St. Gabriel

10. Januar 2019 09:31; Akt: 10.01.2019 14:11 Print

Volljährig – 5 Flüchtlinge müssen Heim verlassen

Wirbel um fünf mittlerweile volljährige Flüchtlinge: Sie müssen St. Gabriel verlassen und in ein Erwachsenenheim ziehen. Alle wurden am 1. Jänner 18 Jahre alt.

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Die Debatte um die "auffälligen" Asylwerber aus St. Gabriel (Anm.: die als Minderjährige Ende November nach Drasenhofen kamen, dann wurde Drasenhofen geschlossen, 16 Teenager kamen in der Folge nach St. Gabriel) ist um eine Episode länger.

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Denn: 5 Burschen wurden mit 1. Jänner 2019 volljährig. Sie zogen noch am Mittwoch in Erwachsenenquartiere um (bzw. sollten umziehen oder sind gerade dabei).

Caritas-Geschäftsführer Klaus Schwertner sagt dazu enttäuscht: "In Erwachsenenquartieren haben sie weniger Betreuung, können sich frei bewegen. Es hieß immer, es ginge um die Sicherheit der Bevölkerung, diese wäre in St. Gabriel sicherlich mehr gewährleistet. Es wäre möglich gewesen, die volljährigen Burschen in St. Gabriel zu behalten. Es besteht nämlich die Möglichkeit, die Kinder- und Jugendhilfe-Maßnahmen zu verlängern, maximal bis zum 21. Lebensjahr - stets nach individueller Prüfung in 6-Monats-Intervallen. Da wird jetzt Politik gemacht auf dem Rücken von sechs jungen Männern."

Die zuständige Landesrätin Königsberger-Ludwig winkte laut Schwertner aber ab: "Sowas hat es in Niederösterreich noch nie gegeben, heißt es. In anderen Bundesländer aber sehr wohl", so Klaus Schwertner.

Waldhäusl enttäuscht

Asyllandeslandesrat Gottfried Waldhäusl (FP) stellt klar: "Was soll die Diskussion jetzt? Herr Schwertner und ich haben am 4. 12. in St. Gabriel eine schriftliche Vereinbarung getroffen, dass die Burschen bei Volljährigkeit in Erwachsenenheime kommen und es keine Verlängerung gibt. Ich bin enttäuscht, dass sich kirchliche Institutionen nicht an Verträge halten wollen, zumal Herr Schwertner den Vertrag sogar persönlich unterzeichnet hat." Der FP-Mann weiter: "Die Flüchtlinge sind jetzt quasi nur mehr in der Warteschleife bis zur Abschiebung."

Doch nicht Texing

Sechs der insgesamt 17 Flüchtlinge wurden per 1.1. 2019 volljährig und ziehen um (Anm.: darunter sind auch drei, die eine oder einige Vorstrafen haben) - nicht dabei sind jene zwei Afghanen, die am Dreikönigstag für einen Polizeieinsatz in St. Gabriel gesorgt haben ("Heute" berichtete). Die beiden Afghanen sind erst 16 bzw. 17 Jahre alt. Laut Caritas sollten die fünf jungen Männer nach Texing (Melk; 2 Männer) und Hainfeld-Bernau (Lilienfeld; 3 Männer). Nur: in Texing ist niemand geringer Bürgermeister als der Ex-VPNÖ-Manager und jetzige zweite nö. Landtagspräsident Gerhard Karner. Seit kurzem steht fest: Die Burschen kommen fix nicht nach Texing. Wohin sie stattdessen dauerhaft kommen, ist noch kommuniziert worden.

"Pizza kein Sicherheitskonzept"

Mödlings Bürgermeister Hans Stefan Hintner zu den jüngsten Vorfällen in St. Gabriel: "Es wurde von der Caritas eine engmaschige Betreuung garantiert. Wenn ein Betreuer attackiert wird, hat die Caritas dies offensichtlich nicht 100 %-ig im Griff. Pizza essen mit den Burschen ist kein Konzept, es tut mir leid." Wie berichtet hatte Mödlings Bürgermeister Hintner zur Verlegung der Jugendlichen im Dezember nach St. Gabriel Sicherheitsbedenken geäußert. "Obwohl ich sagen muss, in Mödling selbst hat es seither nichts gegeben", wirft Hintner ein.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • karlwesn am 10.01.2019 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    altes Sprichwort

    Interessant!! Alle die hier angeführten haben am 01.01. Geburtstag, Zufälle gibt's die gibt's gar nicht, altes Sprichwort

    einklappen einklappen
  • zimbo am 10.01.2019 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Angeblich Jugendliche

    bringen der Caritas sehr viel mehr Geld, das ist wohl der Hauptgrund.Wir sind aber die Steuerzahler, die diesen Wahnsinn finanzieren.Jung-Asylwerber kosten bis zu 5.068 Euro pro Monat, auch ohne kriminelle Aktivitäten.

    einklappen einklappen
  • josef R. am 10.01.2019 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Dass auch Asylanten

    irgendwann großjährig werden muss Hr. Schwertner wohl oder übel zur Kenntnis nehmen müssen und dass sie dann in eine Einrichtung für Erwachsene überstellt werden ist ja wohl jedem klar! Noch dazu wo sich jetzt heraus kristallisiert dass die Schwierigkeiten auch in St. Gabriel weitergehen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Daisy am 12.01.2019 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    alle am selben tag geboren,seltsam

    alle kommen minderjährig zu uns. Und wenns irgendwann einmal, nach vielen Jahren in unserer Hängematte, in Pension gehen wollen, dann werden sie alle miteinander schlagartig um etliche Jahre älter sein, um das dann gültige Pensionsalter erreicht zu haben. :-.(

  • Hausmasta am 10.01.2019 23:27 Report Diesen Beitrag melden

    Geboren 1982 - minderjährig

    Im Orient rechnet man scheinbar in Hundejahren!! Wenn 15% von den "Minderjährigen" tatsächlich minderjährig sind, sind's viel!

  • Nil am 10.01.2019 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Caritas hilft

    Ausreisen neu einreisen und wieder 5 Jahre jünger. Vielleicht richtet die Caritas einen Shuttelservice ein.

  • Fritz der Fratz am 10.01.2019 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Für immer jung

    Da werden jetzt viele Volljährig. Oder schmeiß ma wieder die Papiere weg.

    • Abdiepost am 10.01.2019 22:10 Report Diesen Beitrag melden

      Frau

      Genau!! Und alle exakt am 1.1.1019 plötzlich volljährig...

    einklappen einklappen
  • rani am 10.01.2019 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    01.01

    es werden jetzt jedes Jahr am 01.01. viele Migranten volljährig werden, außer sie korrigieren ihr Geburtsjahr nach oben, was ja ohne Geburtsurkunde möglich ist... hatten sie sich eben getäuscht ...