Regierung streicht Feiertag

26. Februar 2019 14:22; Akt: 01.03.2019 08:33 Print

Statt Karfreitag kommt "persönlicher Feiertag"

Die Regierung streicht den Karfreitag als Feiertag. Wer frei haben will, muss Urlaub nehmen.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass österreichs Karfreitags-Regelung diskirminierend ist. (Bild: picturedesk.com)

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass österreichs Karfreitags-Regelung diskirminierend ist. (Bild: picturedesk.com)

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Für ordentlich Verwirrung sorgt die Regierung mit ihrer "neuen Regelung" zum Karfreitag: Diese sieht vor, dass jeder Arbeitnehmer am Karfreitag zwar frei bekommen kann, allerdings nur, wenn er Urlaub aus dem bestehenden Urlaubskontingent (im Normalfall 25 Tage) beantragt.

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Der Unterschied zu einem "normalen Urlaubstag" ist, dass ein einseitiger Rechtsanspruch des Arbeitnehmers besteht.

Das heißt, dass Arbeitnehmer – sofern sie den "persönlichen Feiertag" rechtzeitig innerhalb einer dreimonatigen Frist – beantragen, garantiert frei bekommen müssen. Für das Jahr 2019 wird eine kürzere Frist definiert.

Die 14-Uhr Regelung, die die Regierung vergangene Woche präsentiert hatte, ist damit vom Tisch.

Regierung spricht von "fairer Lösung"

"Wir haben uns nun gemeinsam dazu entschlossen einen Schritt weiter zu gehen und eine bessere Lösung zu schaffen: Einen 'persönlichen Feiertag', mit dem die Religionsausübung ermöglicht wird. Diese Lösung schafft Klarheit und Rechtssicherheit für alle und Gerechtigkeit und Gleichbehandlung im Sinne des EUGH-Urteils", teilen Kulturminister Gernot Blümel und Verkehrsminister Norbert Hofer am Dienstag mit.

Sollte der Arbeitnehmer, auf Wunsch des Arbeitgebers, verursacht durch dringende betriebliche Gründe, dennoch an diesem selbstgewählten "persönlichen Feiertag" freiwillig seiner Arbeit nachgehen, so erhält er für diesen Tag sämtliche Vergütungen wie an jedem anderen Feiertag. Der Urlaubsanspruch bleibe selbstverständlich bestehen. Damit erhält der Arbeitnehmer stattdessen einen anderen Urlaubstag.

Gewerkschaft schäumt

"Mit ihrem faulen Kompromiss zum Karfreitag verkauft die Regierung die Beschäftigten für dumm", zeigt sich Barbara Teiber, Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, in einer ersten Reaktion verärgert.

"Mit der Regelung der Regierung muss man sich für den freien Karfreitag nun einen bestehenden Urlaubstag nehmen. Damit gibt es de facto keine reale Verbesserung, sondern für evangelische Beschäftigte sogar eine Verschlechterung", so Teiber weiter.

Für evangelische Kirche "akzeptabel"

Für Evangelische und Altkatholiken sei die nun vorgelegte Lösung "akzeptabel", denn sie ermögliche den Karfreitag als Feiertag in gewohnter Weise zu begehen. Das sagte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Peter Schipka, am Dienstag im Interview mit "Kathpress".

Wird Karfreitag ein Feiertag für alle?

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ferl0815 am 26.02.2019 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht euer ernst oder?

    Und was soll das bringen? Da kann ich mir gleich einen Urlaubstag nehmen..... Wozu also das ganze hin und her?

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  • Berger am 26.02.2019 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Mag

    Also wer jetzt noch fpö oder övp wählt ist nicht mehr zu helfen!!!!!

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  • Elisabeth am 26.02.2019 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschüttel

    Das war bisher ja auch so. Alsowenn ich so an meinen Projekten arbeiten würde, dann hätte ich die Kündigung. Ein hin & her und am Ende bleibt ales geich. Die unnötig "investierte" Arbeitszeit bezahlt denen jetzt wer?

