Auch am Pausenhof

08. November 2018 09:07; Akt: 08.11.2018 15:08 Print

Deutschpflicht: FPÖ-OÖ legt sich mit Faßmann an

Manfred Haimbuchner will den Bildungsminister umstimmen. Dabei "lässt er kein Mittel aus". Er will, dass auch in der Pause alle Schüler Deutsch reden.

FPÖ-Oberösterreich-Chef Manfed Haimbuchner. Er ist in OÖ stellvertretender Landeshauptmann. (Bild: picturedesk.com)

FPÖ-Oberösterreich-Chef Manfed Haimbuchner. Er ist in OÖ stellvertretender Landeshauptmann. (Bild: picturedesk.com)

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"Mir leuchtet das überhaupt nicht ein, warum man so dagegen ist, dass sich unsere jungen Mitbürger einfach in der deutschen Sprache unterhalten", ärgert sich Oberösterreichs FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner im Telefonat mit "Ö1".

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Er drängt den Bildungsminister Heinz Faßmann nun öffentlich eine langjährige FPÖ-Forderung umzusetzen. Diese allerdings ist - nach Ansicht jener, die sich auskennen - verfassungswidrig.

Worum geht es?

Haimbuchner will, dass nicht nur im Unterricht die Schulsprache Deutsch gilt, sondern auch am Pausenhof und bei Schulveranstaltungen.

Dass Bildungsminister Faßmann (ÖVP) seinen Vorschlag ablehnt, ärgert Haimbuchner: "Mir kommt es so vor, als spielt hier die Ideologie eine größere Rolle wie die tatsächliche verfassungsrechtliche oder grundrechtliche Zulässigkeit einer derartigen gesetzlichen Regelung", sagt er.

Das Problem daran..

Der aktuelle Minister (ÖVP), so wie seine Vorgänger (seit 2007 SPÖ), lehnt diese Vorschlag ab. Eine Deutschpflicht wäre ein unzulässiger Eingriff ins Privatleben der Jugendlichen und damit verfassungswidrig, heißt es. Auch der Verfassungsdienst der Regierung sieht das so. Die FPÖ beißt hier wohl auf Granit.

Petition und Gutachten

Naturgemäß hat Haimbuchner auch ein Gutachten erstellen lassen, dass das Gegenteil aussagt. Demzufolge sei der Schulhof auch in der Pause kein privater Raum.

Bleibt die Frage, warum Haimbuchner nicht koalitionsintern über seinen Parteikollegen, Vizekanzler Strache für seine Idee wirbt. Mit seinem öffentlichen Angriff will Haimbuchner den Minister zum "weiteren Nachdenken und Umdenken" bringen, sagt er dazu. Eine Online-Petition auf der Plattform "openPetition" zu diesem Zweck hat in zwei Wochen 6.184 Unterschriften gesammelt (Stand 08.11.2018, 9.15 Uhr).

Oberösterreichs Landes-Chef Thomas Stelzer zeigte sich in einer Reaktion Donnerstagnachmittag diplomatisch. „Es tut mir Leid, aber ich muss es zur Kenntnis nehmen“. Schließlich müsse sich Faßmann „auf dem Boden der Verfassung“ bewegen.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Unverständnis am 08.11.2018 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist das für ein Bildungssystem

    Gestern hörte ich in einem Beitrag, dass Kinder von Migranten deren Eltern schon in Ö. geboren sind, in deutsch- Förderklassen gehen müssen. Das kann es ja wohl nicht sein! Wir wissen, dass diese Migranten zu Hause kein deutsch sprechen und auch keine deutschen Rundfunksendungen hören, geschweige denn ein deutsches Bilderbuch haben. Jetzt darf man nicht einmal verlangen, dass sie wenigstens in der Schule deutsch sprechen? So viel Geld können wir gar nicht ausgeben, dass es in so einem Fall zu einem Bildungserfolg kommt! Können diese Eltern überhaupt Schulnachrichten lesen?

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  • waldquelle_sanft am 08.11.2018 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Alles nicht mehr normal

    Privat kann jeder die Sprache sprechen, die er will. Im Job oder in der Schule, dort wo die Amtssprache Pflicht ist, wird Deutsch gesprochen. Wenn jemand die deutsche Sprache soweit nicht beherrscht, dass er sich in Österreich problemlos verständigen kann oder Prüfungen ablegen kann, dann muss er mit Misserfolgen rechnen und bleibt über. Aber in unserem sooo toleranten Degenerationsland wird auf jeden Rücksicht genommen und in den Ämtern hängen haufenweise Schilder in 8 Sprachen. Dabei werden am liebsten die eigenen Mitbürger angeschwärzt oder gar denunziert. So schauts aus in Ö 2018. Bravo!

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  • Patrizia am 08.11.2018 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Deutsch im Schulhof?

