Unfall im toten Winkel

08. März 2019 19:06; Akt: 08.03.2019 19:56 Print

Radlerin (24) von Lkw erfasst und getötet

In der Stadt Salzburg wurde am Freitag eine Radfahrerin (24) von einem Lkw im toten Winkel erfasst. Für die junge Frau kam jede Hilfe zu spät.

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Um kurz nach 9 Uhr hat sich der tödliche Verkehrsunfall in der Stadt Salzburg ereignet: Ein 46-jähriger Salzburger bog mit seinem Lkw von der Breitenfelderstraße kommend nach rechts auf die Vogelweiderstraße in Richtung stadtauswärts ein. Zeitgleich wollte die 24-jährige Radfahrerin die Vogelweiderstraße queren.

Umfrage
Soll es verpflichtende Abbiegeassistenten für Lkw geben?
68 %
18 %
10 %
4 %
Insgesamt 5789 Teilnehmer

Der 46-Jährige hat die Frau beim Abbiegen übersehen. Die Oberösterreicherin aus dem Bezirk Ried im Innkreis wurde vom vorderen rechten Teil des Lkw erfasst, stürzte zu Boden und geriet unter das Fahrzeug.

Die 24-Jährige erlag noch am Unfallort den schweren Verletzungen. Notarzt und Rettung konnten nichts mehr für die junge Radfahrerin tun. Die Staatsanwaltschaft Salzburg ordnete die Obduktion des Leichnams an.

Diskussion um Abbiegeassistent für Lkw

Zuletzt hatte ein tödlicher Unfall in Wien, bei dem ein erst neunjähriger Bub auf seinem Schulweg am Zebrastreifen von einem abbiegenden Lkw erfasst wurde, eine Debatte über die verpflichtende Einführung von Abbiegeassistenten für Lkw ausgelöst.

Nach massivem Protest und einer Online-Petition hat Verkehrsminister Norbert Hofer im Februar einen Lkw-Sicherheitsgipfel abgehalten – mit einem für viele der Interessensvertreter nicht zufriedenstellendem Ergebnis: Denn vorerst wird es keinen verpflichtenden Abbiegeassistenten geben, stattdessen sollen etwa Assistenzspiegel an Kreuzungen angebracht und Rechtsabbiegeverbote eingeführt werden.

"Hofer muss zur Vernunft kommen"

Mit dem tödlichen Unfall in Salzburg wird die Diskussion nun neu entfacht. Der stellvertretende SPÖ-Klubvorsitzende Jörg Leichtfried pocht angesichts des tragischen Vorfalls in einer ersten Reaktion am Abend erneut auf die verpflichtende Einführung eines Abbiegeassistenten: "Die Politik muss alles tun, um Menschenleben zu schützen. Verkehrsminister Hofer muss zur Vernunft kommen und den Weg für verpflichtende Abbiegeassistenten bei LKW freimachen."

Der freiheitliche Verkehrssprecher und Generalsekretär Christian Hafenecker hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet. Er drückte den Hinterblieben sein Mitgefühl aus und erklärte: "Jeder derartige Unfall ist einer zu viel, wir sollten daher alles dafür unternehmen, dass sich solche Tragödien nicht wiederholen. Ich stehe daher auch zu den einstimmig im Parlament beschlossenen Sofortmaßnahmen, die wir mit Bundesminister Norbert Hofer rasch umsetzen werden", so der FP-Abgeordnete.

Absolut fehl am Platz sei es nun, "unreflektiert gegen den Verkehrsminister zu kampagnisieren".

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kannitverstan am 08.03.2019 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach eine Verkehrsregel einführen

    Das erste Kraftfahrzeug an der Kreuzung darf rechts nicht überholt werden. Das Vorbeifahren bis zur Haltelinie oder rechts überholen kostet laufend Menschenleben.

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  • Ehklar am 08.03.2019 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Ein Abbiegeassistent hat Sinn, sobald es einen gibt der wirklich funktioniert. Dann fordere ich ihn auch. Aber jetzt einen fordern ist sinnlos, es hört sich nur gut an. Tatsächlich gibt es noch kein funktionierendes System.

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  • Otto am 09.03.2019 04:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mitdenken wäre angesagt

    Bin selber Radfahrer, aber ich stell mich sicher nicht neben einen LKW bei einer Ampelanlage. Ein bisschen mitdenken würde ich den Radlern schon empfehlen, da hilft der beste Assistent nichts, wenn man sich bewusst in Gefahr begibt. Und jetzt alles dem Hof er umhängen, weil einige Radler nicht auf ihren natürlichen Menschenverstand hören, find ich schon bedenklich.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Michaela Gerhardter am 13.03.2019 21:38 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Dieser Radweg ist die größte Fehlplanung! Der gehört endlich verlegt! Da wird es immer wieder schwere Unfälle geben- da hilft auch kein Nachrüsten der LKWs! Weder der lkw Fahrer noch die Radfahrerin trifft hier eine Schuld. Die Verantwortlichen sind die Stadtplaner! Und diese sind aufgefordert den Radweg sofort zu verlegen!!!

  • T O M am 10.03.2019 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Regeln gelten für ALLE

    In diesem traurigen Fall wurde rechts überholt! Einerseits befürworte ich eine Nachrüstung, gar keine Frage! Andererseits müssen die Radfahrer ( auch ich bin einer) auch ein wenig mitdenken, sich vorausschauend verhalten und NICHT auf ein (fiktives) Vorfahrtsrecht beharren und aufgrund Arroganz mit dem Leben bezahlen! Mitdenken...! Und alle jene die nur mit polemischen Meldungen Blödsinn verzapfen, beobachtet uns Radfahrer wie viele ...KEINE Handzeichen geben, ...Vorrang MISSACHTEN, ...RECHTS überholen, ...bei ROT über die Ampel fahren, usw. Mehr als die Hälfte!! Die Regeln gelten für ALLE

  • franczo am 09.03.2019 20:15 Report Diesen Beitrag melden

    SELBER SCHULD

    Einfach nur Verkehrsregel lernen so wie jeder verkehrsteilnemmer und sich auch so verhalten !!!!!!!!!!!!!

    • T O M am 10.03.2019 18:28 Report Diesen Beitrag melden

      Hart real

      Harte aber realistische Aussage.

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  • Franz der Realist am 09.03.2019 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nachrüstung zu aller Sicherheit da

    Was wir da brauchen ist nicht eine Rundum Bildschirm Überwachung und Radar ,sondern erst mal eine Nachrüstung von Blinker an der Seite da , mit Warnton Lampen darin ; wo sie die Anderen auch sehen können ;das wäre am wichtigsten mal

  • FuenfzigPlus am 09.03.2019 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung!

    Bei aller Tragik an dem schrecklichen Todesfall. Aber auch die Radfahrer haben eine Verpflichtung und Eigenverantwortung. Manche fahren stur, viel zu schnell, ohne links und rechts zu schauen, zugestöpselt mit lauter Musik usw. rücksichtslos dahin. Vor denen sind auch Fußgänger in Gefahr, die fahren dich ungeniert über den Haufen, weil sie glauben, nur andere sind verpflichtet aufzupassen. Da hilft der beste Abbiegeassistent nicht, weil nicht der LKW - Fahrer sie übersehen hat, sondern weil sie selber ohne zu schauen in das abbiegende Fahrzeug krachen. Und dann ist Minister Hofer schuld!!