Politik

Interne Kritik an ÖVP-Personalrochade

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:46

Steiermarks Landesrat Christopher Drexler übt als erster prominenter ÖVP-Politiker offen Kritik an der Rochade in seiner Partei. Dieser Regierungswechel habe zu einem suboptimalen Zeitpunkt stattgefunden, sagte er gegenüber dem ORF-Radio.

Steiermarks Landesrat Christopher Drexler übt als erster prominenter ÖVP-Politiker offen Kritik an der . Dieser Regierungswechel habe zu einem suboptimalen Zeitpunkt stattgefunden, sagte er gegenüber dem ORF-Radio.

"Wir müssen rasch daran arbeiten, dass der Eindruck schwindet, dass die ÖVP eine niederösterreichische Landespartei mit oberösterreichischen Gastarbeitern und einer kleinen angeschlossenen bundespolitischen Abteilung ist", meinte Drexler.

ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner weist die Kritik seines steirischen Parteikollegen an der jüngsten Personalrochade zurück. Die Meinung von Landesrat Christopher Drexler sei "aus meiner Sicht nicht richtig", erklärte der Vizekanzler am Dienstag nach dem Ministerrat. Er sehe nichts, "was diese Kritik untermauern würde", betonte der VP-Chef.
Tritt Mitterlehner zurück?

Für die Rochade sei allein Erwin Pröll, Landeshauptmann in Niederösterreich, verantwortlich, was die Macht Mitterlehners als Parteichef untergrabe, hört man aus ÖVP-Reihen. Mitterlehner bestritt in der ZIB2, dass Pröll die Entscheidung über Nachfolger Wolfgang Sobotka getroffen habe. "Selbstverständlich treffe ich die Entscheidung", unterstrich er und fühlt sich demnach innerhalb der ÖVP nicht bevormundet: "Ich nehme an, dass ich der Chef bin".

Hinter den Kulissen sei der Vizekanzler allerdings weniger amused. Das Amt würde ihm schon länger keinen Spaß mehr machen, Pröll hätte das Fass jetzt zum Überlaufen gebracht, so ein VP-Stratege. Angeblich habe Mitterlehner auch nur über die Medien über die Rochade erfahren. Laut Insidern wolle Mitterlehner nun noch die Bundespräsidentenwahl abwarten, bevor er seinen Rücktritt verkündet. Logischer Nachfolger für die ÖVP-Spitze wäre damit Außenminister Sebastian Kurz...

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