Zug-Sog kippte Kinderwagen

05. Oktober 2017 14:07; Akt: 05.10.2017 14:10 Print

Baby-Tod am Bahnsteig: Video bringt neue Details

Etwas Klarheit in den Tod eines Mädchens (1) bringt ein Überwachungsvideo. Das Baby war am Mittwoch nach einem Bahnunfall gestorben.

Hier geschah das furchtbare Unglück. (Bild: zVg)

Hier geschah das furchtbare Unglück. (Bild: zVg)

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Die Untersuchungen zu jenem Vorfall, bei dem Mittwoch am Bahnhof in Puch (Tennengau) ein einjähriges Mädchen durch den Fahrtwind eines Zuges aus dem Kinderwagen geschleudert und getötet wurde, haben neue Informationen zum Ablauf des Unglücks hervorgebracht.

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, bestätigen die Bilder einer Überwachungskamera, dass sich weder die Mutter noch der Kinderwagen zu nah am Gleis befanden. Das Videomaterial dürfte von der Privatkamera eines Hauses nahe des Bahnhofs stammen. Weder die Polizei noch die ÖBB haben in diesem Bereich Überwachungskameras installiert.

Ein unglücklicher Moment

Laut Polizeisprecher Hans Wolfgruber ist der Ablauf des Unfalls auf den Aufnahmen recht klar zu sehen. Die Mutter saß mit ihrem dreijährigen Sohn auf einer Bank, der Kinderwagen mit dem Säugling daneben. Plötzlich stand der Sohn auf, woraufhin sich die Mutter zu ihm drehte.

In diesem Moment fuhr der Zug durch den Bahnhof. Durch den Sog wurden Kinderwagen und Baby durch die Luft gewirbelt. Die Polizei räumt die Möglichkeit ein, dass der Kinderwagen sogar den Zug berührte. Das ist allerdings, genauso wie die Frage, ob die Frau den Kinderwagen zu diesem Zeitpunkt festhielt, noch Gegenstand der Ermittlungen.

ÖBB sehen bei sich keine Schuld

Ein Sprecher der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) gab an, dass sich der Güterzug beim Durchfahren des Bahnhofs an alle Vorschriften gehalten hätte. Man bedauere diesen "tragischen Einzelfall".

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(lu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • homer76 am 05.10.2017 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Eine Tragödie. Man kann natürlich die Schuld jetzt hin und her schieben. Das ein Zug bei einer Bahnhof Durchfahrt schnell fährt weiß man. Es wird auch durchgesagt auf welchem Gleis der Zug durchfährt. Auch Güterverkehr mit der Bahn ist ein Termingeschäft. Man könnte auch sagen die U Bahn sollte mit nur 10 kmh in die Station einfahren, aber was würde das für den Fahrplan bedeuten und wie würde dann geraunzt? Aber wie gesagt diese Diskussion und Schuldzuweisung bringt jetzt niemanden mehr etwas.

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  • Calimero am 05.10.2017 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Bahngleis

    Für Reisende am Bahnsteig eins lautete die Durchsage "Achtung Bahnsteig eins - Zug fährt durch - halten sie bitte ihre Gegenstände fest". Solche Durchsagen würden an Bahnhöfen und Haltestellen in Österreich sehr häufig am Tag erfolgen und seien nichts Außergewöhnliches.

  • Egon am 05.10.2017 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    ÖBB = Staat im Staat

    Auch ich bemängle die weit überhöhte Geschwindigkeit der Züge bei der Durchfahrt in Bahnhöfen. Warum weigert sich die ÖBB auf 50 km/h zu reduzieren? Weil sie ein Staat im Staat ist und jenseits der Verkehrs- und Sicherheitsgesetze steht - dank des Eisenbahngesetzes, deren Ursprung noch in der Monarchie liegt. Damals fuhren die Züge allerdings wesentlich langsamer.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • S.Oliver am 05.10.2017 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht viel Chance auf Schmerzensgeld.

    Wieder einer von vielen Einzelfällen. Die ÖBB werden sich schön rausreden.

  • TantePolly am 05.10.2017 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn der Aufenthalt auf dem Bahnsteig

    lebensgefährlich ist, dann kann man nach so einem Unfall nicht einfach sagen, dass alle Vorschriften eingehalten wurden und wieder zur Tagesordnung übergehen. Da gehören eben entsprechende bauliche Vorkehrungen getroffen oder Vorschriften geändert. Jedenfalls ist die ÖBB dafür verantwortlich. Wenn ein vergleichbarer Unfall durch den Fahrtwind eines LKW auf einer Straße passiert, dann würde der Fahrer wegen "unangemessener Geschwindigkeit" verurteilt werden auch wenn er unter der erlaubten Höchstgeschwindigkeit fuhr.

  • Calimero am 05.10.2017 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Bahngleis

    Für Reisende am Bahnsteig eins lautete die Durchsage "Achtung Bahnsteig eins - Zug fährt durch - halten sie bitte ihre Gegenstände fest". Solche Durchsagen würden an Bahnhöfen und Haltestellen in Österreich sehr häufig am Tag erfolgen und seien nichts Außergewöhnliches.

  • homer76 am 05.10.2017 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Eine Tragödie. Man kann natürlich die Schuld jetzt hin und her schieben. Das ein Zug bei einer Bahnhof Durchfahrt schnell fährt weiß man. Es wird auch durchgesagt auf welchem Gleis der Zug durchfährt. Auch Güterverkehr mit der Bahn ist ein Termingeschäft. Man könnte auch sagen die U Bahn sollte mit nur 10 kmh in die Station einfahren, aber was würde das für den Fahrplan bedeuten und wie würde dann geraunzt? Aber wie gesagt diese Diskussion und Schuldzuweisung bringt jetzt niemanden mehr etwas.

    • TantePolly am 05.10.2017 17:05 Report Diesen Beitrag melden

      Ohne Diskussion gibt es bald den

      nächsten derartigen Unfall.

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  • Egon am 05.10.2017 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    ÖBB = Staat im Staat

    Auch ich bemängle die weit überhöhte Geschwindigkeit der Züge bei der Durchfahrt in Bahnhöfen. Warum weigert sich die ÖBB auf 50 km/h zu reduzieren? Weil sie ein Staat im Staat ist und jenseits der Verkehrs- und Sicherheitsgesetze steht - dank des Eisenbahngesetzes, deren Ursprung noch in der Monarchie liegt. Damals fuhren die Züge allerdings wesentlich langsamer.

    • Boletus edulis am 05.10.2017 19:50 Report Diesen Beitrag melden

      Rüben

      Weil die meisten Bahnstationen abgemagert wurden und es oft kein Durchfahtsgleich mehr gibt, das weit weg von den Bahnsteigen liegt. Österreich ist ein kleines Land. Die Rübenbauern brauchen auch ihren Platz

    • Mark am 05.10.2017 22:42 Report Diesen Beitrag melden

      Mr.

      Mal angenommen die Geschwindigkeit wird in jeder Haltestelle auf 50km/h reduziert (was bei einem Güterzug eine Reduktion um 50% bedeutet), alleine auf der Strecke Wels - Linz würde dies 3maliges abbremsen und wieder beschleunigen ergeben. Daraus würde nicht nur eine Verlängerung der Fahrzeit entstehen, sondern ein enormer mehrverbrauch an Strom. Dann wäre es besser der Zug würde gleich nur mehr 50km/h fahren, schmeist aber den ganzen taktfahrplan über den Haufen. Nebenbei: Wels HBF, Bahnsteig 1 Railjet fährt durch mit 130km/h; Haltestelle Oftering, selber Railjet mit 200km/h

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