Kameras augenscheinlich

21. Mai 2019 05:31; Akt: 21.05.2019 19:07 Print

"Heute" mietete sich in Oligarchen-Villa ein

Alle wollen in die heillos ausgebuchte Oligarchen-Villa, "Heute" ist drin: Um 466 Euro die Nacht dürfen wir an jenem Glastisch Platz nehmen, an dem Heinz-Christian Straches Polit-Karriere zerbrach.

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"Herzlich willkommen auf Ibiza, ihr wohnt ab sofort in der bekanntesten Finca der Insel" – so begrüßt Airbnb-Gastgeber Gaetano das "Heute"-Team.

Villa heiß begehrt

Wir treffen ihn blendend gelaunt in einem kleinen Café unweit der Villa. "Meine Facebook-Seite explodiert gerade – alle wollen die Finca buchen. Sie ist ja derzeit überall im Internet." Er selbst scheut das Rampenlicht: "Ich will nur mit Service punkten, nicht mit einem Polit-Skandal, der sich vor zwei Jahren hier abgespielt hat."

Worauf er anspricht: In dem Haus in Sant Rafel lockte eine vermeintliche Oligarchin den ehemaligen Vizekanzler in die Videofalle. Der Politiker (nicht nur Parteifarbe blau) verstieg sich nach reichlich Wodka-RedBull zu Aussagen über "Krone", Strabag und Parteispenden, die nüchtern betrachtet ein Rücktrittsgrund sind. Denn: Eine im Wandregal platzierte Kamera zeichnete alles auf.

Eindrücke aus dem Innern der Finca:

Vermieter schweigsam

Was Vermieter Gaetano dazu sagt? Nicht viel. "Ich frage nicht nach, was in dieser Villa passiert. Das gilt übrigens auch für euch."
Der Pharmazeut mietet die "Finten-Finca" selbst immer für ein Jahr von einem Amerikaner an – und vermarktet sie dann via Airbnb. "Heute" bekam um 466 Euro die Nacht den Zuschlag.

Im Preis inkludiert sind vier Schlafzimmer, Pool und Welcomedrink. "Und mit Fotos aus dem Wohnzimmer", scherzt Gaetano, "könnt ihr eure Followerzahl auf Instagram in lichte Höhen katapultieren.“ Bei Strache freilich hatten die Bilder den gegenteiligen Effekt.

Kameras offensichtlich

Abgeblätterte Farbe, verstopfte Waschbecken und zweifelhafter Geruch in den Schlafräumen – nicht alles in dieser Villa ist augenscheinlich so, wie es in einer Villa für Steinreiche sein sollte.

Eines allerdings springt sofort ins Auge (außer Strache und Gudenus): viele Videokameras. Die erste gleich in der Einfahrt, die nächste folgt im Wohnzimmer jener Finca, in der das nun geleakte Strache-Video im Juli 2017 aufgenommen wurde.

Auch Küche überwacht

In der linken Ecke des Raumes, in dem "Alijona Makarowa" H.-C. zum Reden brachte, ist ein Überwachungsgerät an der Wand montiert. Jene Kamera, die große Teile der nun veröffentlichten Szenen festgehalten hat, wurde in einem Wandregal hinter einem Billig-Kunstwerk aufgebaut. Strache hätte sie innerhalb von sieben Stunden entdecken können – sie stand keine 40 Zentimeter von ihm entfernt.

Auch die Küche ist überwacht: In einem Clip von dort stellt Gudenus in Aussicht: "Wir sind 100 Prozent bereit zu helfen – egal, was kommt." Übrigens: Besteck, Wodkagläser und Seife im WC der "Oligarchen-Villa" wurden bei Zara Home gekauft.

Das Drohnen-Video: Die Strache-Villa aus der Luft betrachtet

Die Finten-Finca: Hier tappte Strache in die Falle

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris am 21.05.2019 06:42 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Ein Grund mehr diese Villa im Leben nicht zu buchen, wenn man da aufgenommen und ins Internet gestellt wird. Was soll das bitte?

  • S.Oliver am 21.05.2019 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erstaunlich was heute als Luxus

    bezeichnet wird. Auch ohne die Hygienemängel sieht das Haus billig gebaut und noch billiger eingerichtete aus. Sieht man auf den ersten Blick, auch ohne je wirklich da gewesen zu sein. Kahles ungemütliches Ambiente und billige Einrichtung. Aber zum heiße Russinnen treffen und Komplotte schmieden reichte die Hütte wohl aus.

  • Schierl am 21.05.2019 06:44 Report Diesen Beitrag melden

    Frage für einen Freund

    Wieviel Geld hat heute in die Hand genommen für die paar Minuten Villenbesichtigung ? Der Vermieter macht das Geschäft seines Lebens allein durch die Besichtigungen .

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Martin am 22.05.2019 00:14 Report Diesen Beitrag melden

    Oligarchenvilla

    Wozu soll das gut sein ? Einmieten um Geld zu verschleudern oder wozu sonst? Geht's dieses Geld den wirklich Bedürftigen oder helfts damit den Kranken dann habt's mehr getan.

  • SUN am 21.05.2019 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach, für jetzt ist es mir klar..

    Hier werden auch auch andere Filme gedreht.. Wusstet ihr das nicht?

  • Ddog am 21.05.2019 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    Villa

    Ja genau die Kameras stechen ins Auge. Im Nachhinein kann man immer blöd reden. Die Positionen der Kameras kann man über das Video ganz einfach bestimmen. Ich würde auch gerne wissen wer diese ganze unnötige Aktion dort bezahlt? Zahlen die beiden das selbst? Und wem interessiert das wo das Besteck her ist? Ich glaube momentan haben wir wirklich andere Probleme. Recherchiert lieber wer dahinter steckt

  • Schiele am 21.05.2019 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Abgesehen vom Skandal

    Wie kann es möglich sein in einem Hotelzimmer oder wie hier in einer Finka, sprich Haus, Überwachungskameras installiert zu haben. Ibiza gehört zu Spanien und somit zur EU...und eben hier gibt es Datenschutzgesetze und natürlich auch Verbote. Egal ob nun eine Einwilligungserklärung vorhanden ist, aber im Wohnbereich einer Ferienunterkunft gefilmt zu werden ist illegal und gehört abgestraft, den es ist eine mutwillige Verletzung der Privatsphäre.

  • Daniel am 21.05.2019 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ke bitte

    Und mann will uns weißmachen das der Herr Strache sowie der Gudenus und dessen Frau die Kameras nicht entdeckt haben ??