Wohnen kaum leistbar

07. Februar 2019 10:35; Akt: 07.02.2019 12:48 Print

Das sind die 6 größten Probleme junger Mieter

Junge Leute finden nur schwer private Wohnungen, weil sie mit teuren Mieten, Befristungen und hohen Maklergebühren zu kämpfen haben. Dies zeigt eine neue Studie.

 (Bild: picturedesk.com)

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"Mieten bei Privaten wird immer mehr zum Luxus", so lautet zumindest das zentrale Ergebnis einer von der AK Wien beauftragten Befragung unter 504 WienerInnen: Für die Miete in einer privaten Wohnung müssen junge Wiener demnach durchschnittlich ein Drittel ihres monatlichen Netto-Haushaltseinkommens ausgeben.

Umfrage
Sind die Wohnkosten in Österreich zu hoch?

Darüber klagen junge Mieter:

1
Schwierige Wohnungssuche

Für sechs von zehn Haushalten war es "eher schwierig" oder "sehr schwierig", eine passende Wohnung zu finden. Hier sagten 84 Prozent: Die hohen Preise am Wohnungsmarkt haben ihre Suche erschwert.

Für die schwierige Wohnungssuche machten 36 Prozent der Betroffenen die schlechte Qualität vieler Wohnungen und 34 Prozent die teuren Maklerprovisionen verantwortlich.

2
Zu hohe Miete

Die Befragten gaben an, im Schnitt in einer rund 72 Quadratmeter Wohnung zu leben. Eine private Mietwohnung dieser Größe kostet "kalt" (Anm.: mit Betriebskosten und Umsatzsteuer, ohne Warmwasser, Strom und Heizung) über 790 Euro pro Monat.

Bei den Gemeindewohnungen beträgt die Bruttomiete 540 Euro pro Monat – das ist um 32 Prozent weniger als im privaten Segment.

Für Genossenschaftswohnungen – mit den meist anteiligen Finanzierungsbeiträgen – müssen im Schnitt knapp 600 Euro pro Monat bezahlt werden, um 25 Prozent weniger als im privaten Segment.

3
Ein Drittel des Einkommens geht für Miete drauf

Für die Miete in einer privaten Altbauwohnung müssen junge Arbeitnehmer durchschnittlich ein Drittel ihres monatlichen Netto-Haushaltseinkommens ausgeben. Bei den Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen beträgt die Miete durchschnittlich 27,8 Prozent des Netto-Haushaltseinkommens. Das verfügbare Einkommen nach den Mietkosten ist demnach im "öffentlichen" Segment um über fünf Prozent höher.

Bei der Befragung zeigte sich erwartungsgemäß: Wer weniger verdient, bei dem geht ein Großteil des Einkommens allein nur für die Miete drauf. Bei einem Netto-Haushaltseinkommen bis zu 1.800 Euro müssen Mieter im Schnitt 46,6 Prozent für die Bruttomiete aufwenden. Haushaltseinkommen über 4.000 Euro sind nur mit 22,1 Prozent durch die Mietkosten belastet.

4
Befristete Verträge

Zwei von drei befragten Mietern (64 Prozent), die in eine private Mietwohnung gezogen sind, haben lediglich einen befristeten Mietvertrag. Im Schnitt sind die Mietverträge auf 4,4 Jahre befristet – bei einer ähnlichen Erhebung aus dem Jahr 2003 lag die durchschnittliche Befristungsdauer immerhin noch bei fünf Jahren.

72 Prozent derer, die einen befristeten Mietvertrag unterschrieben haben, beklagten, dass eine passende Wohnung nicht unbefristet zu bekommen war.

5
Mangelnde Infos

70 Prozent der Betroffenen sagten, dass sie vom Makler nicht über Mietzinsobergrenzen informiert wurden. Weitere 25 Prozent wissen gar nicht mehr, ob sie vom Makler diesbezüglich informiert worden wären. Lediglich vier Prozent sagten, dass sie vom Makler auf die Mietzinsgrenzen hingewiesen wurden.

6
Schlechte Qualität

Wegen der hohen Mieten müssen viele Mieter bei sonstigen Ausgaben sparen. Der überwiegende Großteil der Befragten kann die Wohnung problemlos heizen – lediglich für ein Prozent ist das "oft gar nicht möglich". Eine Woche Urlaub im Jahr in einer zu bezahlenden Unterkunft ist aber nur mehr für 67 Prozent der Befragten "problemlos möglich".

