Wien-Brigittenau

08. November 2018 11:20; Akt: 08.11.2018 13:02 Print

Streit um Leine eskaliert: Herrl und Hunde verletzt

Das Besitzer eines Listenhunds hatte einen anderen Hundebesitzer wegen der fehlenden Leine angesprochen. Kurz darauf prügelten beide Männer los, auch die Hunde sind verletzt.

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Die Diskussion über die neuen Regeln für Listenhunde dauert an. Folgende muss aber jeder Wiener Hundehalter kennen: Wer einen Hund hält, muss ihm mindestens zwei Mal täglich Sozialkontakt mit Menschen gewähren. Wer seinen Hund nicht mindestens einmal täglich ausführt, macht sich strafbar. Hunde, die vorwiegend in geschlossenen Räumen gehalten werden, müssen sich zudem mehrmals täglich im Freien erleichtern können. Welpen dürfen erst ab einem Alter von über acht Wochen von der Mutter getrennt werden. Ausnahmen sind möglich, wenn die Trennung aus medizinischen Gründen nötig ist. Über die Notwendigkeit von Maulkörben wurde in den letzten Tagen kontrovers diskutiert. Bei allen Beißkörben gilt jedoch bereits heute: Sie müssen der Größe und Kopfform des Hundes angepasst und luftdurchlässig sein. Die Tiere müssen damit Hecheln und Wassertrinken können. Wer einen Hund im Freien hält, muss ihm eine Hundehütte zur Verfügung stellen. Diese muss aus wärmedämmendem Material hergestellt sein und einen der Wetterseite abgewandten Zugang haben. Weiter ist eine trockene Unterlage Pflicht, genauso wie genügend Platz für den Vierbeiner. Werden mehrere Hunde gemeinsam gehalten, müssen die Hundehütten so dimensioniert sein, dass sie mehrere Hunde konfliktfrei nützen können. Auch die Frage, wie viel Tageslicht ein Hund genießen soll, ist in der Verordnung genau beantwortet. Und zwar müssen die Öffnungen für Tageslicht - also die Fenster - so bemessen sein, dass ihre Fläche mindestens 12,5 Prozent der Bodenfläche beträgt. Eine dauernde Zwingerhaltung ist verboten. Die Zwingerfläche muss mindestens 15 Quadratmeter betragen - Platzbedarf für die Hundehütte nicht eingerechnet. An der Hauptwetterseite muss der Zwinger geschlossen sein, Schatten muss jederzeit zur Verfügung stehen. An der Innenseite müssen die Zwingertüren einen Drehknauf aufweisen. Die Türen müssen nach innen aufschwingen. Sportausübung ist nur mit Hunden zulässig, die hierfür physiologisch und psychologisch geeignet sind. Der Sport darf den Gesundheitszustandes des Tieres nicht beeinträchtigen. Auch die Haltung von Schlittenhunden ist genau geregelt. So ist Teilnahme an Trainingscamps erst erlaubt, wenn die teilnehmenden Tiere mindestens den 12. Lebensmonat vollendet haben. An Sprintrennen dürfen die Hunde erst ab 15 Monaten teilnehmen, an Mittel- und Langdistanzrennen ab 18 Monaten.

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Am Mittwoch machte ein 30-jähriger Mann mit einem Listenhund, ein Staffordshire-Dogo-Argentino-Mischling, eine Polizeistreife der Diensthundeeinheit auf sich aufmerksam. Der Mann wies Verletzungen im Gesicht auf. Es war kurz zuvor zwischen ihm und einem anderen Hundebesitzer zu einer Auseinandersetzung gekommen, da der zweite Mann seinen kleinen Malteser nicht angeleint hatte.

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Im Zuge eines Streites soll der zweite Hundebesitzer den 30-Jährigen mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Auch die Vierbeiner sollen einander attackiert haben. Beim Versuch, die Hunde zu trennen, erlitt der 30-Jährige Verletzungen an der Hand. Der zweite Hundebesitzer verließ danach den Vorfallsort, der sich in der Winarskystraße (20 Bezirk) befindet.

Die Beamten konnten den zweiten Mann, ebenfalls 30 Jahre alt, an seiner Adresse im Nahbereich ausforschen und antreffen. Er bestritt den Hergang der Auseinandersetzung und gab an, vom Hund des anderen gebissen worden zu sein. Er wies eine entsprechende Verletzung am Zeigefinger auf.

