Wien rüstet um

11. Februar 2019 11:51; Akt: 11.02.2019 11:53 Print

Abbiegeassistenten schon ab Ende dieser Woche?

"Zackig handeln" will Umweltstadträtin Sima in Sachen Abbiegeassistenten. Bis Ende der Woche wird getestet, bei Erfolg soll der gesamte Wiener Fuhrpark nachgerüstet werden.

Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima will Fuhrpark der Stadt mit Abbiegeassistenten nachrüsten. (c) picturesdesk, PID/Martin Votava (Bild: zVg)

Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima will Fuhrpark der Stadt mit Abbiegeassistenten nachrüsten. (c) picturesdesk, PID/Martin Votava (Bild: zVg)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die geforderten elektronischen Abbiegeassistenten für LKW könnten nun schneller kommen als gedacht. Noch heute wird in einen LKW der MA48 das System eingebaut, bis Ende der Woche wird getestet. "Wenn sich das System bewährt, werden wir zackig alle 500 LKW des Wiener Fuhrparks nachrüsten", verspricht Wiens Umwelt- und Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) im Gespräch mit "Heute".

Schon direkt nach dem tragischen Unfall, bei dem ein LKW einen 9-jährigen Schüler getötet hatte, habe Sima die MA48 (Abfallwirtschaft, Straßenreingung und Fuhrpark) beauftragt worden, geeignete Modelle der elektronischen Abbiegehilfen zu prüfen. Hintergrund ist, dass nicht jedes System in jeden LKW passt. "In Wien haben wir LKW der Firma MAN. Die Abbiegesysteme müssen mit den Systemen der LKW kompatibel sein, auch die Zustimmung des Herstellers ist erforderlich, denn hier geht es auch um Haftungsfragen", so Sima.

Piepston warnt vor Personen auf der Straße

Technisch funktioniert das System, das nun in einem LKW getestet wird, wie folgt: Die Kamera des Abbiegeassistenten ist mit dem Blinker verbunden und wird aktiviert, sobald der Lenker den Blinkhebel betätigt. Läuft dann eine Person in den Aktionsradius der Kamera, gibt das System ein akustistisches Warnsignal ab.

Sima will Umrüstung "so schnell als möglich"

Wichtig ist der Stadträtin zu betonen, dass es sich bei dem Test nicht um ein Pilotprojekt handle, das monatelang evaluiert wird. "Ist der Test erfolgreich, dann soll es so schnell wie möglich gehen", unterstreicht die Stadträtin.

Die Stadt Wien sei auch im engen Austausch mit deutschen Städten wie etwa Hamburg, die derzeit in einer ähnlichen Lage sind, um Erfahrungen auszutauschen. Bei Neuanschaffungen sollen die Abbiegeassistenten bei LKW dann Standard sein, unterstrich Sima, die sich wünscht, dass die dazu geplante EU-Richtlinie schon vor 2024 in Kraft tritt. "Bisher sind die Hersteller noch zögerlich. Sollte die Richtlinie früher kommen, gebe es auch mehr Angebote", so die Stadträtin.

Bordsteinspiegel reduziert toten Winkel bei Müllwägen

Schon jetzt seien die Müllwägen der MA48 mit zusätzlichen Spiegeln und Kameras ausgestattet, die die Sicherheit erhöhen sollen. "Dazu gehören etwa die ingesamt drei Spiegel, Rückfahrkameras sowie Bordsteinkameras, die den toten Winkel deutlich reduzieren", erklärt Sima.

"Bei Linienbussen kein Thema"

Ausgenommen von der Nachrüstung sollen jedoch die Busse der Wiener Linien sein. "Wir haben uns das mit Experten angeschaut. Weil in Wien aber nur Niederflurbusse zum Einsatz kommen, stellt sich das Thema hier nicht stellt", so Sima.

Vassilakou rüstet in ihrem Bereich nach

Auch Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (G) will so rasch als möglich auf die neuen Hilfen umstellen. Sie kündigte die Ausstattung des gesamten LKW-Fuhrparks (derzeit mit 37 LKW über 3,5 Tonnen) der Verkehrsabteilungen der Stadt Wien (MA28, MA29, MA33) mit Abbiegeassistenzsystemen an: "Was ich in meinem Wirkungsbereich tun kann, das tue ich auch".

Die Umrüstung beginne ab sofort und soll in den kommenden Monaten abgeschlossen sein. Die betroffenen Abteilungen hätten bereits mit den Herstellern Kontakt aufgenommen.

Vassilakou mit mehreren Schritten zu mehr Sicherheit

Die Umrüstung sei eine Maßnahme, der bereits präsentierte 3-Punkte-Plan ein weiterer: "Wir setzen jetzt die nächsten Schritte zum Schutz unserer Kinder im Straßenverkehr. Nachdem wir bereits einen 3-Punkte-Plan auf Schiene gebracht haben, kümmern wir uns jetzt um unsere LKW", betont die Verkehrsstadträtin.