Unverhofft kommt oft: Nur jeder zweite Befragte (51 Prozent) kann "problemlos" die Rechnung zahlen, wenn unerwartete Ausgaben – etwa für eine neue Waschmaschine anfallen.

SPÖ ortet dringenden Handlungsbedarf

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Eine Lösung für all die genannten Probleme will die SPÖ mit einem 3-Punkte-Plan haben. Dieser umfasst die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Mieten, die Einführung eines Universalmietrechts sowie eine Abschaffung der Maklergebühr für Mieter.

Für die Oppositionspartei sind die Studienergebnisse ein weiterer Beweis dafür, "wie groß und wie dringend der Handlungsbedarf in Sachen leistbares Wohnen ist."

In einer Reaktion lassen die Sozialdemokraten wissen: "Während die SPÖ ein umfassendes und rasch umsetzbares Programm für leistbares Wohnen und zur Entlastung der MieterInnen vorgelegt hat, unternimmt die ÖVP/FPÖ-Regierung nichts gegen die explodierenden Mietkosten. Im Gegenteil: ÖVP und FPÖ verschärfen das Problem sogar noch – beispielsweise durch die im schwarz-blauen Regierungsprogramm vorgesehene Ausweitung der Lagezuschläge", so SPÖ-Wohnbausprecherin Ruth Becher in einer Aussendung am Donnerstag.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Julius Rab am 07.02.2019 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    armes Österreich

    Die Sozialisten wollen etwas ändern ???? Ich glaube bin im falschen Film Wer hat Österreich meistens regiert Es war die SPÖ !!!!!! und erst jetzt wollen sie etwas ändern? Armes Österreich Alles hat diese Partei in den letzten Jahren verbockt Und jetzt wo andere am Ruder sind wollen sie etwas ändern Armes Österreich

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  • Walter am 07.02.2019 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angebot und Nachfrage

    Durch die unkontrollierte Massenzuwanderung kommt es logischerweise zu einer Wohnraumverknappung. Wären die Fremden weg, wären wir nur höchstens 6,5 Mill. Einwohner in Ö. und es gebe günstigen Wohnraum ohne Ende.

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  • Wechselwähler am 07.02.2019 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    Unleistbar

    Ein Auftrag an die verantwortlichen Politiker, wäre hier gegeben.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Silvia am 09.02.2019 06:10 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Egal ob jung oder alt, alleine leben ist kaum oder gar nicht zu bewältigen. Wenn nicht zwei Einkommen in einen Haushalt fließen ist das nicht leben sondern überleben. Egal ob man 18, 30 oder 60 Jahre ist.

  • Maverick am 08.02.2019 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Relativ

    Solange genug Geld fürs Nagelstudio, Peckerln vom Scheitel bis zur Sohle und 4 Hunde und 3 Katzen vorhanden ist, kann es wohl nicht so schlimm sein.

  • Larissa am 07.02.2019 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    AK-Eigenwerbung

    98% der arbeitenden Bevölkerung zahlt Zwangsbeiträge an die Arbeiterkammer, ohne dass jemals Leistungen beansprucht werden. So konnte ein Vermögen von 472 Mio. angehäuft werden. Von dieser Position aus können die roten Genossen leicht Ratschläge austeilen. Hätten sie 2015 nicht die Tore geöffnet, hätten wir kein Wohnproblem.

  • Wien 11 am 07.02.2019 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder...

    ...sind doch alle Wirtschaftsflüchtlinge ins rotgrüne Wien umgezogen, wegen der Mindestsicherung.

  • Habakuk am 07.02.2019 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    SPÖ war dabei

    Nicht vergessen, die SPÖ war bei allen Wohnrechtsänderungen dabei! Heute will die nichts mehr davon wissen. Rückschluss: unwählbar!!!!

    • Mieter am 07.02.2019 16:17 Report Diesen Beitrag melden

      War dabei? Stimmt nicht

      da die Mietpreisbindung erst von Schüssel und Grasser aufgehoben wurde. Jede andere Behauptung ist Fake

    einklappen einklappen