    Man sollte lieber die 8 sprachigen Aushänge im Internet und Formulare auf Behörden bis hin zum fremdsprachigen Mindestsicherungsantrag einstellen. Als Österreicher ist man schon Fremder im eigenen Land.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Franz Absberg am 09.11.2018 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Weg zum Erfolg

    Es sollten alle Antragsformulare bei den Behörden (Sozialämter, Spitäler etc.) nur in der Landessprache vorliegen. Ein grosser Motivationsschub zum erlernen der deutschen Sprache wäre das Ergebnis.

    • Schuldirektor Christoph Ludwig am 13.11.2018 08:36 Report Diesen Beitrag melden

      Falsches Signal!

      Gute Idee! Im Schulbereich gibt es Formulare in 70 verschiedenen Sprachen! Ein toller Service! Zu meiner Zeit als Lehrer wollte die Schuldirektorin, dass die Elternhefteinträge, Einladungen zum Elternsprechtag in der Muttersprache der Kinder verfasst werden! Am Elternsprechtag selber mussten alle Eltern telefonisch erinnert und noch einmal eingeladen werden!

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  • Silvia K. am 08.11.2018 23:04 Report Diesen Beitrag melden

    Angeblich ist das kontraproduktiv?

    Schon merkwürdig! In Deutschland wurde das bereits in einigen Schulen umgesetzt. Und alle sprechen von einer massiven Verbesserung und einer Reduzierung der Gewalt. - Außerdem ist unsere Amtssprache Deutsch. Und anders gefragt: Wie sollen es die Kinder lernen, wenn sie nicht Deutsch sprechen?

  • Grüne Verweigerer am 08.11.2018 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Österreich gehört den Österreichern

    So und nicht anders ist seit mehr als tausend Jahren.

    • Aufklärer am 08.11.2018 23:19 Report Diesen Beitrag melden

      Rechte Märchen

      Tausend Jahre existiert Österreich nicht einmal,geschweige ein "Österreichisches Volk" ! Geschichte lernen wäre besser für sie.

    • Phono am 09.11.2018 08:42 Report Diesen Beitrag melden

      @Aufklärer

      Wem interessiert was vor 1000 Jahren war. Jedes Volk entsteht durch Zuzug. Die Frage ist nur, welche Menschen kompatibel sind und ideologisch zusammenpassen bzw. sich dem bestehenden Volk anpassen. Wenn du einen Löwen in eine Schafherde steckst, wird es auch keine Harmonie geben. Versteht man das a bissl?

    • Censorship am 09.11.2018 09:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Aufklärer

      Erste Erwähnung Österreichs war wann? Soviel zu Geschichte lernen... Linke Märchen....

    • Aufklärer am 09.11.2018 16:03 Report Diesen Beitrag melden

      Geschichte lernen

      @Phono @Censorship Österreich existiert seit 1804,soviel zur tausendjähriger Geschichte. Über ein "Österreichisches Volk" brauchen wir erst gar nicht reden,in Römischen Quellen vor 2000 Jahren tauchen keine Österreicher auf oder ein Österreich.

    • Censorship am 12.11.2018 10:30 Report Diesen Beitrag melden

      Oh je, keine Ahnung, aber relativieren.

      Österreich existiert seit dieser Erwähnung, obgleich als Herzogtum, oder nur als Teil Bayerns und sparen sie sich die "heiliges römisches Reich" Mär..... SO kann man natürlich Antisemitismus Tür und Tor öffnen, denn das Judentum gibt es dann auch erst seit 1804 in Österreich. Was nicht stimmt, denn die ersten Belege dieser Religion auf österre8iichischem Gebiet, stammen aus dem 3. Jahrhundert.. Die moralisch Überlegenen liebäugeln ja vehement mit Antisemitismus. Hören sie so kindisch auf zu manipulieren!

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  • Vorstadtmama am 08.11.2018 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Schulautonomie

    Meiner Ansicht nach sollte man den Schulen zutrauen, solche Dinge eigenverantwortlich zu lösen. Es gibt sicher Schwerpunktschulen, in denen solche Regelungen Sinn machen, in anderen wiederum ist das unnötig.

    • Grüne Verweigerer am 08.11.2018 20:35 Report Diesen Beitrag melden

      Du Träumerin

      Mehr ist nicht zu sagen.

    • Censorship am 09.11.2018 09:41 Report Diesen Beitrag melden

      @Vorstadtmama

      Leider obliegen Schulen auch den Gemeinden, nicht nur dem Staat. Sieht man sich nun Wien an, wo sich die Stadtdiktatur permanent prostituiert, nur um die Stimmen der Neuwähler zu bekommen....

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  • franz am 08.11.2018 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    ja passt so Herr von der Fpö

    ja das ist ein sehr Guter Ansatz und es soll auch so sein in den Pausen sowie in allen öffentlich zugänglichen Gebäuden Deutsch gesprochen wird, ausgenommen internationale Schulen. alle die von unseren System leben sollen sich auch anpassen, und wer eben nicht will der sollte keinen Aufenthaltserlaubnis haben