Tierquälerei in NÖ-Betrieb

15. Januar 2018 12:44; Akt: 15.01.2018 12:46 Print

Video zeigt neuen Skandal im "Horror-Schweinestall"

Die Vorwürfe gegen einen Schweinehaltungsbetrieb nahe St. Pölten nehmen nicht ab, im Gegenteil.

YouTube / VGT.Austria
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Nach der aufgedeckten rund-um-die-Uhr-Dunkelhaft und der Kastration durch brutales Herausreißen der Hoden ohne Narkose, "heute.at" berichtete ausführlich, veröffentlicht der Verein gegen Tierfabriken (VGT) den nächsten Vorwurf: Das herzlose Sterben-lassen von schwachen Baby-Ferkeln, durch Verhungern ist in dem Betrieb leider keine Seltenheit.

Beinahe wochenlange Videoaufnahmen, die im Herbst 2017 heimlich gemacht wurden, zeigen ein grausames Bild der Praxis in der Schweinezucht. Im Stall gebären jeweils etwa 50 Mutterschweine im gleichen Zeitraum. Die Tiere sind in körperengen Kastenständen eingesperrt, in denen sie sich praktisch nicht bewegen können. Hilfe durch Menschen bekommen die Neugeborenen während und nach der Geburt keine, schwache Tiere gelangen nicht zum Gesäuge. Können die Ferkel nicht trinken, verhungern und verdursten sie.

Tierquälerei in Schweinestall

35 Stunden Todeskampf

Drei verschiedene Personen sind im Video zu sehen, die zwar diverse Arbeiten im Stallraum durchführen, sich aber nicht um die schwachen Tiere kümmern, wie es das Tierschutzgesetz explizit vorschreiben würde.

Kübelweise werden tote Ferkel weggetragen, die schwachen Tiere lässt man liegen. Stellt sich heraus, dass ein tot-geglaubtes Ferkel doch noch lebt, wird es zum Sterben wieder zurückgeworfen. Mehrere video-dokumentierte Fälle belegen diese grausame Praxis. In einem Fall wurde ein völlig bewegungsunfähiges, schwaches kleines Ferkel über mindestens 35 Stunden lang ignoriert, bis es schließlich starb.

VGT erstattet Anzeige

David Richter vom VGT erklärt in einer Aussendung, dass der Verein bereits Anzeige erstattet habe: "Scheinbar wäre der zeitliche Aufwand, um den Schwachen und Sterbenden zu helfen, zu groß. Das qualvolle Sterben-lassen ist jedoch laut Tierschutzgesetz verboten, der VGT hat bei der BH St. Pölten Anzeige erstattet."

Ist das wirklich Alltag in Österreich?

Die Praxis des Sterben-lassens aus wirtschaftlichen Gründen ist in Österreich laut VGT weiter verbreitet, als bisher angenommen. Der Wunsch nach Billig-Fleisch zwingt zur Effektivität, die Pflege von schwachen oder erkrankten Tieren zahlt sich für viele Landwirte scheinbar nicht aus.

Wirbel um Schweinestall in NÖ

>>> Lesen Sie hier: Tierquälerei: Bauer wirft Ferkel durch den Stall

>>> Lesen Sie hier: VGT kritisiert "Horror-Schweinestall"

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Borsti am 15.01.2018 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Einsperren

    Sollte das wahr sein dann gehört dieser Betrieb sofort geschlossen und die Verantwortlichen eingesperrt !!!

  • Jentesar am 15.01.2018 13:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    versagen

    warum ist der Betrieb nicht schon längst geschlossen worden warum tut die Politik nichts oder sonstige Behörden die die Macht dazu haben die meisten haben eh nichts zu tun

    einklappen einklappen
  • Hanna am 15.01.2018 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Bin auf vom Ländle ...

    ... und so ist es tatsächlich eine gängige Praxis. Ich wollte schon einen eigenen Text schreiben. Aber der Satz in dem Artikel erklärt alles: "Die Praxis des Sterben-lassens aus wirtschaftlichen Gründen ist in Österreich laut VGT weiter verbreitet, als bisher angenommen."

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Antonietta/Tumminello am 20.01.2018 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Go vegan!

    Jedes Jahr werden allein in Deutschland rund 800 Millionen Landlebewesen für den menschlichen Verzehr getötet. Die Aufzucht von Tieren in Tierfabriken ist nicht nur ethisch unverantwortlich, sondern auch eine ökologische Katastrophe. Das Essen von Tieren ist schlecht für unsere Gesundheit und wird mit vielen Krankheiten, wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Diabetes und Fettleibigkeit, in Verbindung gebracht.

  • Karl Paseka am 18.01.2018 23:40 Report Diesen Beitrag melden

    Karl Paseka

    ES sind heuer Landtagswahlen und Fr. M. Leitner will ja wieder gewählt werden sendet ihr eine Kopie dieses Video zu, auf Post Aufgabe Schein nicht Vergessen. 14 Tage vor der Wahl verteilt ihr Fotokopien von diesem Stall und der Misswirtschaft und den Erfolgen der Schließung dieses Betriebes oder auch des Gegenteiles. SIE wird sich heraus Reden nicht zuständig zu sein, nicht locker lassen. Schön Wetter Politiker brauchen wir nicht,....

  • Mela ich am 16.01.2018 23:51 Report Diesen Beitrag melden

    Was geiz anrichten kann

    Sicherlich gehört artgerechte Tierhaltung zum Standard. Aber wenn man Schweinefleisch essen will , werden die viecherl nun mal gequält. Koste was es wolle um ein Massentierhaltungs , billigsdorfer geiz Schnitzel zu bekommen. Eigentlich sind wir Konsumenten auch an dem ganzen schuld, nicht nur der Inhaber der Schweine Farm.

  • Andrea am 16.01.2018 21:04 Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung

    Was sagt die Landwirtschaftskammer in St.Pölten zu so einem Betrieb in ihrer Region und welche Maßnahmen wird sie bei solchen Betrieben ergreifen?So kann es sicher nicht weitergehen!!!

  • martin k. am 16.01.2018 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    den leuten die Tiehaltung untersagen

    Gewinnmaximierung unter den Augen von schwarz/blau .Von solch einer gequälten Kreatur möchte ich auch kein Fleisch essen