Vassilakou warnt davor "die Sicherheit unserer Kinder im Straßenverkehr in einen politischen Arbeitskreis zu verräumen". ASFINAG, ÖBB, Bundesheer, Bundesforste, Polizei seien jetzt ebenso aufgefordert zu handeln. "Ich hoffe sehr, dass sich Verkehrsminister Hofer seiner Verantwortung bewusst ist und auch die nötigen Schritte setzt", fordert Vassilakou die Bundesregierung zu zügigem Handeln auf.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(lok)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mango am 11.02.2019 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Zickig und zackig

    Hier wird ultraschnell ein zackiger Konzern gefördert und natürlich die freundschaftlichen Umrüst-Betriebe der Stadt. Das Geld kommt von fleißigen Steuer- und Abgabenzahlern und wird fett aufgedoppelt durch die Schuldenpolitik der Stadtregierung. Ziel: Anfüttern von Parteispezis und ausländischen Unterstützern vor den kommenden Wahlen, und teurer Alibi-Aktionismus, damit mancvhe glauben, hier eschieht irgendwann irgendetwas Sinnvolles. Das ist die Handschrift der Sima mit ihrer heißen Liebe zur MA48. Frage: Wieviele Abbiegeopfer haben LKW der Stadt Wien denn überhaupt zu verantworten?

    einklappen einklappen
  • Herr Rossi am 11.02.2019 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wirds wieder ein Flop?

    Beim Geld ausgeben war die wiener Stadtregierung schon immer schnell. Wahrscheinlich macht das wieder ein roter Freund wie immer halt.

    einklappen einklappen
  • Censorship am 11.02.2019 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht falsch verstehen...

    Ein Kind tot, sofort gibt es Konsequenzen, Millionen werden ausgegeben, obwohl es ein Unfall war... Die wievielte ermordete Frau dieses Jahr in Wien? Was ist bislang geschehen?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Kannitverstan am 11.02.2019 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wird lustig

    wenn bald alle LKWs den Anker werfen wenn man ihnen winkt, an dem Benehmen der Radler, Rollerfahrer und Smombies wird sich nichts ändern. Beispiel. Heute, früher Abend, um den. Stadtpark, Design-e-Strampler bei Rotlicht vor meiner Kühlerhaube noch schnell über die Kreuzung, Schutzweg Lothringerstraße ein Ehepaar startet Fußgängerampel und geht 28 Sekunden vor Grünphase über den Schutzweg (mein 4jähriger Enkel war entsetzt!) , Rennweg ein Fahrradkurier kommt mir stadtauswärtsfahrend trotz Sperrlinie mitten auf meiner Fahrbahn entgegen. Was sollte da bei einem LKW Pipser bringen.

    • Schani am 11.02.2019 19:33 Report Diesen Beitrag melden

      Werden wir

      zu Technikverwöhnten Tr..teln erzogen? Leider verlasen wir uns zu sehr auf die Technik in alllen Lebenslagen, irgendwann werden die Telefongeistergeher in der mehrheit sein. So das folgende denk ich mir da es sicher nicht dem Anstand und guten Sitten entspricht

    einklappen einklappen
  • Schani am 11.02.2019 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wird dabei

    auch gleich an eine Möglichkeit der Speicherung der Aufnahmen bei den Abiege-Cams gedacht? Oder schlägt hier wieder der Datenschtz zu? Bei Speicherung der Aufnahmen besteht die schneller Auswertung des ( der hoffendlich nicht eintritt) Abbiegeunfalls.

  • Censorship am 11.02.2019 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht falsch verstehen...

    Ein Kind tot, sofort gibt es Konsequenzen, Millionen werden ausgegeben, obwohl es ein Unfall war... Die wievielte ermordete Frau dieses Jahr in Wien? Was ist bislang geschehen?

  • Mango am 11.02.2019 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Zickig und zackig

    Hier wird ultraschnell ein zackiger Konzern gefördert und natürlich die freundschaftlichen Umrüst-Betriebe der Stadt. Das Geld kommt von fleißigen Steuer- und Abgabenzahlern und wird fett aufgedoppelt durch die Schuldenpolitik der Stadtregierung. Ziel: Anfüttern von Parteispezis und ausländischen Unterstützern vor den kommenden Wahlen, und teurer Alibi-Aktionismus, damit mancvhe glauben, hier eschieht irgendwann irgendetwas Sinnvolles. Das ist die Handschrift der Sima mit ihrer heißen Liebe zur MA48. Frage: Wieviele Abbiegeopfer haben LKW der Stadt Wien denn überhaupt zu verantworten?

    • Schani am 11.02.2019 19:30 Report Diesen Beitrag melden

      @Mango

      Ist das nicht einfach zu erkennen was hier gespielt wird? 1.) Wir haben das umgestzt 2.) Sind wir nicht gut 3.) Schuld sind nicht wir sondern der kleine Tr..el der fährt 4.) usw. 10.) Wir müssen den Fahrzeugbau und die Arbeitsplätze sichern 11.) Aufmerksamkeit und Mediengel

    einklappen einklappen
  • Herr Rossi am 11.02.2019 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wirds wieder ein Flop?

    Beim Geld ausgeben war die wiener Stadtregierung schon immer schnell. Wahrscheinlich macht das wieder ein roter Freund wie immer halt.

    • Politik halt am 11.02.2019 13:34 Report Diesen Beitrag melden

      @Herr Rossi

      unter blau, machts ein blauer Freund, unter schwarz, ein schwarzer, etc etc etc....

    einklappen einklappen