:56 Report Diesen Beitrag melden

    Es wir noch ärger werden

    Manchmal denke ich mir mit den jungen Ärzten stimmt etwas nicht. Entweder die Ausbildung oder die Einstellung. Bei manchen habe ich den Eindruck die haben den Beruf nur gewählt wegen der Repudiation und nicht aus Überzeugung. Aber wie mit dem Täter verfahren wird zeigt schon die Handschrift von NGOs.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Fritz Reisinger am 02.05.2019 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer schrei hat Unrecht.Das war einmal.

    Wer sich ordentlich Benimmt ist der Dumme. Egal wo.

  • Desert Eagle am 02.05.2019 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Normalerweise entscheidet

    der Arzt nach Dringlichkeit. Ich hoffe nicht, daß andere als medizinische Gründe ausschlaggebend waren. Wenn ich als Sani zu einem Unfall komme, zwei Opfer, eines hat einen Beinbruch und schreit, das andere äußerlich unverletzt, aber bewußtlos, dann kümmere ich mich zuerst um den Bewußtlosen.

  • Maverick am 02.05.2019 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaube es ist zu spät

    Wir sind von dem Gesocks schon total unterwandert. Die Regierung versucht zwar gegenzusteuern, aber es geht zu langsam. Zu groß ist der Filz im ganzen Land und die jahrzehntelange Gehirnwäsche und parteipolitische Besetzung aller Schlüsselstellen. Darum kann auch juristisch nicht gegen diese Personen vorgegangen werden. Dieses Land ist zum Selbstbedienungsladen verkommen und natürlich wehren sich alle, die davon gut leben, vehement gegen Veränderungen.

  • Paracelsus am 02.05.2019 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    der Grund ist einfach

    und überall täglich erlebbar. Wer schreit, tobt, einfordert, bedroht und aggressiv auftritt, der wird in der heutigen Zeit bevorzugt. Der Arzt wollte den Krawallmacher zuerst loswerden, ist doch klar, sonst kriegt er selbst noch sein Skalpell zwischen die Rippen. Der Zivilisierte, der (meist) die 'Goschn halt', aber nicht immer wie man sieht, der hat zu warten. 'Nimm dir was dir (glauben gemacht wird) zusteht' in Ö ist auch in Kabul, Mossul und Mogadishu bekannt. Ich lasse Störenfriede, egal welchen Ursprungs, immer extra lange warten, trotz Krawall und die Drohungen

  • MIRI am 02.05.2019 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    betreuer

    KH st.pölten (nachbehandlung) ,ich bin schon fast 3 stunden gessesen und habe geduldig auf die behandlung gewartet. auf einmal kamen ein rudel asylwerber mit ihren betreuer und waren sofort drann. auf nachfragen hies es: man müsse das verstehen, der betreuer hat die zeit um zu warten nicht. aha,der betreuer hat keine zeit, soso

    • Paul am 02.05.2019 12:20 Report Diesen Beitrag melden

      @MIRI

      Ist in Wien auch so. Ich musste meine Mutter öfters ins AKH zur Ambulanz bringen und mir immer Zeitausgleich dafür nehmen; ich war aber zum Glück anscheinend nie von so eine Vorreihung betroffen. Warum einem Betreuer in seiner Arbeitszeit (!) das unzumutbar ist, mir aber in meiner Freizeit (!) aber sehr wohl, das hätte ich gerne mal erklärt bekommen :-(

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