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23. April 2019 13:27; Akt: 23.04.2019 16:00 Print

Ratten-Gedicht: Jetzt ermittelt der Staatsanwalt

Der Braunauer Vize-Bürgermeister Christian Schilcher tritt zurück. Der FPÖ-Politiker ist der Verfasser des heftig umstrittenen Ratten-Gedichts und auch die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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Neue Entwicklung in der Causa Ratten-Gedicht. Die Staatsanwaltschaft Ried hat Ermittlungen in diesem Zusammenhang aufgenommen. Laut Auskunft des Sprechers der Staatsanwaltschaft, Alois Ebner, werde man wohl in Richtung Verhetzung ermitteln. Damit könnte das "Gedicht" auch strafrechtliche Konsequenzen haben.

Darum geht es: Das Gedicht "… die Stadtratte (Nagetier mit Kanalisationshintergrund)" in einer Postwurfsendung der FPÖ Braunau hat am Osterwochenende für Schlagzeilen gesorgt. Darin werden Menschen mit Ratten gleich gesetzt, Form und Inhalt des Pamphlets erinnern stark an die Sprache des Nationalsozialismus.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte das Gedicht scharf kritisiert und eine Distanzierung der FPÖ gefordert. LH Thomas Stelzer bezeichnete es als widerlich. Auch SPÖ und Grüne übten scharfe Kritik.

Der Verfasser, der Braunauer Vize-Bürgermeister Christian Schilcher entschuldigte sich am Montag zwar, Konsequenzen zog er zunächst aber keine. Er wollte nur provozieren, aber niemand beleidigen. Deshalb sah er auch lange Zeit keinen Grund, Konsequenzen zu ziehen.

Schilcher tritt aus FPÖ aus

Aber nun ist alles anders: Wie "Heute"erfuhr, legte Schilcher seine Funktion zurück, tritt als Vize-Bürgermeister ab. Das bestätige auch FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner am Rande einer Pressekonferenz in Linz. Schilcher werde zudem auch aus der FPÖ austreten. Interessant: Nahezu zeitgleich mit Haimbuchner kündigte auch FPÖ-Vize-Kanzler Heinz-Christian Strache in Wien den Rücktritt Schilchers an. "Da wurde wirklich in den verbalen Mist gegriffen", meinte er.

Kurz begrüßt Rücktritt

Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz reagierte auf die Ankündigung in Braunau. "Der Rücktritt des Vizebürgermeisters von Braunau war die einzig logische Konsequenz zu diesem abscheulichen und rassistischen Gedicht. Der klare Schritt des Vizekanzlers und der FPÖ-Spitze war notwendig und richtig", teilte er mit.

SPÖ fordert Rücktritt von Haimbuchner

Unterdessen fordert SPOÖ-Chefin Birgit Gerstorfer am Dienstag erneut den Rücktritt von LH-Vize Manfred Haimbuchner. Der allerdings will davon nicht wissen. Scharfe Kritik kommt aus der Landes-ÖVP: "Ein derartig widerwärtiges Gedicht hat in Oberösterreich keinen Platz und werde auch nicht toleriert", erklärte Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Avenarius am 23.04.2019 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Immer nur die Anderen

    Was die SPÖ immer fordert. Die sollen erst einmal den eigenen Stall ausmisten, da sind noch einige Rücktritte offen.

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  • Fragender am 23.04.2019 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Was wäre wenn...

    ...es ein Soze gegen Österreicher, gegen die FPÖ, etc. geschrieben hätte? Wäre da auch so ein Shitstorm entbrannt? Wäre der auch zurückgetreten?

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  • Maxi Muster am 23.04.2019 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht falsch verstehen...

    Vorweg: Ich bin weder links, noch rechts angesiedlt, aber nachdem ich mir jetzt diese "Dichtkunst" (/Sarkasmusende) zu Gemüte geführt habe, erkenne ich nicht den großen Skandal der sich dahinter verbergen soll. Sorry. Als ich den Bericht im Radio hörte war da die Rede davon das Flüchtlinge mit Ratten verglichen werden - Skandal! - aber genaugenommen werden hier nicht NUR Immigranten als Ratten dargestellt, sondern auch ebenso die einheimische Bevölkerung. Tut mir Leid, aber ich seh hier nicht den großen Skandal.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Chu'a Kornnatter am 24.04.2019 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krank

    die leute haben Sorgen, anstatt um einen Text sich den Kopf zu zerbrechen, sollte man sich um die Kriminalität in Ö kümmern, wär viel gescheiter!

  • Besserwisser am 24.04.2019 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Satire

    Die Satire ist und war, wenn überhaupt, nur links orientierten Schreibern erlaubt. Auch wenn diese noch so beleidigend waren, sie hatten stets die "Freiheit der Narren". Nur wenn einmal ein Nichtlinker "gaukelt", wird's zu einem Skandal empor geschaukelt.

  • Herbert Hase am 24.04.2019 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Opposition in Sicht!

    Für mich ist tragisch, dass der Chefin der größten Oppositionspartei statt einer fundierten und starken politischen Antwort nur einfällt laut um Hilfe zu schreien. Das ist es was mich eigentlich erschüttert.

  • Gauf am 24.04.2019 06:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesetzesbrecher

    Vom Grünen Schlepper aus Kärnten hört und liest man gar nichts mehr. Und der hat definitiv gehen das Gesetz verstoßen. Ist schon interessant was in Österreich für Aufregung sorgt.

    • werner.s. am 24.04.2019 09:42 Report Diesen Beitrag melden

      Verständlich

      Das ist verständlich, ist ja ein rotes Bundesland, ein gutes Land...

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  • silver. am 23.04.2019 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Diejenigen die am lautesten schreien

    ...haben das Gedicht nicht mal gelesen. Aber hauptsache sich eine Meinung aus Schlagzeilen bilden und sich dann furchtbar empören. Das ist heute schon eine Kunst!