Horrornacht

01. Januar 2018 16:15; Akt: 01.01.2018 16:35 Print

Tierschutzverein "wurde Ziel von Böllerterror"

Trotz jährlicher Appelle und Bitten, zum Wohle der Tiere von Silvesterkrachern Abstand zu nehmen, wurde der Wiener Tierschutzverein selbst zum Ziel.

Einer der vollkommen panischen Hunde im WTV. (Video: Wiener Tierschutzverein)
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"Angesichts der Ereignisse, die sich in der Silvesternacht rund um den Wiener Tierschutzverein in Vösendorf abgespielt haben, könnte man zu dem Schluss kommen, dass die Dummheit mancher Menschen keine Grenzen zu kennen scheint", sagt die Wiener-Tierschutzberein-Präsidentin Madeleine Petrovic. Bereits am Silvesternachmittag feuerten Unbekannte mit Böllern und Raketen in die Außengehege und auch direkt auf einen besonders schwierigen Hund, der in einem dieser Gehege untergebracht ist.

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"Gerade dieser Schützling wird intensiv und mühevoll mit Spezialtraining betreut. Die Arbeit von Monaten ist nun ruiniert, das Tier ist immer noch panisch und vollkommen verstört", so Petrovic. Die Vorfälle hätten sich gar so weit intensiviert, dass die Präsidentin von einer "Horrornacht" und "Böllerterror" berichtete. Wenig half ein Anruf bei der Polizei, wo Unklarheit geherrscht habe, ob die Behörden in Wien oder Niederösterreich zuständig seien.

Situation eskalierte

Vollkommen eskaliert war die Situation in den Stunden rund um Mitternacht. Laut WTV versammelten sich "hunderte Freizeit-Pyromanen" rund um das Gelände des Wiener Tierschutzvereins. Auf benachbarten Grundstücken und Parkplätzen wurden Feuerwerksbatterien aufgebaut und "im wahrsten Sinne des Wortes aus allen Rohren gefeuert". Bitten des Tierschutzvereins, die Knallerei zu verlegen, wurden ignoriert.

Auch weitere Anrufe bei der Exekutive hätten keine Besserung gebracht: "Leider fühlten sich weder Beamte aus Wien noch aus Mödling zuständig und nicht ein einziger Streifenwagen kam zu Hilfe." Die WTV-Mitarbeiter sowie die ehrenamtlichen Helfer "konnten somit nur hilflos zusehen, wie die Tiere Höllenqualen litten. Bis drei Uhr früh dauerte der Knallterror insgesamt an, das komplette Gelände des WTV ist mit Überresten von Raketen und Böllern übersät".

"Nie wieder dulden"

Die traurige Bilanz der bunten Silvesternacht: Hunderte panische Tiere. "Viele unserer Schützlinge, insbesondere Hunde, sind auch heute noch derart verstört, dass sie selbst vor unserem Pflegepersonal, das sie gut kennen panische Angst haben. Das Training und die Arbeit von Monaten ist zerstört", so Petrovic.

Sie kündigt Konsequenzen an, will "so etwas nie wieder dulden": "Wir fordern von der Exekutive eine detaillierte Zusicherung, wie im nächsten Jahr auch bei uns, im vermeintlichen polizeilichen Niemandsland zwischen Wien und Niederösterreich das Pyrotechnikgesetz vollzogen werden soll."

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susan gb am 01.01.2018 16:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Betroffen

    mir kommen die tränen vor Wut aber auch Abscheu gegen über Menschen, verdienen die überhaupt die Bezeichnung Mensch, die so etwas wehrlosen Lebewesen antun. für mich gäbe es da nur rigorose strafen und zwar mit putzdiensten im Tierheim, Altenheim oder wo solche Täter sehen was im Leben tatsächlich vor sich geht. Betroffen macht auch dass die exekutive nicht eingeschritten ist, egal wer zuständig ist, es handelt sich um schützenswerte Lebewesen aber auch Menschen, die PflegerInnen, u da muss doch geholfen werden. so haben die Täter gelernt, dass eh nix passiert, ihr tun zu keinen Konsequenzen führt u die machen wieder weiter

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  • Korbi am 01.01.2018 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    Immer auf die schwächsten, die sich nicht wehren können. sehr traurig.

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  • Christian am 01.01.2018 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Böller

    Also das ist ja der reinste Horror und schrecklich wenn die Polizei nichts macht! Wo leben wir das jeder tun kann was er will! Die Politik soll das endlich verbieten! So viele Schäden von den Knallern in ganz Wien! Wer bezahlt das? Der Steuerzahler? In manchen Ländern geht's auch ohne der knallerei warum nicht auch bei uns! Herr Bundeskanzler kurz und Herr Vizekanzler Sprache ich hoffe sie beenden diesen Wahnsinn!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Monika G am 04.01.2018 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Unerhört

    Das ist ja unerhört, wie gefühllos manche Menschen sind Schämt euch Und das keine der Polizeiwachen beherzt eingegriffen hat ist auch ein Armutszeugnis

  • Walter Grünauer am 03.01.2018 20:15 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Warum sagte der Polizeisprecher, sie hätten niemanden vorgefunden. Dieser Vorfall gehört untersucht, und die Schuldigen hart bestraft! Kickl ist gefordert!

  • Sunny am 03.01.2018 00:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wütend

    Da kann man wirklich nur noch sagen - die Hölle ist leer, die Teufel sind unter uns. Irgendwann werden sie ihre gerechte Strafe erhalten, darauf hoffe ich inständig.

  • Wilhelm Benedict am 02.01.2018 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Stopp für Silvesterkracher

    Warum wird der Verkauf dieser Knallkörper u. Raketen nicht überhaupt verboten? Haben wir nicht genug Feinstaub? Auf Tiere wird überhaupt keine Rücksicht genommen. Sogar an Waldrändern in d. Umgebung von Wien wurde geballert.

  • Rorschach am 02.01.2018 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Animosität der Behörden

    Die Angaben der Polizei, der WTV habe in seinen Angaben schlicht übertrieben und es hätten sich nicht hunderte Feierwütige rund um das WTV-Gelände versammelt, nannte Petrovic "mehr als befremdlich": "Es war fast so, als würden die Leute zu einem Konzert wandern."