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • manola am 27.02.2019 00:10 Report Diesen Beitrag melden

    mal ehrlich sein

    Verstehe die ganze Aufregung nicht , man muss auch mal realistisch sein . Alle evangelisch Gläubige nutzen auch die Feiertage der Katholiken , also kein einziger Nachteil.

    • Beres Rabba am 27.02.2019 10:12 Report Diesen Beitrag melden

      Um die neunte Stunde !

      @Manola: Trotzdem finde ich, dass sich Herr BK Kurz hier auf gefährliches Glatteis begibt .....Jom Kippur behalten, einige Ramadan-Zugeständnisse auch ?! Dem Kanzler als CHRISTEN (wie er immer betont) sollte gerade der Karfreitag SO wichtig sein, dass er ihn nicht aus wirtschaftspolitischen Gründen zu einem normalen Arbeitstag degradiert !!! Umso mehr, als viele Österreicher am Nachmittag lieber der Todesstunde Jesu gedenken möchten, statt sinnlos zu konsumieren .... Die Herren Drexel, Jäger und vielleicht sogar Bezos werden es (hoffentlich) verstehen.

    • Alk am 03.03.2019 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @manola

      Ich würde vorschlagen: ein persönlicher Feiertag freier Wahl für jeden. Dieser Tag muss jedoch an einem religiösen Feier Tag genommen werden. Somit ist dies für jede religiöse Gemeinschaft fair. Für konfessionslose ebenso.Einmal beim Arbeitgeber festgelegt, bleibt dieser Tag und kann nicht geändert werden.

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  • schurkraid am 26.02.2019 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was?

    versteh ich das richtig... arbeitet man an sein pers. feiertag so bekommt man feiertagszuschlag und der urlaub bleibt auch noch erhalten??? also da sagt der chef bestimmt nicht das selbe...

  • Florian am 26.02.2019 19:25 Report Diesen Beitrag melden

    Der kleine Mann wird kleiner und kleiner

    also ich behalte weiterhin 25 urlaubstag, muss mir für den karfreitag einen davon nehmen. zuerst behaupten niemand wird etwas weggenommen und ein paar tage später - schwups, weg. ned bös sein, aber das ist jetzt aktion nr. 78 wo die wirtschaftslobby erfolgreich interveniert. das die övp hier folgt ist absolut verständlich, aber die "partei des kleinen mannes"? man kann ja kompromisse eingehen, aber sich woche für woche so zu verkaufen um an der macht mitnaschen zu dürfen - da braucht man sich über frühere SPÖ/ÖVP regierungen nicht mehr echauffieren.

    • Lucillenmajestro am 27.02.2019 10:52 Report Diesen Beitrag melden

      Wieder mal nur stänkern

      jo und? i man wo is denn da die gleichberechtigung wenn manche leute gleicher wie die anderen sind und einfach einen freien Tag mehr haben? Gehts noch? Das is ein Schritt in die richtige Richtung! Auch wenn die Lösung ziemlich sinnbefreit ist! Und hauptsache gegen FPÖVP lästern, eh klar. EUGH Urteil - Gleichberechtigung, schon mal gehört? Nee oder?

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  • Christian am 26.02.2019 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Farce

    Na da hat sich diese Regierung wieder was geleistet. Ich glaube Denken ist nicht deren Stärke, sondern kuschen vor der Wirtschaft. und mache was die EU Bonzen anschaffen. Alles bleibt fast beim alten, nur dass sich die Evangelisten jetzt einen Urlaubstag nehmen müssen und für die anderen alles gleich bleibt. Ob diese Regierung noch einmal gewählt wird, bezweifle ich, von mir sicher nicht. Aber denen ist es sowieso wurscht.

  • Feiertag am 26.02.2019 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    Na dann...

    Ich habe als evangelische immer am Karfreitag gearbeitet. Rein aus Solidarität. Jetzt bekomme ich wenigstens einen Feiertagszuschlag drauf. :))

    • Walter am 27.02.2019 08:43 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch

      Nein, bekommst du nicht. Ist ein normaler Arbeitstag. Den Persönlichen Feiertag musst du von deinem Urlaub konsumieren.

    • Münchhausen am 27.02.2019 08:52 Report Diesen Beitrag melden

      @Feiertag

      Stimmt sicher nicht!!!

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