80. Jahrestag des "Anschlusses"

12. März 2018 12:48; Akt: 12.03.2018 17:03 Print

Kurz mahnt: "Wir müssen Demokratie schützen"

Österreich begeht am 12. März den 80. Jahrestag des "Anschlusses" an Nazideutschland. Präsident Van der Bellen lud zur Gedenkveranstaltung in die Hofburg.

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"Am 12. März jährt sich der 'Anschluss' Österreichs an Nazi-Deutschland zum 80. Mal. Diese Tage stehen im Zeichen des Gedenkens an das dunkelste Kapitel in der Geschichte unseres Landes", schreibt Bundespräsident Alexander Van der Bellen auf seiner Facebook-Seite anlässlich des traurigen Jubiläums. Gemeinsam mit Ehefrau Doris Schmidauer hat sich Van der Bellen schon in der Früh im "stillen Gedenken" vor das Mahmal gegen Krieg und Faschismus begeben und den Opfern des Nationalsozialismus gedacht.

Ab 11 Uhr wurde in der Hofburg eine Gedenkveranstaltung abgehalten. Dort sprach sich Van der Bellen gegen das Vergessen und für die Stärkung der Demokratie aus.

"Wir müssen aktiv Demokratie schützen"

Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz hielt eine Ansprache und erklärte im Zuge dieser, dass mit dem 12. März 1938 "insbesondere für die jüdische Glaubensgemeinschaft ein unfassbarer Leidensweg begonnen" hat, "den wir niemals vergessen wollen". Er meinte auch, dass "jeder Mensch Verantwortung trägt, für das was er tut, aber auch für das, was er nicht tut." Österreich habe sich gerne als Opfer des Nationalsozialismus betrachtet. "Aber, so ehrlich sollten wir sein, Opfer waren es keine, die im März 1938 am Heldenplatz gestanden sind und gejubelt haben."

Am Ende seiner Rede mahnte Kurz: "Wir müssen aktiv den Rechtsstaat und die demokratischen Werte schützen. (...) Wir müssen gegen jede Form des Rassismus und Antisemitismus ankämpfen. In Österreich darf es dafür keinen Platz geben."

"Heute gibt es keine Ausrede"

Künstler André Heller schilderte im Rahmen seiner Gedenkrede, wie seine jüdischen Eltern die ersten Stunden des "Anschlusses" erlebten bzw. wie ihm es seine Mutter, heute 104, erzählt hatte. Er stellte klar: "Heutzutage gibt es keine Ausrede, nicht gegen Rassismus und Antisemitismus anzutreten. Man riskiert dafür nicht Folter und Tod. (...) Aber wir erhalten ein schöneres Österreich", so der 70-Jährige, der auch mahnte: "Die Demokratie muss das genaue Gegenteil von dem sein, wofür der Nationalsozialismus stand." Dazu gehöre auch Vielfalt der Meinungen und eine freie Berichterstattung von unabhängigen Medien.

Abschließend appellierte Heller an das Mitgefühl füreinander, denn: "Es ermöglicht uns in jedem anderen, uns selbst zu erkennen und mit ihm innigst und liebevoll verbunden zu sein und diese Erkenntnis in weiterer Folge in all unseren Gedanken und Taten zu berücksichtigen."

Der Einmarsch deutscher Truppen unter Adolf Hitler am 12. März 1938 markierte das Ende der Ersten Republik.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patriot5611 am 12.03.2018 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wir müssen Österreich schützen!

    Und zwar für unsere eigene Bevölkerung und deren Nachkommen!

  • helmar am 12.03.2018 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Und wie ist das gleich mal

    Mit jenen welche ungestraft hier in einem demokratischen Land ganz ungestraft einen Gottesstaat fordern? Mit einem System welches aufs Haar jenem gleicht welches heute so sehr zu recht verurteilt wird? Religionen ins Private, und jeden der sich hinter der Religion versteckt und ähnliche Strukturen fordert, als Staatsbürger so behandeln wie man zu Recht die Staatsverweigerer behandelt. Liebe Politik, hier seid ihr gefordert. Bei allen jenen welche hier alle Freiheiten nutzen und einen Klerikalgottesstaat fordern. Das sind heute jene welche den Führerstaat wollen.

  • Demokrit am 12.03.2018 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Parallelen?

    Danke Andre Heller für ihre beeindruckende Rede! 1938 sind Menschen einmarschiert, die vorhatten bestimmte Menschengruppen zu vernichten. Ein Teil der Österreicher hat sie willkommen geheißen, viele haben aber die Gefahr erkannt! Kommen nicht heute auch Menschen mit einer Ideologie über unsere Grenzen, um "Ungläubige" zu verdrängen? Wir sollten aus der Geschichte lernen und Fehler nicht noch einmal zulassen!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Grüne Verweigerer am 13.03.2018 21:39 Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst klar und laut: Wir sind das Volk!

    Grüne verraten uns in Ö jeden Tag, Rote genauso. Die dazwischen ab dem Dunkel der Nacht uns seit Jahrzehnten.

  • Censorship am 13.03.2018 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation..

    Und weil es hier um Demokratie geht, wird massiv zensiert... :D :D

    • Kritischer Geist am 13.03.2018 15:11 Report Diesen Beitrag melden

      @Censorship

      Ja wo kämen wir denn hin, wenn man einfach so die Wahrheit sagen dürfte? Dann wären die Systemmedien mit ihrem volkspädagogischen Auftrag doch überflüssig.

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  • Eliot Ness am 13.03.2018 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Abgehobene Bonzen

    Aus der Geschichte kann nur lernen wer sie kennt. Das was Politik, Medien und Schulen vermitteln ist ja kein Wissen sondern Manipulation pur. Es gibt hier auch keine Meinungsfreiheit zum Thema. Solche Veranstaltungen wie die gestern sind nur ein groteskes Schauspiel einer machbesessenen Clique. Mit Demokratie hat das nichts zu tun, also wo ist die Demokratie, die Kurz angeblich schützen will?

  • Jennifer am 12.03.2018 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kurz

    vor der Wahl viel versprechen aber nichts halten

  • Kurtl am 12.03.2018 19:57 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Abstimmungen, keine Demokratie

    Warum gibt's dann keine Volksabstimmungen bezügl. Rauchen und ORF ??? Demokratie ist Österreich schon lange nicht mehr !