Veranstaltungsreihe

08. April 2019 19:46; Akt: 09.04.2019 11:31 Print

Aufregung um "Analsex-Workshop" an der Uni Wien

Die freiheitlichen Studenten schäumen wegen der Förderung einer pikanten Veranstaltung. "Heute.at" weiß, wie viel Geld fließt und warum das Projekt unterstützt wird.

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Der "Ring Freiheitlicher Studenten" (RFS) wettert in einer Aussendung über einen von der ÖH Uni Wien geförderten Workshop zum Thema "Anatomie und Analsex", der am 10. April stattfindet. RFS-Obmann Lukas Heim bezeichnet das Projekt gar als "widerlich" und spricht von verschwendeten Studentengeldern.

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"Wir reden über Ejakulation von Menschen mit Penis und Menschen mit Vulva, über Orgasmen und schließlich über den Po", heißt es in der Beschreibung der Veranstaltung auf Facebook. Die Anmeldung ist nicht mehr möglich, alle Plätze sind voll.

Es ist der erste Workshop unter dem Banner "Zweite Aufklärung" im Sommersemester. Etwas später folgen noch zwei weitere – am 14. Mai mit einem Überraschungsthema und am 29. Mai mit dem Fokus auf Beziehungen und Sex. Im vergangenen Wintersemester wurden bereits drei Workshops abgehalten.

1.600 Euro für sechs Workshops

Doch: Wie viele Fördergelder fließen wirklich in den Workshop? Und von wem stammen sie? Wie die Österreichische HochschülerInnenschaft an der Uni Wien auf Anfrage von "Heute.at" mitteilt, wurden dem Projekt von der ÖH Uni Wien selbst 1.000 Euro sowie den Studienvertretungen Gender Studies und Politikwissenschaft je 300 Euro zugesichert. Das gilt für die Veranstaltungsreihe mit sechs Workshops.

"Der Selbstbeschreibung des Förderantrags folgend, finden wir eine Workshopreihe von qualifizierten SexualpädagogInnen, die Studierenden einen reflektierten, sensiblen und verantwortungsvollen Zugang zu ihrer Sexualität näher bringen will, förderungswürdig", erklärt Sandra Velebit vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien gegenüber "Heute.at".

Das gelte vor allem in Zeiten des Internets, "wo viele Falsch- oder Halbinformationen herumschwirren und der konventionelle Sexualunterricht in der Schule oft nicht alle sexuellen Praktiken und Lebensformen abdeckt". Für Lehramtsstudierende bestehe vor dem Hintergrund des kontroversen Vereins "TeenStar" ein Mehrwert.

So kontert ÖH die Vorwürfe

Der RFS wittert "Pornofantasien". Die "sexuellen Vorlieben von einigen wenigen ÖH-Funktionären" würden aus dem Budget der Hochschülerschaft finanziert. Seitens der ÖH der Konter: "Das Gesellschafts- und Familienbild des RFS basiert auf einem starren, völkischen Mutter-Vater-Kind Modell und schließt ein aufgeklärtes Sexualleben von Grund auf aus. Wir wollen, dass Studierende selbstbestimmt leben können. Dazu gehört auch aufgeklärte und reflektierte Sexualität."

Pikant: Die ÖH-Wahl steht an. Vor diesem Hintergrund kritisierte der RFS im selben Atemzug auch vermeintlich fehlende Förderungen von Frauen in Fächern wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik sowie Wickeltischen an der Uni Wien. Sogar der ÖH-Kindergarten sei geschlossen worden.

Vorwürfe, die man bei der ÖH Uni Wien zurückweist. Neben finanzieller Unterstützung für Projekte der Frauenförderung setze man sich kontinuierlich für Studierende mit Kindern ein und habe sogar einen Wickeltisch in den eigenen Räumlichkeiten. Der Kindergarten wurde nicht geschlossen, sondern 2012 aus der ÖH entkoppelt und erhält weiterhin Förderungen.

