Ermittlungen laufen

23. Mai 2019 05:30; Akt: 22.05.2019 22:14 Print

Mann vor U3 gestoßen: "Ich musste es tun …"

Dieses Geständnis muss für das Opfer des Wiener U-Bahn-Schubsers wie ein Hohn klingen: "Ich musste es tun", gab er zu Protokoll. "Der Mann schniefte mit der Nase auf. Das störte mich."

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U-Bahn-Opfer Zdravko I. (35) mit seiner Anwältin Astrid Wagner

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"Ich habe eine psychische Krankheit", war das Erste, was Mohammed Y. der Polizei zu Protokoll gab. "Seit elf Monaten sehe ich immer Menschen, welche einen Kopfhörer und Sonnenbrillen tragen. Sie verfolgen und beobachten mich ständig."

Dabei hatte der verhängnisvolle 8. Mai für den Iraker eigentlich gut begonnen: Er hat in seiner WG gefrühstückt, zwei Pillen seiner Psychopharmaka eingenommen und in seinem Stamm-Fitnesscenter in der Wiener Brigittenau trainiert. Um zwölf Uhr war der 20-Jährige mit dem Workout fertig, fuhr mit der U6 von der Jägerstraße zum Westbahnhof – er wollte seine Eltern in Rudolfsheim besuchen.

Kopfhörer und Sonnenbrille störten

"Doch dann", so der Verdächtige, "sah ich auf dem U3-Bahnsteig plötzlich einen Mann mit Kopfhörer und Sonnenbrille. Er machte Sachen, die mich störten." Welche das waren, hakte der Kripo-Beamte im Verhör nach. Die skurrile Antwort: "Er trug einen Kopfhörer und schniefte immer mit der Nase auf." Warum ihn das rasend vor Zorn machte? "Seit ich diese Krankheit habe, weine ich regelmäßig zu Hause. Ich glaube, der Mann hat auch gewusst, dass ich heute geweint habe, und er hat mich mit dem ständigen Aufschniefen daran erinnern wollen."

Als dann eine Garnitur in die Station einfuhr, brannten ihm offenkundig die Sicherungen durch. Oder, wie Mohammed Y. es ausdrückt: "Ich bin plötzlich explodiert. Ich wollte das nicht machen, aber ich musste den Mann vor die U-Bahn stoßen. Ich hatte solchen Druck in mir." Ein Zeuge schilderte: "Er packte ihn hinten im Bereich des Rückens und stieß ihn auf die Bahngleise. Das Opfer versuchte sich noch zu wehren."

Vergeblich: Zdravko I. landete unter der U-Bahn, verlor einen Fuß und liegt im Wiener AKH. Er wütet: "Ich hasse den Mann für das, was er mir angetan hat." Gegen Mohammed Y. wird wegen Mordversuchs ermittelt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

20-Jähriger stieß Mann auf U-Bahn-Gleise

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(coi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Robert am 23.05.2019 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitstag

    Der 8. Mai war ein Arbeitstag. Ich habe um 05:00 Uhr einen Tee getrunken und bin dann um 05:30 in die Arbeit aufgebrochen. Um 06:00 Uhr war ich im Büro. Dann habe ich bis 16:00 Uhr gearbeitet. Leider hatte ich nicht Zeit für ein gemütliches Frühstück und Fitnessstudio bis 12:00 Uhr. Geht es euch auch so? LG ein Steuerzahler

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  • Geri am 23.05.2019 07:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irre

    Ich habe eine psychische Störun:-/ Das ist anscheinend die Standard Behauptung wenn wer mildernde Umstände haben will !

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  • Ich am 23.05.2019 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    Jetzt muss man schon um sein Leben fürchten, weil man schnieft und Kopfhörer trägt

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Adam am 23.05.2019 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    So einer...

    Lebenslang! Aber net hier, sondern in Irak!!!

  • Paul am 23.05.2019 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Nachdem er mit dem Workout fertig war

    Fein, dass er vormittags dafür Zeit hatte. Ich musste arbeiten um ihm das finanzieren zu können :-(

    • Nina am 23.05.2019 21:33 Report Diesen Beitrag melden

      Schichtarbeit

      Naja, ich beginne um 15:00Uhr mit der Arbeit- bis nach 23:30Uhr...... und mache vormittags Sport..

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  • Emil am 23.05.2019 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Wo bin ich?

    Manchmal muss ich mich beim Leser solcher Dinge zwicken, und noch einmal schauen, ob ich alles richtig verstanden habe. Ich kann beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen, was da inzwischen alles läuft. Es macht mir Angst und ich habe das Gefühl, als hätte ich einen Zeitsprung in ein völlig irres Zeitalter gemacht, in dem sich nichts mehr gut und geistig gesund anfühlt.

  • Andrea am 23.05.2019 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was zu vermeiden ist.

    Werde es mir merken und weder Kopfhörer noch Sonnenbrille im der U-Bahn tragen. Und nicht snieffen. Falls es noch mehr solche verstört en Elemente in Wien geben sollte.

    • AlmdullahSukerfrey am 23.05.2019 23:01 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht haram

      Ja, Sonnenbrille und Kopfhörer sind halt ned haram,

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  • Joe heute am 23.05.2019 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    man...

    was es bloß für Leute gibt. solche gehören auf jeden Fall weg gesperrt.

    • wiener_hier am 23.05.2019 16:26 Report Diesen Beitrag melden

      nein - AUSGEWIESEN.....

      ob wird as aber jetzt dann noch erleben werden...oder ob....

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