Mann festgenommen

Er gab darüber hinaus an, vom Erstbeteiligten geschlagen worden zu sein. Eine Identitätsfeststellung ergab, dass gegen den Zweitbeteiligten ein Festnahmeauftrag der Staatsanwaltschaft Wien besteht. Der 30-Jährige wurde daraufhin festgenommen. Der Hund des Festgenommenen wurde der Tierrettung übergeben. Während der Festnahme entdeckte die Beamten der Diensthundeeinheit darüber hinaus eine Cannabis-Aufzuchtanlage in der Wohnung.

Beide Personen, es handelt sich um Österreicher, wurden wegen gegenseitiger Körperverletzung sowie zweifach nach dem Wiener Tierhaltegesetz angezeigt.

"Heute" war bei der Hundeführerschein-Prüfung dabei:

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>>> Diese 9 Regeln muss jeder Wiener Hundebesitzer kennen

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ehklar am 08.11.2018 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Toll, dass immer auf Österreicher hingewiesen wird! Bitte auch bei Nichtösterreichern so beibehalten!

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  • Lersin am 08.11.2018 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Leute was ist los mit euch? Wo bleibt der nötige Respekt gegenüber Mensch und Tier? Frustriert, depremiert, unfreundlich, egoistisch unsere Gesellschaft

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  • Birgit K am 08.11.2018 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Auch kleine Hunde an die Leine

    Auch ein Malteser gehört angeleint, wenn er nicht bei Fuss geht und andere angeleinte Hunde belästigt!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Günther am 09.11.2018 00:07 Report Diesen Beitrag melden

    Mittel OK

    Finde das sehr gut wenn Hundehalter andere Hundehalter auf ihre Pflichten ansprechen. Regel ist, Maulkorb oder Leine. Keine Diskussion. Genau wegen diesen nachlässigen Hundehaltern haben die korrekten Hundehalter die Verschärfung der Gesetze auszutragen. So gehts sicher nicht. Trotzdem wär's super, wenn man sich dabei nicht gegenseitig aufs Maul schlägt. Erwachsene benehmen sich besser wie Solche.

  • Kein Hundebesitzer am 08.11.2018 23:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Viele Hundebesitzer sind selber schuld das sie angefeindet werden,warum lässt ihr euren Hund überall sein Geschäft machen,egal ob kot oder urin? Warum müssen sich andere Leute das antun und über den Urin oder Kot zu gehen? Noch dazu verbreiten sich dadurch sofort Insekten,vorallem Mücken, und Krankheiten.

  • myopinion am 08.11.2018 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Streit wird zu Schlägerei

    Sehr bedenkliche Entwicklung. Keine Streitkultur, kein Respekt. Sofort Gewalt. Beide Hundehalter. So jemand darf keinen Listenhund halten aber auch keinen Malteser. Ich empfehle das beobachten von Ameisen.

  • Stritzzi81 am 08.11.2018 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein schönes stück

    Liest sich wie eine gute Komödie jedoch is js in Wirklichkeit zum rean, viel verstand war bei diesem geschehen definitiv nicht mit bei!!

  • Ss am 08.11.2018 17:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist halt so..

    Da sieht man, dass Listenhunde nicht automatisch aggressiv sind, sonst würde der Schlecksi anders ausschauen. Und an die Leine gehört jeder Hund. Manchmal tut mir unser Setter auch leid, wenns überall schnüffeln will und kann nicht wegen der Leine. In der Stadt, Menschenmengen, etc ist das ein Muss. Dafür gibts ja Hundezonen, dort wird dann ausgiebig geschnüffelt und kommuniziert mit andere Hunde.

    • myopinion am 08.11.2018 18:12 Report Diesen Beitrag melden

      AW Ss

      Die Menschen sind es, die automatisch immer aggressiver sind. Allerdings würde ich Listenhunde verbieten. Diese können als Waffe missbraucht werden, wenn sie an die falschen Halter geraten.

    • Ivy1 am 09.11.2018 12:24 Report Diesen Beitrag melden

      @myopinion

      Deine Bildung geht auch nur bis zum Tellerrand und nicht weiter.. Blödsinn. Bin ich froh, dass du nix zum sagen hast. Ich kann auch einen Malteser zu einer Waffe machen. Oder einen Schäferhund oder Bernhardiner etc. etc etc.

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