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(lu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Si Vis Pacem am 08.04.2019 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Thema selbst

    Jeder wie er sie mit er, sie ... wie heisst jetzt das dritte ? Zum Verwenden von ÖH-Geldern dafür: Nein. Die ÖH ist eine Interessenvertretung der Österreichischen Hochschüler und keine Spielwiese. Da gab es doch ein Café...

  • realisthoch3 am 09.04.2019 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Verkommt Österreich jetzt ganz?

    Na bumm!Und dafür wird österreichisches Steuergeld verschwendet?Traurig,wenn Studierende noch keine Ahnung von Sexualität besitzen.Und glaubt man wirklich,mit solchen Methoden sexuell anders Geartete salonfähig zu machen?Ich bin sehr fortschrittlich eingestellt und habe unsere Kinder modern erzogen.Trotzdem besteht für mich und sie eine Familie aus Vater-Mutter-Kind.Ich habe nichts gegen Ausleben eigener Sexualität,aber bitte in den eigenen vier Wänden,das gilt auch für Heterosexuelle.Ein bisschen Benehmen,Taktgefühl... sollte jeder haben,Sex muss nicht öffentlich zur Schau gestellt werden.

  • Kevin am 09.04.2019 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Hören Sie sich einmal um...

    Wie viele heterosexuelle junge Menschen heutzutage Analsex betreiben und wie wenig sie darüber wissen (über Sauberkeit, Gefahren, wie man sich am besten schützt, etc). Da ist ein Aufklärungsworkshop mehr als notwendig.

    einklappen einklappen

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Fan_al am 09.04.2019 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    phänomanal

    sehr guter workshop, würden jedem helfen, der hier negativ abstimmt und wie die fpö sich echauffiert, zu sich selbst zu finden.

    • derwiener am 10.04.2019 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fan_al

      .... aber nicht um unser steuergeld!

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  • Kevin am 09.04.2019 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Hören Sie sich einmal um...

    Wie viele heterosexuelle junge Menschen heutzutage Analsex betreiben und wie wenig sie darüber wissen (über Sauberkeit, Gefahren, wie man sich am besten schützt, etc). Da ist ein Aufklärungsworkshop mehr als notwendig.

    • Schreiber am 09.04.2019 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kevin

      Und das muss auf einer Universität sein??? Seltsames Verständnis, macht aber einiges klar was für Studenten wichtig ist. Sollte meiner Meinung nach Privatsache sein.

    • Toni am 10.04.2019 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kevin

      Ja weil die meisten noch Jungfrau seien müssen bei der Hochtzeit

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  • Vota am 09.04.2019 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    Langweilig

    Ich war schon soooo kurz davor mich aufzuregen, aber im Grunde ist es einfach nur Wurscht... Die freiheitlichen Studenten sind offensichtlich seeeehr konservativ und prüde... Sollen sie halt einen gegen Workshop abhalten "Kein Sex vor der Ehe"

  • realisthoch3 am 09.04.2019 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Verkommt Österreich jetzt ganz?

    Na bumm!Und dafür wird österreichisches Steuergeld verschwendet?Traurig,wenn Studierende noch keine Ahnung von Sexualität besitzen.Und glaubt man wirklich,mit solchen Methoden sexuell anders Geartete salonfähig zu machen?Ich bin sehr fortschrittlich eingestellt und habe unsere Kinder modern erzogen.Trotzdem besteht für mich und sie eine Familie aus Vater-Mutter-Kind.Ich habe nichts gegen Ausleben eigener Sexualität,aber bitte in den eigenen vier Wänden,das gilt auch für Heterosexuelle.Ein bisschen Benehmen,Taktgefühl... sollte jeder haben,Sex muss nicht öffentlich zur Schau gestellt werden.

  • Si Vis Pacem am 08.04.2019 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Thema selbst

    Jeder wie er sie mit er, sie ... wie heisst jetzt das dritte ? Zum Verwenden von ÖH-Geldern dafür: Nein. Die ÖH ist eine Interessenvertretung der Österreichischen Hochschüler und keine Spielwiese. Da gab es doch ein Café...